Es gibt nur eine Handvoll Straßen in Budapest, deren Ruf ihrem Namen vorauseilt. Natürlich gehört der Andrássy út dazu, ebenso wie der Große Ring und die Restaurantmeile Ráday utca. Doch in den letzten Jahren hat sich auch die Pozsonyi út im Pester Stadtteil Újlipótváros ihren Status als Café- und Flanierpromenade verdient. Der Grund dafür ist nicht nur die günstige Lage nahe der Margareteninsel und dem Donauufer, die das ganze Jahr über von Spazier- und Müßiggängern frequentiert werden, sondern auch die vielen liebevoll eingerichteten Lokale in der Gegend. Es sind vor allem Cafés, die in der Pozsonyi út und ihren benachbarten Straßen wie Pilze aus dem Boden schießen. Bisher gab es zwar auch schon einige Restaurants, aber nichts, was mit den trendigen Lokalen der Innenstadt mithalten könnte.

Vor knapp einem Jahr machte es sich der Gastronom Attila Nemesvölgyi zur Aufgabe, diese Marktlücke zu schließen. Mit der Eröffnung des Restaurants Babka, gab er dem Viertel nicht nur eine einschlägige neue Adresse für internationales „Comfortfood“ und kulinarische Spezialitäten aus dem Nahen Osten, sondern auch eine Art gastronomische Begegnungsstätte.

Upcycling und Big Table Stories

Neben dem eingangs erwähnten Big Table, der Allein-Esser zusammenzubringen soll, aber natürlich auch ideal für große Gruppen ist, setzt das Babka dabei vor allem auf ein entspanntes Ambiente. Nemesvölgyi und sein Team haben viel Zeit und Liebe in die Einrichtung des Lokals gesteckt. Der Trick: Nichts passt richtig zusammen und trotzdem fügt sich alles zu einem harmonischen Ganzen. Das Interieur ist geprägt von bunten Wandfließen, antik wirkenden Ohrensessel, ganz unterschiedlichen Tischen, eine ganze Wand voller Radios aus dem letzten Jahrhundert und allerlei Schnickschnack, den Nemesvölgyi und Co. auf Flohmärkten gefunden und für ihre Belange aufpoliert und angepasst haben - „Upcycling“ nennt sich das und ist immer mehr ein Markenzeichen des neuen „urban Chic“.

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Doch nicht nur die gesellige Atmosphäre lockt vermehrt Menschen in das Lokal, das Babka punktet auch durch eine große Palette an Veranstaltungen: vom Musikevent vor der Radiowand bis zum monatlichen Gastroangebot „Big Table Stories“, bei dem Wissen zu gastronomischen Themen vermittelt und auch erprobt wird, beispielsweise bei einer Rumverkostung.

Schon mal was von Cocktail-Pairing gehört?

Wie bereits erwähnt, sind auf dem Menü des Babka zahlreiche Spezialitäten des Nahen Ostens zu finden, so etwa das Sabih, ein traditionelles Gericht aus Israel mit gebratener Aubergine, hart gekochten Eiern, Tahini und Salat. Statt im Pita wird das Sabih im Babka auf einer dicken Scheibe Sauerteigbrot serviert. Doch auch weitere Gerichte wie etwa der Curry-Hummus mit würzigen Hühnchen, das Gänse-Couscous, Taboulé, Mezze-Platten oder Schakschuka – ein Gericht aus pochierten Eiern und Ziegenkäse in pikanter Tomatensauce – dürften das Herz von Fans der arabischen und jüdischen Küche höher schlagen lassen. Daneben gibt es aber auch indische Currys und typisch ungarische Gerichte wie etwa die Kartoffelnudeln mit knusprigem Bacon, Zwiebeln und Tejföl (saure Sahne).

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Ein besonders schöner Anblick sind die im Kokotte, einem feuerfesten Schmortopf, servierten Spezialitäten. Obwohl es im Babka auch eine handverlesene Auswahl ungarischer Weine gibt, empfehlen hier die Kellner zu fast jedem Gericht Cocktails. Das sogenannte Food- und Cocktail-Pairing ist ein gastronomischer Trend, der bisher in Ungarn noch kaum Fuß gefasst hat. Um die Budapester von dem neuen Konzept zu überzeugen, geht Nemesvölgyi aufs Ganze und hat sich mit Thiago Souza einen der besten Bartender der Stadt ins Haus geholt. Souza versteht es geschickt, würzige Noten und Aromen aus den Speisen des Menüs in seinen Cocktails zu verarbeiten, um ein harmonisches Geschmackserlebnis zu garantieren, welches zum Teil sogar noch den Geschmack der Speisen intensiviert. Gerne berät der charmante Brasilianer auch am Tisch bei der Cocktailauswahl.

Natürlich gibt es auch eine Auswahl an süßen Kleinigkeiten, um ein Essen im Babka abzurunden. Einem dieser Desserts verdankt das Restaurant sogar seinen Namen: Der Babka nach einem Rezept aus Jerusalem ist eine jüdische Hefekuchenspezialität, die der französischen Brioche ähnelt. Der Babka wird aus ineinander verschlungenen Hefezöpfen gemacht und ist mit weiteren Leckereien, wie etwa Orangeat gefüllt und von einer Schicht Schokolade überzogen.

Fazit

In allererster Linie ist das Babka ein tolles Restaurant um Freunde zu treffen, sei es nun für einen kleinen Happen über den Tag, ein ausuferndes mehrgängiges Menü am frühen Abend oder ein paar stylische Cocktails vor dem Ausgehen. Doch auch das Kennenlernen neuer Leute, klappt hier recht gut. Die Wohlfühlatmosphäre und – dank zahlreicher Cocktails – gelöste Stimmung des Lokals und seines Teams überträgt sich im Handumdrehen auf seine Gäste. Dank des wohldurchdachten Raumkonzepts, das es ermöglicht, einen Teil des Gastraumes durch einen Vorhang abzutrennen, dürfte das Babka aber auch für informelle Businessmeetings, Workshops oder das nächste Teambuilding interessant sein.

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Babka

Budapest, XIII. Bezirk, Pozsonyi út 3

Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch, 11 Uhr bis Mitternacht, donnerstags 11 bis 1 Uhr, Freitag und Samstag 8 bis 1 Uhr, sonntags 8 Uhr bis Mitternacht

Reservierungen unter +36-1-789-9672

Weitere Informationen finden Sie unter www.babkabudapest.hu

Preise

Diverse kalte und warme Speisen: 900 bis 2.400 Forint

Mezze: 700 bis 2.600 Forint

Desserts: 500 bis 900 Forint

Drinks: 400 bis 1.000 Forint

Alle Cocktails je 1.500 Forint

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