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Frau Rusz, Sie sind seit zwei Monaten als neue Direktorin des Österreichischen Kulturforums in Budapest tätig. Was war Ihr letzter Posten beim Österreichischen Außenministerium und warum fiel nun die Wahl auf Ungarn?

Seit 1997 bin ich Angehörige des diplomatischen Dienstes im Außenministerium und hatte während dieser Zeit verschiedene Posten inne. Nach einigen Jahren im Ministerium übernahm ich Anfang 2001 die Leitung des Österreichischen Kulturforums in Belgrad, danach war ich Presse- und EU-Attachée an der Österreichischen Botschaft Budapest. In dieser Zeit habe ich auch Ungarisch gelernt. Danach war ich für etwa vier Jahre im Außenministerium, unter anderem für Migrations- und Flüchtlingsthemen zuständig. Im Jahr 2012 kam ich als stellvertretende Botschafterin an die Österreichische Botschaft Pressburg, wo ich in erster Linie mit wirtschaftlichen und politischen Fragen befasst war. Seit Januar 2017 bin ich die neue Direktorin des Österreichischen Kulturforums Budapest.


Ist das Kulturforum der Botschaft unterstellt oder wie ist die Beziehung zwischen beiden Institutionen geregelt?

Das Österreichische Kulturforum ist Teil der Österreichischen Botschaft. Die Tätigkeit des Kulturforums basiert primär auf dem Auslandskulturkonzept, welches vom Außenministerium vorgegeben ist. Natürlich stimme ich mich im Rahmen unserer kulturpolitischen Agenda in Ungarn eng mit der österreichischen Botschafterin ab.


Sie waren im Rahmen Ihrer Posten schon für sehr unterschiedliche Themenbereiche zuständig. Ist es nicht schwierig, sich in immer neue Themen hineinzuarbeiten?

Im Außenministerium wird das „Generalisten-Prinzip“ vertreten, das heißt es wird gewünscht, dass wir uns schnell in unterschiedliche Bereiche einarbeiten und eine breite Palette an Themen abdecken. Es war ein großer Wunsch von mir, die Leitung des Österreichischen Kulturforums in Budapest zu übernehmen, da ich bereits in Belgrad gemerkt habe, wie sehr mir die Kulturarbeit Spaß und Freude bereitet.


Welche Schwerpunkte setzt das Österreichische Kulturforum?

Einer unserer Schwerpunkte ist die Förderung der österreichischen zeitgenössischen Kunst. Wir führen insbesondere Veranstaltungen und Projekte durch, welche innovativ-kreative Elemente beinhalten, wobei wir natürlich auch dem Traditionellen genügend Raum geben. Alle unsere Projekte, beziehungsweise Veranstaltungen organisieren wir in enger Kooperation mit ungarischen Partnern. Es ist uns wichtig, Österreich als moderne Kulturnation zu präsentieren. Themen, die mit Europa, beziehungsweise der europäischen Integration zusammenhängen, sind weitere wichtige Anliegen. Auch in Ungarn gibt es das Netzwerk EUNIC der europäischen Kulturinstitute, wo auch das Österreichische Kulturforum ein aktives Mitglied ist. Ein anderes wichtiges Ziel ist der Dialog der Kulturen. Dabei geht es um die Förderung von Themen des interkulturellen und interreligiösen Dialogs: Da spielen auch Projekte, die sich mit Minderheiten-Fragen befassen, eine Rolle.


Ist die Idee dahinter, dass man als Kulturforum im Gastland in Sachen Kultur etwas bewegen möchte?

Ja, richtig. Wenn wir beispielsweise im Österreichischen Kulturforum eine Ausstellung zeigen, so präsentieren wir österreichische und ungarische zeitgenössische KünstlerInnen gemeinsam. Erstens unterstreicht dies die enge bilaterale Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern, andererseits ermöglicht dies den österreichischen KünstlerInnen, das Netzwerk in Ungarn zu erweitern.

„Es ist uns wichtig, Österreich als moderne Kulturnation zu präsentieren“, so die neue Direktorin.


