Die Veranstaltung wurde von Dr. Arne Gobert, Vorsitzender des Deutschen Wirtschaftsclubs Ungarn (DWC), mit der kurzen Vorstellung der Arbeit des DWC eröffnet, da die Nachfrage nach der Veranstaltung auch von Seiten lokal ansässiger Firmen bedeutend war, die noch nicht Mitglied im DWC sind. Nach der Vorstellung des Clubs ergriff Ekkehard Philipp, CFO der Mercedes-Benz Manufacturing Hungary Kft. und zugleich Leiter der DWC-Sektion Kecskemét das Wort, wobei er die Bedeutung des Themas betonte. Er hob hervor, dass Ungarn auf dem Gebiet der regionalen Entwicklungen einen enormen Weg zurückgelegt hat.

Verminderung der regionalen Unterschiede

Trotz der zahlreichen Investitionen und Entwicklungen gibt es aber immer noch große Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. An der Verminderung dieser Unterschiede wird nicht nur von der Regierung, sondern auch von den Städten und Regionen selbst gearbeitet. Deshalb könnten die Möglichkeiten und Herausforderungen der regionalen Entwicklung am anschaulichsten durch die Erfahrungen der hier vertretenen verschiedenen Städte und Regionen dargestellt werden können.

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Tamás Égi (Vizebürgermeister von Székesfehérvár), Dr. László Papp (Bürgermeister von Debrecen), Klaudia Szemerey Patakiné (Bürgermeisterin von Kecskemét) und Ekkehard Philipp (CFO der MBMH Kft.).

Zuerst sprach Tamás Égi, Vizebürgermeister von Székesfehérvár, über seine Erfahrungen. Er betonte, dass die grundsätzliche Entwicklungsherausforderung im Fall von Székesfehérvár die kleine und schwer zu erweiternde Grundfläche der Stadt sei. Deswegen hat die Stadt vor, in erster Linie an der Erhöhung der Effektivität vieler Bereiche zu arbeiten. Sie möchten den Fokus gezielt auf Industriezweige legen, von denen sie in der Zukunft den größten Entwicklungsschub erwartet und auch das Unterrichtssystem dementsprechend entwickeln.

Bildung spielt Schlüsselrolle

Dr. László Papp, Bürgermeister von Debrecen hob hinsichtlich der Entwicklung in den letzten 20 Jahren die Stabilität, die Rolle der Wissensbasis der Universität und die Marktorientierung der Stadt hervor. Der Bürgermeister sieht die Grundlage der Entwicklung in der weiteren Erhöhung der Rolle der Universität Debrecen und in der Ansiedlung von neuen Wirtschaftsbereichen, beziehungsweise in der Durchführung des Neuen Phoenix Plans (ung.: Új Főnix Terv), der einen speziellen Fokus auf die Entwicklung der Wirtschaft, des Bildungswesens und des Verkehrs legt.

Klaudia Szemerey Patakiné, Bürgermeisterin von Kecskemét, betonte, die Einführung der neuen und für die Unternehmen vorteilhaften Steuerpolitik und die Ausnutzung der guten Lage der Stadt seien zwei wesentliche Erfolgsfaktoren für die schnelle Entwicklung der Stadt. Die Bürgermeisterin hob weiterhin hervor, dass die größte Herausforderung darin bestehe, dass das Straßennetz und die Infrastruktur, die ursprünglich für 100.000 Menschen geplant worden waren, heute täglich 270.000 Menschen bedienen müssen. Sie betonte, dass die Hauptausgabe der nächsten Jahre in Kecskemét unter anderem in der Schaffung einer entsprechenden und nachhaltigen Infrastruktur bestehe.

Infrastruktur in Einklang mit Wirtschaftsniveau bringen

Aus den drei Vorträgen wurde klar, dass ähnliche infrastrukturelle Probleme in jeder Region vorkommen, weil die Entwicklung in diesem Bereich mit der wirtschaftlichen Entwicklung nicht Schritt halten konnte. Das andere Problem ist für die meisten Städte in den ländlichen Bereichen die langfristige Gewährleistung einer entsprechenden Anzahl von Arbeitskräften. Eben deshalb wurde aus den Worten der Bürgermeister und Bürgermeisterin klar, dass sie die Entwicklung und den Ausbau des Unterrichtswesens beziehungsweise die Einschaltung der stadtnahen, aber trotzdem unterentwickelten Regionen in die Entwicklungsprojekte der Städte für eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft halten, damit die in Ungarn typischen regionalen Unterschiede weiter verringert werden können.

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Fazit ist, dass in den verschiedenen Städten derzeit zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten vorhanden sind, was für die Städte, die Regionen und auch für die Regierung eine große Verantwortung bedeutet, denn nun gilt es, diese Möglichkeiten wohl überlegt und effektiv zu nutzen.
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