Auch diesmal war die Anerkennung „Wein der Ungarndeutschen“ die begehrteste: „Weißwein der Ungarndeutschen” ist heuer der Sauvignon Blanc 2016 der Nadascher Garai Kellerei geworden; den Ehrentitel „Rotwein der Ungarndeutschen” darf ein 2012-er Willander Cabernet Sauvignon des Weinguts Vin Art tragen, der „Rosé der Ungarndeutschen ist 2107 der Blaufränkisch Rosé 2016 des Weinguts Erdős aus Soltvadkert.

Überaus niveauvoll war der zehnte Jubiläums-Weinwettbewerb der Ungarndeutschen, denn von Ödenburg durch Moor ganz bis zur Hajosch-Bajaer Weinregion ließen sich daran von den kleinsten Familienkellereien bis zu den international bekannten großen Weinbaubetrieben viele vertreten. Selbst Weine aus der Tokajer Weinregion wurden heuer ins Rennen geschickt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden um zehn Prozent mehr, insgesamt 643 Weine nominiert. Bewertet haben sie Fachleute, die aus verschiedenen Ecken des Landes in die Jury eingeladen wurden. Die Beurteilung der Kostproben geschah nach bewährten Regeln: die Mitglieder der acht Jurorenkomitees verkosteten die Weine zwei Tage lang. Damit die Prüfer unter optimalen Umständen arbeiten können, sicherten für sie die Organisatoren natürliches Licht und einen etwas über der Serviertemperatur des Weines liegenden Wärmegrad. Getestet wurden die Klarheit, der Duft und der Geschmack der Rebensäfte. Die edelsten Tropfen kamen letztendlich vor eine sogenannte Spitzenjury, die schließlich die einzelnen Ehrenpreise bestimmte.

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„Das Kuriosum des diesjährigen Wettbewerbs war zweifelsohne, dass vielmehr Schillerweine als bisher angemeldet wurden“, hob János Hetényi, Vorsitzender des Nadascher Winzervereins hervor. „Das finde ich an einem ungarndeutschen Weinwettbewerb mehr als in Ordnung, weil ja der in letzter Zeit immer gängiger werdende Schiller eigentlich auch ein ‚Schwabikum’ genannt werden kann. Dieser mit spezieller Technologie hergestellte Wein – der auch als der reichhaltigste Rosé oder der leichteste Rotwein bezeichnet werden kann – war der traditionelle Alltagswein der Ungarndeutschen: während man sich Rotwein vor allem nur an Sonn- und Feiertagen gönnte, trank man diese angenehme, zu vielen Gerichten passende, fruchtige, leichte Sorte im Alltag. Es ist also kein Wunder, dass der Schiller auch heutzutage immer mehr in Mode kommt.“

Neben den Schillerweinen gab es auch zahlreiche Rot-, Weiß- und Roséweine, die eine gute Qualifizierung erhielten, und in Zukunft das landesweit anerkannte Emblem über die erfolgreiche Teilnahme am Weinwettbewerb der Ungarndeutschen tragen können. Das Bekenntnis zur deutschen Gemeinschaft war übrigens keine Voraussetzung für die Teilnahme. Der Bezug des Wettbewerbs zum Ungarndeutschtum verkörpert sich vielmehr darin, dass ihn ungarndeutsche Winzer organisieren, die begeisterte Pfleger der seit Generationen blühenden deutschen Weinkultur sind. Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen unterstützt den Wettbewerb in Nadasch seit genau einem Jahrzehnt – gerade weil sich für dieses mehrere hundert Jahre alte, noch aus der deutschen Urheimat mitgebrachte kulturelle Erbe landesweit zahllose deutsche Winzer einsetzen.

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Der Weißwein der Ungarndeutschen 2017 – einer der drei hauptpreisgekrönten Weine – wurde auf einem Szekszárder Weingut angefertigt – erzählt sein stolzer Hersteller. Laut Zoltán Garai seien die Beeren der Traube nach der Weinlese sofort gepresst, und anschließend von der Luft isoliert gekühlt worden. Den Most habe man bei 15 Grad gären lassen. Durch dieses Verfahren, sowie als Ergebnis der vorsorglichen Zuwendung sei aus der aromatischen Traube ein fruchtiger Wein hoher Qualität geboren: „Unser Unternehmen auf dem Szekszárder Weingut gibt es erst seit drei Jahren, vorhin waren wir Hobbywinzer. An der Weinqualifikation in Nadasch nehmen wir praktisch jedes Jahr teil: wir sind immer bestrebt, unsere neuen Weine zu nominieren. Wir gewannen bereits zahlreiche Preise, aber seit Jahren warten wir darauf, endlich die Auszeichnung ’Wein der Ungarndeutschen’ zu bekommen. Wir sind glücklich, dies nun geschafft zu haben. Und dass ich den Preis als in Nadasch geborener ’Schwabenjunge’ zu Hause übernehmen durfte, macht diese Anerkennung noch viel wertvoller.”

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