Nachwuchsförderung ist strategisches Ziel der Landesselbstverwaltung – in diesem Sinne wählte die LdU 2014 wesentlich mehr Jugendliche als je zuvor in ihre Vollversammlung, und darum gründete sie im selben Jahr auch das erste Mal einen Jugendausschuss. Ab nun ist auch ein hauptberuflicher Mitarbeiter in der Geschäftsstelle tätig, der sich speziell und in erster Linie um die Angelegenheiten der Jugend kümmert. Dr. Hajnalka Gutai, Leiterin der Geschäftsstelle schrieb die Stelle aus, weil man der Ansicht war, dass ein junger Kollege die Koordinierung der jugendpolitischen Tätigkeit der Landesselbstverwaltung, die Vorbereitung und Abwicklung von verschiedenen Projekten im Jugendbereich, die Betreuung der Aufgaben des Jugendausschusses und die Unterstützung der Arbeit von ungarndeutschen Jugendorganisationen wohl am effektivsten bewältigen kann.

Der 28 Jahre alte Jugendreferent Károly Radóczy stammt aus Hartian, legte sein Abitur am Deutschen Nationalitätengymnasium in Budapest ab, und studierte Bauingenieurwesen als Bachelor- und Ingenieurwesen für Geodäsie und Geoinformation als Masterstudium an der Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universität zu Budapest. Im Nationalitätenbereich ist er bereits seit seiner Kindheit aktiv: nach Mitgliedschaften in mehreren örtlichen Kulturvereinen gründete er 2013 mit Freunden den Freundeskreis Schwäbischer Jugendlicher in Hartian; er wurde zum Vorsitzenden des Vereins gewählt. Seine bis dahin gesammelten Erfahrungen in der Organisierung von Veranstaltungen und in der Motivation von Jugendlichen, seine Teamfähigkeit und seine guten Kontakte mit deutschen Jugendlichen landesweit, wie auch seine guten Deutschkenntnisse und sein leidenschaftliches Interesse für die deutsche Nationalität in Ungarn verhalfen ihm zu dem Posten des GJU-Büroleiters. Nach fast einem Jahr verabschiedete er sich von diesem Job, weil sich die Gelegenheit bot, eine Stufe höher zu steigen und sich als Mitarbeiter der Geschäftsstelle der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen für dieselben Ziele einzusetzen.

„Für mich persönlich ist das eine sehr gute Möglichkeit, mich beruflich weiterzuentwickeln und weiterhin im Mittelpunkt der Geschehnisse zu bleiben. Und für die ungarndeutsche Jugend bedeutet das eine hervorragende Chance auf eine nie gesehene Zusammenarbeit“, meint Károly Radóczy über die neu geschaffene LdU-Stelle. „Unser Ziel ist, einen gehbaren Weg zu finden, um die Tätigkeit der verschiedenen landesweiten Jugendvereine mit einander abzustimmen, damit sie einander ergänzend arbeiten und eine starke und motivierte Nachwuchsgeneration erziehen.“

Károly hat vor, in der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher auch weiterhin aktiv zu sein, und gleichzeitig auch an den Programmen des Vereins für Ungarndeutsche Kinder mitzuwirken, um durch seine Person die Kooperation zwischen diesen beiden landesweiten Organisationen zu gewährleisten. Der Jugendreferent hat vor, ein gutfunktionierendes landesweites Netzwerk zu schaffen, um auch jene Jugendlichen zu erreichen, die diese ungarndeutschen Organisationen noch nicht kennen. „Immer mehr Jugendliche in diese Aarbeit einzubinden halte ich für sehr wichtig”, so Károly Radóczy. „Ich finde, das sollten auch immer mehr örtliche deutsche Selbstverwaltungen tun, da wir die Ideen, die Kreativität und die Begeisterung der Jugendlichen für unsere Zukunft unbedingt brauchen.”


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