Am Samstag kurz vor 23 Uhr kam es im VI. Budapester Stadtbezirk, an der Ecke Teréz körút, Király utca an der Großen Ringstraße zur Detonation einer selbstgebastelten Bombe. Zwei Streifenpolizisten wurden danach schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Eine 23-jährige Polizistin befand sich anfänglich in Lebensgefahr, ihr Zustand wurde aber ebenso wie der ihres 26-jährigen Kollegen mittlerweile stabilisiert. Verdächtigt wird ein junger Mann, der ganz offenbar gezielt diese Polizisten töten wollte. Durch die heftige Detonation wurden mehrere Autos beschädigt, ebenso Fensterscheiben umliegender Wohnungen sowie Schaufenster. Landespolizeipräsident Károly Papp sagte auf einer Presse konferenz am Sonntagabend: „Meine Polizisten waren das Ziel des Anschlags.“

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Landespolizeipräsident Károly Papp auf einer Pressekonferenz am Sonntagabend: „Meine Polizisten waren das Ziel des Anschlags.“

Die Untersuchungen der Polizei laufen nun auf Hochtouren. Sie sucht einen ca. 170 cm großen Mann von ca. 20-25 Jahren. In der Umgebung der Explosion wurden viele Nägel gefunden, was auf eine Nagelbombe hindeutet. Bence Tuzson, Staatssekretär für Regierungskommunikation im Kabinettbüro des Ministerpräsidenten, bat alle um ein verantwortungsvolles Verhalten, damit die Ermittlungen nicht beeinträchtigt werden. „Ideologische und insbesondere islamistische Motive gelten nach dem jetzigen Kenntnisstand als unwahrscheinlich“, erklärte der sozialistische Vorsitzende des Ausschusses für Nationale Sicherheit, Zsolt Molnár (MSZP), am Montag im Parlament.

Der Vorsitzende des Ordnungsausschusses im Parlament, Lajos Kósa (Fidesz), fügte hinzu, die Spekulationen im Internet und in den Medien hätten keine reale Grundlage, es gebe keinen Grund zur Panik. Die Ausschüsse tagten am Montagmorgen hinter verschlossenen Türen. Am Nachmittag veröffentlichte die Polizei Aufnahmen vom mutmaßlichen Täter der die Deto nation der selbstgebastelten Bombe ferngesteuert auslöste sowie einige Überwachungsvideomitschnitte. 65 Stunden nach der Explosion äußerte sich auch Premier Viktor Orbán. Dem staatlichen Fernsehsender M1 gegenüber sagte er am Dienstag: „Es gibt keinerlei Anhaltspunkt dafür, dass es einen Zusammenhang zwischen der Migrationskrise und der Explosion am Samstagabend gibt, Polizisten waren das Ziel des Anschlags.”

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Solidarität mit den Opfern: „Wir sind mit euch“.

Generalstaatsanwaltschaft bittet um Mithilfe

Augenzeugen sollten sich bitte bei der Ermittlungsbehörde melden, zudem bittet die Generalstaatsanwaltschaft um die Aufbewahrung von Videoaufnahmen vom 24. und 25. September, die in der Umgebung entstanden sind. Zudem sollten sich diejenigen Bürger melden, die sich auf der Videoaufnahme, die am 26. September veröffentlicht wurde, wiederkennen und deren Zeugenanhörung noch nicht erfolgt ist. Besonders wird die Meldung einer Frau erwartet, die ein paar Sekunden vor der Explosion an den beiden Streifenpolizisten vorbeispaziert ist. Meldungen werden nonstop unter den kostenlosen Polizeitelefonnummern (06-80) 620-107 oder (06-80) 555-111, aber auch unter den Notrufnummern 107 und 112 sowie persönlich in jeder Polizeiwache entgegengenommen. Die Landespolizeikommandantur hat eine Ergreifungsprämie von 10 Mio. Forint ausgesetzt.

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