Es war unvernünftig und deshalb zum Scheitern verurteilt, die Sicherheit Europas ausschließlich auf einem Migrations-Deal zu begründen, die Türken zu kritisieren und gleichzeitig nichts zu unternehmen, um den Grenzschutz zu stärken. Wenngleich die EU alles auf die Vereinbarung mit der Türkei setzte, war von Anfang an klar ersichtlich, dass diese auf lange Sicht der Problematik der massenhaften illegalen Einwanderung nicht beikommen werde. Zudem sei es ein riesiger Fehler gewesen, dass europäische Politiker seit dem Abschluss der Vereinbarung förmlich in einen Wettstreit miteinander traten, wer den Präsidenten der Türkei und ihre Regierung schärfer kritisieren könne. Noch tragischer sei, dass nichts für eine Stärkung des Grenzschutzes getan wurde, weshalb die EU, wenn erst wieder Tausende Migranten täglich an den Grenzen auftauchen, genauso wenig wie bisher handlungsfähig sein wird. Szijjártó stellte in diesem Zusammenhang die Eignung einzelner Amtsträger in Brüssel in Frage.

Auf eine Frage zum aktuellen Konflikt zwischen den Niederlanden und der Türkei merkte der Außenminister an, Ungarn „halte es für ungewöhnlich und bedauernswert, dass zwischen zwei NATO-Verbündeten in einer solchen Frage ein solcher Konflikt zustande kommen konnte“. Szijjártó sagte zum Wahlausgang in den Niederlanden, er gratuliere dem Ministerpräsidenten zum 1. Platz und freue sich über das gute Abschneiden der Christdemokraten. Zum Urteil des Europäischen Gerichtshofes wegen Ungarns Auftreten gegen Flüchtlinge bezeichnete es der Minister als „Nonsens, dass ein Mitgliedstaat dafür beklagt wird, Gemeinschaftsrecht einzuhalten. Dieses sage klar aus, wer als illegaler Einwanderer in einem EU-Staat einen Asylantrag stellt, sei verpflichtet, auf dem Territorium des betreffenden Landes den Bescheid abzuwarten“. Ungarn habe seine Maßnahmen getroffen, um dem Recht Geltung zu verschaffen.

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