Unter dem Motto „Karriere und Vielfalt bei Henkel“ ging Dr. Fábián, die von Forbes Ungarn auf den dritten Platz der einflussreichsten Frauen im Land gewählt wurde, zunächst auf die Geschichte des Familienunternehmens ein, das dieses Jahr sein 140-jähriges Jubiläum feierte. Mit der Feststellung, dass es ausgerechnet „ein Mann war, der Waschmittel entwickelte“, nämlich Fritz Henkel, der 1876 die Waschmittelfabrik in Aachen gründete, sorgte sie in der anschließenden Fragerunde für Heiterkeit.

Nachhaltigkeit wird bei Henkel groß geschrieben

Dr. Fábián betonte, dass die Familie Henkel noch heute das Fundament sei, auf dem die Werte des Unternehmens aufbauen, insbesondere was den Aspekt der Nachhaltigkeit betrifft. Seit Jahren wird Henkel im ´Dow Jones Sustainability Index´ in der Kategorie Konsumgüter dafür ausgezeichnet, nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit zu wirtschaften. Ein Pritt-Stift etwa, verriet Dr. Fábián, sei zu 90 Prozent recyclebar. Da er oft von Kindern benutzt wird, ist er zudem lösemittelfrei, PVC-frei und entspricht der Europäischen Spielzeugrichtlinie. Klebstoffreste auf Bekleidung können bei niedrigen Temperaturen ausgewaschen werden.

Kontinuierliches Wachstum

Zu den Zielen des Unternehmens, das mit seinen Klebstoffprodukten weltmarktführend ist, gehöre es, kontinuierlich zu wachsen und den globalen Markt zu erschließen – in den USA sei es durch Akquisitionen bereits gelungen, das zweitgrößte Waschmittelunternehmen zu werden.

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Dr. Ágnes Fábián, Geschäftsführerin der Henkel Magyarország Kft.: „Ich bin aufgrund meiner Leistungen in dieser Position, nicht weil ich es mir so ausgesucht habe, als Frau auf die Welt zu kommen.“ (Foto: AUB / István Bielik)

Kontinuierlicher Wachstum und Entwicklung, das sei auch im Bereich der Karriere sehr wichtig, betonte Dr. Fábián. Anhand ihrer persönlichen Erfahrungen aus 20 Jahren Mitarbeit bei dem Unternehmen – „bei all den spannenden Rollen, die ich bei Henkel bereits innehatte, fühlt es sich so an, als hätte ich bei fünf oder sechs verschiedenen Unternehmen gearbeitet“ – und zahlreichen Beispielen der Förderung von jungen Talenten, machte sie auf die vielfältigen Karrieremöglichkeiten aufmerksam.

Von einjährigen Praktikumsprogrammen, dem Online Weiterbildungspool ´Henkel Global eCademy´ über das Förderprojekt für junge Nachwuchsführungskräfte ´EXCEED´ bis hin zu dem Programm ´Triple2´, bei dem Mitarbeiter Erfahrungen aus zwei verschiedenen Rollen, zwei verschiedenen Geschäftsbereichen und zwei verschiedenen Ländern sammeln können – Karriereförderung wird bei Henkel groß geschrieben. Voraussetzung sei „dass man dazu bereit ist, den einen Schritt mehr zu gehen“ so Dr. Fábián.

Henkel ist auch in Sachen Diversität ein fortschrittliches Unternehmen

Auch in Bezug auf Diversität, einem der beiden Schwerpunkte des Vortrages, sei Henkel ein sehr fortschrittliches Unternehmen: in den wichtigen Führungspositionen seien Frauen und Männer gleichermaßen vertreten. Auch was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrifft, so gehe Henkel und vor allem sie persönlich mit gutem Beispiel voran. Als Mutter zweier Söhne gelinge es ihr, beide Rollen unter einen Hut zu bekommen: „Man muss nur beides lieben“.

Die Geschäftsführerin betonte auch, dass es sehr wichtig sei, dass Frauen ihre Fähigkeiten, zu denen besonders Teamfähigkeit, Empathie und Ausgeglichenheit zählen, als Mehrwert in ein Unternehmen miteinbringen. Sie selbst werde immer wieder darauf angesprochen, wie sie es als Frau in eine so hohe Position geschafft habe. Diese und ähnliche Fragen könne Dr. Fábián schon nicht mehr hören: „Ich bin aufgrund meiner Leistungen in dieser Position, nicht weil ich es mir so ausgesucht habe als Frau auf die Welt zu kommen.“ Die richtige Frage müsste, egal ob Mann oder Frau, so lauten: „Was muss ich tun, um Karriere zu machen?“

Als Antwort darauf legte sie es den Zuhörern ans Herz, bei sich selbst anzufangen und bei allem was man tue, den einen Schritt mehr zu gehen.

Im Rahmen der Vortragsreihe „Internationales Management“ geben an der Andrássy Universität dieses Semester neun Topmanager aus der Region unmittelbaren Einblick in die Herausforderungen der Unternehmensführung. Orientiert an den Themen „Diversität“, „Unsicherheit“, „Führung in multikulturellen Kontexten“ und „Change“ profitieren so auch die Studierenden von dem Ziel der Universität, enger mit Unternehmen zu kooperieren und greifbare Praxisnähe zu bieten. Alle interessierten Zuhörer, also nicht nur AUB-Studenten, sind herzlich willkommen, an den Vorträgen dieser Reihe teilzunehmen.

Dr. rer. pol. Jörg Dötsch, Universitätsdozent am Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik und Beauftragter des Rektors für Wirtschaftskontakte.

Die nächsten Termine der Reihe:

11.10 Dr. Marie-Theres Thiell, CEO der Elmű/Émász-Gruppe

25.10 Jürgen Grunert, bis vor kurzem Member of Management Board der IT Services Hungary Ltd., Vice President Finance & Controlling

08.11 Jost Lammers, CEO der Budapest Airport Zrt.

15.11 Lajos Hernádi, Geschäftsführer der OBO Bettermann Kft.

22.11 Dr. Arne Gobert, CEO von Gobert & Partners, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Wirtschaftsclubs Ungarn

29.11 Dale Martin, CEO der Siemens Zrt. sowie Präsident der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer

Konversation

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