Wir haben in diesem Jahr das 150-jährige Jubiläum des Ausgleichs Österreich-Ungarn von 1867. Im nächsten Jahr werden es 100 Jahre seit dem Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie. Wie steht es um die Zusammenarbeit beider Länder heute in kultureller Hinsicht?

Ja, wir begehen in diesem Jahr zahlreiche Geburtstage. Ich möchte die Leserinnen und Leser der Budapester Zeitung einladen, diese Geburtstage gemeinsam mit uns zu feiern. 2017 begehen wir den 40. Geburtstag des Österreichischen Kulturforums Budapest, das am 20. Oktober 1977 gegründet wurde. Anlässlich dieses Jubiläums organisieren wir im Herbst ein Gala-Konzert, ein Filmfestival und eine Literaturreihe. Auch den 300. Geburtstag von Maria Theresia nehmen wir zum Anlass, um der ungarischen Öffentlichkeit diese herausragende Frau, die heute noch als wichtiges Vorbild gilt, näher zu bringen. „150 Jahre Ausgleich Österreich Ungarn“ ist ein weiteres Thema, das uns in diesem Jahr beschäftigen wird: eine großangelegte Ausstellung, eine Konferenz und Vorträge sind geplant.


Sie sind also gerade zur rechten Zeit ans Kulturforum gekommen.

Ja, das stimmt. Ich freue mich schon sehr auf die Planung und operative Umsetzung unserer zahlreichen Kulturprojekte.


Ganz fern ist Ihnen die Kulturarbeit ja auch nicht, ich habe gelesen, dass Sie Theaterwissenschaften und Publizistik studiert haben. Fällt hier also Passion mit Profession zusammen?

Aufgrund meines Studiums war meine Beschäftigung mit Kunst und Kultur schon immer sehr intensiv. Nach meinem Studienabschluss an der Universität Wien besuchte ich unter anderem die Europäische Journalistenakademie an der Donauuniversität in Krems und widmete mich dabei vorwiegend kulturpolitischen Themen. Allerdings wurde mein Interesse für die Außenpolitik auch während meiner freiberuflichen journalistischen Tätigkeit geweckt. Daher studierte ich in der Folge an der Diplomatischen Akademie in Wien und absolvierte nach diesem Studium die Aufnahmeprüfung für den höheren auswärtigen Dienst. Persönlich stellt für mich die Leitung des Österreichischen Kulturforums einen Höhepunkt meiner Karriere dar.


Woher stammt Ihr Interesse für Mittelosteuropa, beziehungsweise Südosteuropa?

Mein Interesse für die Region ist auf meine familiären Beziehungen zurückzuführen, die ich sowohl im ehemaligen Jugoslawien als auch in Ungarn habe. Die gesamte Region stellt aber auch einen wichtigen Schwerpunkt der österreichischen Außenpolitik dar und bietet somit ein sehr interessantes Betätigungsfeld für eine österreichische Diplomatin.


Dann bleibt es spannend, was die nächsten vier Jahre für Sie hier bereit halten.

In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, dass ich meine Aufgaben nur dank eines sehr engagierten Mitarbeiter-Teams vor Ort durchführen kann. Dabei möchte ich auch die herausragende Tätigkeit meiner Stellvertreterin Dr. Barbara Pfeiffer hervorheben, die auch vom österreichischen Außenministerium entsandt ist. Gerade im Außenministerium, wo entsandte MitarbeiterInnen oft die Posten wechseln, sind jedoch die Expertise und die Erfahrungen der lokalen MitarbeiterInnen extrem wichtig. Ich betrachte meine Arbeit hier definitiv als Teamarbeit. Wir setzen alle Projekte gemeinsam um. Mit diesen engagierten MitarbeiterInnen macht die Arbeit doppelt so viel Spaß.


Wieviel Einfluss haben Sie auf die Programmgestaltung in diesem Jahr?

