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Nicht ausgeschlossen werden sollte auch die Option nicht, dass die EU-27 durch den von der Brexit-Abstimmung vermittelten Impuls plötzlich in einen Reformeifer verfällt, an dessen Ende ein so attraktiver EU-Club herauskommt, bei dem auch die Briten wieder gerne mit dabei wären. Wenn die Diskussionsveranstaltung zwar keinen Blick auf die EU nach dem Brexit werfen konnte, so machte sie zumindest deutlich, dass es mit dieser Option im Moment nicht gerade günstig aussieht.

Statt auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, was die Mehrheit der Briten außer „Fake News“ und „populistischen“ Brexit-Wahlkämpfern möglicherweise noch von der EU entfremdet haben könnte, gab das EU-Urgestein Elmar Brok nur altbekannte Thesen und Erklärungen zum Besten. So funktioniere die EU zwar prächtig, nur wären einige Bürger partout nicht in der Lage, dieses prächtige Funktionieren auch zu erkennen. Deswegen verwählen sie sich gelegentlich. Dumm nur, dass das Brexit-Referendum nicht solange wiederholt werden kann, bis die verstockten Briten endlich „richtig“ wählen.

Ein anderes beliebtes und ebenfalls von Brok vorgebrachtes Erklärungsmuster läuft darauf hinaus, dass die EU-Maschinerie nur deswegen noch nicht so ganz rund laufe, weil ihr von den Mitgliedstaaten noch immer nicht ausreichend Kompetenzen übertragen und Instrumente in den Schoß gelegt worden sind. Von EU-Seite ist diese Überlegung schon nachzuvollziehen und logisch – Bürokratien haben nun einmal den inhärenten Drang, sich immer weiter aufzublähen.

Aber warum sollten die Mitgliedstaaten davon überzeugt sein, den EU-Riesen noch weiter zu stärken, wenn er die bereits vorhandenen Instrumente schon jetzt nicht richtig einsetzt? Soll doch Brüssel erst einmal zeigen, wie prima es bereits jetzt Defizitsünder – und zwar nicht nur die kleinen, sondern auch die großen – disziplinieren oder das Schengen-System verteidigen kann! Und wenn tatsächlich alles nur ein Verständigungsproblem sein soll, dann könnte man in Brüssel auch mal über eine bessere Kommunikation und mehr Bürgernähe nachdenken.

Wenn das Produkt stimmt und der Nutzeffekt für die Kunden, also auch für die Briten klar vorhanden ist, dann sollte es doch eigentlich kein Problem sein, all das stärker ins Bewusstsein der Bürger zu bringen. Statt jetzt in Brüssel darüber nachzudenken, den Briten einen möglichst schmerzhaften Abgang zu bereiten („Die sollen sehen, was sie davon haben!!!“), sollte man sich dort lieber mit deren Bauchschmerzen in Bezug auf die EU beschäftigen. Warum lesen EU-Spitzenpolitiker den „unbelehrbaren“ Briten lieber beleidigt die Leviten, als sich partnerschaftlich darüber Gedanken zu machen, wie man vielleicht doch noch weiter den gleichen Club teilen kann?

Wer erlebt hat, wie Elmar Brok bei seinem jüngsten Budapester Auftritt in herrischem, überheblichem Ton mal über die Briten und mal über die Ungarn herzog, wird bei solchen Gedankengängen jedoch etwas vorsichtiger. Statt Leidenschaft und Begeisterung für den europäischen Gedanken zu versprühen, gab es von Brok über weite Strecken nur tiefe Verachtung gegenüber allen Zweiflern und Abweichlern. Auf der Bühne saß ein müder, enttäuschter EU-Politiker, der einfach nicht begreifen konnte, dass es Bürger gibt, die die Leistungen von Brüssel anders bewerten als er selbst.

Eine weitere Integration mag ja tatsächlich keine so schlechte Idee sein, aber solange dort Leute vom Schlage eines Brok oder Juncker den Ton angeben, ist einem das Ganze irgendwie suspekt! Nur ein Bauchgefühl? Ja, aber maßgeblich wegen eines solchen Baugefühls ist die EU jetzt davor, eines ihrer wertvollsten Mitglieder zu verlieren.

In einem Club, in dem so etwas passiert, ist es für die verbliebenen Mitglieder übrigens ratsam, nicht etwa zu applaudieren, wenn diesem Mitglied vom Vorstand auch noch gehörig nachgetreten wird, sondern die Verantwortung des Vorstands für den Mitgliederschwund zu thematisieren.

Hier unser Artikel zur Veranstaltung.


Konversation

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