Die Frage ist vielmehr, warum wird eine Ortschaft von bald 3.000 Menschen erst jetzt mit einem Raumfahrtzentrum bestückt? Ist doch der kleine Ort bereits seit 1949 der Geburtsort des ersten ungarischen Kosmonauten Bertalan Farkas. Inzwischen fügt sich das Ganze aber relativ gut in die von János Lázár entwickelte Strategie, Geld für ländliche Regionen auszugeben. Wenn Budapest schon die Olympiade und die damit verbundenen Investitionen nicht will, wird das Geld jetzt eben in eher fragwürdige Projekte gesteckt, möglichst außerhalb von Budapest. Das ist zwar keine wirkliche Neuheit hier im Land, aber die Meme-Macher konnten die Steilvorlage natürlich trotzdem nicht ungenutzt lassen. Der wohl witzigste Beitrag dazu ist ein einfaches Foto.

Rebellenstützpunkt mal anders

Bevor der Film „Star Wars Rogue 1“ in die Kinos kam, war es fast unmöglich, einen Wocheneinkauf zu bewerkstelligen, ohne am Ende nicht mindestens ein Produkt im Korb zu haben, das vom Star-Wars-Label geziert wird. Toilettenpapier, Mandarinen, Ketchup – die Liste der Möglichkeiten war lang. Kein Wunder also, dass auch im Falle Gyulaházas nichts näher liegt, als dieses weltberühmte Trademark zu benutzen. In der ikonischen Szene, in der Prinzessin Leia Darth Vader den Standort des Rebellenstützpunktes verrät, wurde schlicht ein wenig umplatziert. Statt auf Tatooine ist der Stützpunkt nun eben in Gyulaháza zu finden. Versteckt und weit ab vom Schuss sind beide, insofern sind gewisse Gemeinsamkeiten nicht zu leugnen. Aber wie sieht so ein Raumfahrtzentrum eigentlich aus?

Einem Follower der Ungarischen Partei des zweischwänzigen Hundes gelang es, eines Ansichtsplans des geplanten Zentrums habhaft zu werden, den er dann sofort online teilte. Und obwohl Balázs Fürjes, Regierungsbeauftragter für herausragende Investitionen in Budapest, selbst gesagt hat, die Ansichtspläne seien „Bluffs“ (sic!), können wir den nun aufgetauchten Plan zumindest erst einmal als Anhaltspunkt dafür nehmen, wie die fünf Milliarden Forint letztlich genutzt werden könnten.


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