Ich habe natürlich die Möglichkeit, den einen oder anderen Schwerpunkt zu setzen, aber im Grunde ist das Programm für dieses Jahr bereits geplant. Wie bereits erwähnt, gibt es das österreichische Auslandskulturkonzept, welches festlegt, dass wir unsere Programme und Schwerpunkte zeitgerecht erstellen. Für die Programmgestaltung können wir natürlich auf die Empfehlungen des Außenministeriums zurückgreifen. Manche Projekte planen und koordinieren wir auch in enger Zusammenarbeit mit der Österreichischen Botschaft.


Gehört es auch zu Ihrem Kulturkonzept, ein modernes Bild von Österreich im Ausland zu vermitteln?

Ja genau, Hauptziel ist, Österreich als Kulturnation zu präsentieren und dabei ein modernes, innovatives Österreich-Bild zu vermitteln.


Apropos Modernität, Sie sind ja sehr aktiv auf Twitter. Wie wichtig ist es für die Kulturdiplomatie heutzutage, neue Wege zu gehen und sich im Sinne einer guten Public Diplomacy zu präsentieren?

Ja, ich denke, dass Public Diplomacy heutzutage sehr wichtig geworden ist. Die österreichischen DiplomatInnen werden ermutigt, aktiv in den sozialen Medien tätig zu sein.

Während des ganzen Jahres können die zeitgenössischen Ausstellungen in den Räumlichkeiten des Kulturforums besichtigt werden.


Ich habe auf Ihrer Twitter-Seite auch gesehen, dass Sie sich sehr häufig mit Schülergruppen treffen. Gehört Bildung und Sprachenförderung auch zu Ihren Zielen?

Es ist mir ein großes Anliegen, das Kulturforum als offenen Kulturraum zu präsentieren. BesucherInnen sind immer herzlich willkommen. Während des ganzen Jahres können zeitgenössische Ausstellungen in unseren Räumlichkeiten besichtigt werden. Auch organisieren wir regelmäßig Veranstaltungen im kleineren Kreis, wie zum Beispiel Ausstellungen oder Lesungen.


Und welches sind Ihre Kooperationspartner im Bereich Musik?

Im musikalischen Bereich arbeiten wir eng mit dem Budapest Music Center und dem Veranstaltungsschiff A38 zusammen. Diese enge Zusammenarbeit hat sich im Laufe der Jahre entwickelt und kann als sehr effizient und zielgerichtet bezeichnet werden. Wir unterstützen die Konzerte von jungen österreichischen MusikerInnen, jedoch keine kommerziellen Gruppen. Wir möchten nämlich aufstrebende KünstlerInnen fördern und sie dabei unterstützen, auf der internationalen Bühne Fuß zu fassen.


Wie steht es mit der Unterstützung von Minderheiten, es gibt ja zum Beispiel die aus Österreich stammende Minderheit der Landler. Gehört auch das zu Ihrer kulturpolitischen Arbeit?

Wir pflegen diese Kontakte und sind jederzeit gern bereit, ein gemeinsames kulturelles Projekt zu organisieren, wenn dies möglich ist und unserem Programmkonzept entspricht.


Sie haben ja schon einige Programme für dieses Jahr genannt, aber worauf würden Sie unsere Leser besonders gerne hinweisen?

Die Leserinnen und Leser sollten wissen, dass wir im Kulturforum ein vielfältiges und hochkarätiges Kulturprogramm organisieren. Der Schwerpunkt ist die Präsentation der österreichischen zeitgenössischen Kunst, wobei wir darauf Wert legen, alle Projekte und Veranstaltung in enger Kooperation mit ungarischen Partnern durchzuführen. Ich würde mich sehr freuen, wenn möglichst viele Personen zu unseren Veranstaltungen kämen.

Weitere Informationen über die Tätigkeit des Österreichischen Kulturforums Budapest finden Sie auf der Homepage www.bmeia.gv.at/kf-budapest/ oder auf der Facebook-Seite: Osztrák Kulturális Fórum. Sie können der Direktorin auf Twitter folgen: @reginarusz. Bei Interesse melden Sie sich für den wöchentlich erscheinenden Newsletter an: kf-budapest@bmeia.gv.at

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