Die Suche nach neuen Themen fällt Dr. Marie-Theres Thiell dabei keineswegs schwer, im Gegenteil. Aus ihrem Berufsalltag kennt sie mehr als ein Beispiel dafür, dass gerade der Wandel eine der wenigen Konstanten darstellt. Kein Monat, in dem es nicht neue Herausforderungen zu bewältigen gäbe. Und man kann ihr die Begeisterung anmerken, wenn sie über die Suche nach neuen Lösungen, Innovationen und ganz konkrete Fragen der Mitarbeiterführung berichtet: „Ich habe einfach Spaß bei meiner Arbeit!“ Diese Begeisterung übertrug sich auch auf die Zuhörerschaft, die einen Blick hinter die Kulissen der Energiewirtschaft werfen durfte. Dabei wurde recht schnell klar, dass es um mehr als bloße Energievorsorgung geht.

Innogy genießt als Marke Elmű oder Émász in Ungarn zwar einen 100-prozentigen Bekanntheitsgrad. Dies wohl vor allem deswegen, weil die Post jeden Monat die Rechnung für über zwei Millionen Kunden ins Haus trägt. Dr. Thiell zeigte in ihrem Vortrag, dass sich hinter dem Label auf der Rechnung ein hoch komplexes Unternehmen verbirgt, welches sich bewusst dem Wandel stellt und mit innovativen Lösungen zur Veränderung bereit sei. Anders als von vielen vielleicht wahrgenommen sei Energiewirtschaft tatsächlich „alles andere als langweilig“.

„Ein Unternehmen von morgen sieht völlig anders aus als ein Unternehmen von heute.” So würden Innovationen und neue Technologien den Kern zukunftsorientierter Strategien bei innogy bilden. An erfolgreichen Beispielen mangelt es dabei nicht. Von der Inspektion von Photovoltaikanlagen durch Drohnen bis zu multifunktionalen Lichtmasten – „innogized lightning” – als Teil von „Smart City-Konzepten“ dreht sich heute alles um die Nutzung des Potenzials von Digitalisierung und Vernetzung. Mit dieser technik- und innovationsgetriebenen Strategie reagiere innogy auf den Megatrend der Urbanisierung.

So sei es eines der wichtigsten Ziele, „innovative und integrierte Lösungen zu finden, die die Lebensqualität und Arbeit in Megacitys verbessern.” Der rasche Wandel und Digitalisierung mache Führung in modernen Unternehmen allerdings auch immer komplexer: „Heute verkaufen wir Energie. Was wir in fünf bis zehn Jahren verkaufen, wissen wir vielleicht nicht so genau.” Frau Dr. Thiell schien durch diese Einsicht allerdings mehr beflügelt als besorgt. So verwundert es nicht, dass das an den Vortrag anschließende Gespräch mit den Studierenden noch angeregt bis in die späten Abendstunden fortsetzte.
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