Dass nachhaltiger Erfolg weder nach Rezept erzielt werden kann, noch allein eine Frage von Glück ist, erläuterte Jost Lammers Anfang November im Rahmen seines Vortrags zum Thema „Change Management“ vor Studierenden der Andrássy-Universität. Schon der Beginn der Erfolgsgeschichte des Franz Liszt-Flughafens war ungewöhnlich – zu seiner Zeit die teuerste Flughafenprivatisierung überhaupt. Und ebenso wie die Luftfahrtbranche weltweit, so hat auch der Budapester Flughafen seitdem einen vielgestaltigen Wandel durchgemacht.

Wie tief manche Ereignisse den Wandel beeinflussen, weiß Jost Lammers am Beispiel des 3. Februar 2012 zu erläutern: Seit 6 Uhr hob keine Maschine der Malév mehr ab. Zwar hatte die ungarische Fluggesellschaft bereits in den Jahren zuher mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Doch war der plötzliche Wegfall von nahezu 40 Prozent der Flüge ein Ereignis ganz außergewöhnlichen Ausmaßes. Hier galt es, an mehreren Fronten gleichzeitig dem Interesse einer Vielzahl von Stakeholdern und Kunden zu begegnen, und dies unter extrem hohem Zeitdruck. „Wir mussten damals alles gleichzeitig machen“, erinnert sich Lammers. In dieser Extremsituation zahlte sich aus, dass er ein gut vorbereitetes Team um sich hatte. In den Monaten zuvor hatte man eine Vielzahl an alternativen Szenarien durchgespielt, auch den worst case. Nicht zuletzt durch diese Vorbereitungsmaßnahmen konnte der Betrieb für die Fluggäste innerhalb kürzester Zeit wieder auf ein „normales Niveau“ gebracht werden.

Sicher aber ging diese Change-Management-Leistung über ein reines Krisenmanagement hinaus. Dies lässt sich deutlich an den Wachstumszahlen ablesen, die andere Flughafen vor dem Hintergrund des Wegfalls des National Carriers verbuchen. Auf diese Nachhaltigkeit ist Lammers besonders stolz. Der Budapester Flughafen ist nicht allein über die Krise hinweggekommen, sondern zeigt ein langfristig nachhaltiges Wachstum. „Die wichtigste Aufgabe ist es jetzt, den Wandel konsequent weiterzuführen“, unterstreicht Lammers.

Über das Fallbeispiel zum Change-Management hinaus zeigte der CEO, dass ein Flughafen ein hoch komplexer Dienstleister ist. Nicht nur hinsichtlich der Fluggesellschaften und der bedienten Destinationen müssen Lammers und sein Team für eine „stabile Mischung“ sorgen. Es gilt auch, erstklassige Gastronomie, Shopping, Sicherheit und Sauberkeit rund um die Uhr zu gewährleisten. Von daher profitiert der Flughafen heute davon, dass dessen Manager nicht nur aus der Luftfahrtbranche, sondern aus einer Vielzahl von Branchen stammen. Der Vortrag wurde von den Studierenden mit großer Begeisterung aufgenommen. Im Anschluss daran gab es noch eine angeregte Diskussion.

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