Der höchst selten verliehenen akademischen Ehrung, welche beispielsweise auch den letzten sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow ziert, wurden zuvor nur wenige Persönlichkeiten aus dem Westen teilhaftig, die sich um die wissenschaftlichen Kontakte mit Russland verdient mach(t)en: so James Willington, Direktor der Library of Congress (Washington) und der britische Zeithistoriker Gabriel Gorodetzky (Oxford) sowie der deutsche Historiker Jürgen Kocka (Berlin).

Nun also auch Stefan Karner, Vorstand des Instituts für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte sowie Gründer und Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgenforschung (BIK); ihn befand der Akademische Senat der RGGU wegen seiner herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und seines weit über das Übliche hinausreichenden Engagements zur Aufarbeitung der Geschichte Russlands und Österreichs für auszeichnungswürdig.

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In diesem Zusammenhang rühmte RGGU-Rektor Jewgenij N. Iwachnenko die enormen Verdienste des gebürtigen Kärntners Karner auf den Gebieten Wissenschaft, Kultur und internationale Beziehungen. Dabei wies er insbesondere auf die grundlegenden Forschungsprojekte zum „Wiener Gipfeltreffen von Kennedy und Chrustschow 1961“, zum „Prager Frühling 1968“ sowie zu den „Besatzungskindern“ der Nachkriegszeit hin, welche Karner (mit)initiierte. Österreich und Deutschland danken Stefan Karner, der auch Ko-Vorsitzender der österreichisch-russischen Historikerkommission ist, überdies die Aufklärung des Schicksals Hunderttausender Kriegsgefangener und internierter Zivilisten, die sich infolge des Zweiten Weltkriegs in sowjetischem Lagern befanden.

Davon zeugen unter anderem auch zwei Konferenzen zum noch immer nicht vollständig aufgeklärten Weg und physischen Ende des 1945 von den Sowjets aus Budapest verschleppten schwedischen Diplomaten und Judenretters Raoul Wallenberg. Doch letzthin konnte Karner seine endgültigen Ergebnisse zum Schicksal der erbarmungswürdigen Österreicherin Margarethe Ottillinger abschließend publizieren, die sich zehn Jahre in GULag-Gewahrsam befunden hatte. Was dem gebürtigen Kärntner Karner nach langwierigen intensiven Moskauer Archivstudien bei innerer Anteilnahme eine außerordentliche Genugtuung verschaffte, wie er unlängst, darob glücklich, bekundete.

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