Mit 93 Mitgliedsorganisationen aus 32 Europäischen Ländern ist die FUEN die größte europäische Dachorganisation autochthoner Minderheiten: sie setzt sich für die Interessen von insgesamt etwa 60 Millionen Menschen ein. 2008 rief die FUEN in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament das Europäische Dialogforum ins Leben, und zwar mit der Intention, den politischen Einfluss der Minderheiten zu verstärken. Am 18. Januar kam es in Straßburg zur jüngsten Sitzung des Forums. An dieser wurden die wichtigsten Projekte des vergangenen Jahres und die Aufgaben der bevorstehenden Zeit diskutiert. An der Beratung nahmen auch mehrere Abgeordnete des Europaparlaments teil; thematisiert wurde unter anderem auch die Frage, welche neuen Rollen die FUEN in der Förderung der Minderheitenpolitik und der minderheitenfreundlichen Regelungen der Europäischen Union übernehmen kann.


Am 20. Januar sprach der FUEN-Präsident Loránt Vincze vor den Mitgliedern der interfraktionellen Arbeitsgruppe „Traditionelle Minderheiten, nationale Gemeinschaften und Sprachen“ des Europäischen Parlaments über Mission, Projekte, und Aufgaben seiner Dachorganisation. Vincze hob in seiner Ansprache hervor, dass er nach wie vor allerlei finanzielle Förderungen hochschätze, jedoch hoffe, dass die Europäische Kommission die Wichtigkeit des Schutzes der Sprache und Kultur der autochthonen Minderheiten erkennt, und in diesem Sinne die Erhaltung und Weiterführung der dies unterstützenden Programme und Richtlinien verabschiedet. Ziel sei – so Vincze –, dass die Minderheiten Begünstigte und Teil der europäischen Politik werden. Die FUEN arbeite derzeit an zwei wichtigen Angelegenheiten – hieß es: einerseits solle ein System zur Beobachtung der Rechtsverletzungen gegen Minderheiten ausgearbeitet werden, andererseits solle die Zusammenarbeit der von Minderheiten bewohnten, bzw. minderheitenfreundlichen Regionen intensiviert werden.

Die Arbeitsgruppe würdigte die Tätigkeit der für die europäischen Minderheiten eintretende FUEN.

In der Vertretung der Ungarndeutschen nahm an den Beratungen auch Koloman Brenner als gewähltes Mitglied des Europäischen Dialogforums teil. Laut des Mitglieds der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen sei der Vorschlag der Arbeitsgruppe des Europäischen Parlaments, dass nämlich die FUEN konsultativen Status im Parlament bekommen solle, damit die Angelegenheiten der Minderheiten auch unmittelbar vertreten werden können, ein wichtiges Zeichen sowohl für europäische, als auch für ungarländische Minderheiten. Zudem habe der neue Präsident des Europaparlaments, der Italiener Tajani in seinem politischen Programm auf die Wichtigkeit der europäischen Sprachenrechte hingewiesen, weshalb man auf spürbaren Fortschritt hoffe, denn eine einheitliche europäische Norm hinsichtlich des Minderheitenschutzes fehle nach wie vor. Brenner verwies auch darauf, dass er vorgeschlagen habe, an der kommenden Sitzung des Europäischen Dialogforums die Lage der traditionellen nationalen Minderheiten mit dem wachsenden Problem der Migrantengemeinschaften verglichen zu diskutieren.

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