Das junge Design Terminal hat bereits eine interessante Laufbahn hinter sich: wie hvg.hu in einem Artikel am 31. August erinnerte, hatte dessen Gründung noch Péter Medgyessy 2003 verkündet, doch selbst der nach Ferenc Gyurcsány 2009-2010 regierende Gordon Bajnai konnte die staatliche Kreativagentur nicht der Öffentlichkeit übergeben. Als der heutige Geschäftsführer Gergely Böszörményi-Nagy Interesse an der Leitung der Agentur bekam, wurde sie 2012 zu einem Regierungsinstitut mit jährlich bis zu 600 Millionen Forint staatlicher Förderung aufgewertet, bevor sie 2014 ihre Tätigkeit aufnahm.

Seither ist das erklärte Ziel der Agentur, möglichst vielen erfolgreichen heimischen Unternehmen mit hoher Wertschöpfung zum globalen Markteintritt zu verhelfen. Die Dienstleistungen des Design Terminal – u.a. auf den Gebieten Geschäftskompetenz-Entwicklung, internationale Marktvalidierung und Investorenmediation – erfolgen übrigens völlig kostenfrei. Nicht umsonst ehrte die Europäische Kommission die Aktivitäten der Agentur 2015 mit einem Europäischen Unternehmensförderpreis.

Laut frei zugänglichen Daten haben seit 2014 stolze 799 Firmen der Kreativindustrie die Dienste der Agentur zur Unternehmensentwicklung in Anspruch genommen. Daneben gibt es auch eigene Projekte und Veranstaltungen, z.B. zur Schaffung eines modernen Budapest Brand oder dem „Brain Bar Budapest“ genannten Festival, das Ungarns Hauptstadt und Kreativindustrie in den internationalen Diskurs der Tech-Kultur einklinken möchte.

Neuer Besitzer ein vielseitiger Manager

Während zu Beginn dieses Jahres das Design Terminal noch auf der Liste der „bedrohten Staatsinstitutionen“ stand (also aus Einsparungsgründen geschlossen werden sollte; wir berichteten über die Pläne von Minister János Lázár), nahmen die Dinge mit dem Verkauf der dahinter stehenden staatlichen Non-Profit-Gesellschaft Üzleti és Kulturális Tehetséggondozásért Nonprofit Kft. an einen regierungsnahen Privateigentümer einen anderen Lauf.

János Csák war nicht nur 2011-14 Ungarns Botschafter in London, sondern ist auch ein vielseitiger Manager und Berater in der internationalen Wirtschaft: so war er u.a. Berater bei der Ameritech Cooperation (heute AT&T) in Chicago, CFO der Matáv Rt. (heute Magyar Telekom), Vorstand der MOL Rt., Vorstandsmitglied und später -vorsitzender der Westel Mobil Távközlési Rt. (heute Teil der Magyar Telekom), Geschäftsführer der CreditAnstalt Investment Bank Corporate Finance Beratungs- GmbH in Wien sowie Eigentümer des Helikon Buchverlags und des Wochenmagazins Heti Válasz. Heute ist er Vorstandsmitglied im mitteleuropäischen Zentrum der Bank of China und dem ungarischen Pharmaunternehmen Richter Gedeon Nyrt.

Früher befand sich das Design Terminal am wohl zentralsten Punkt der Pester Innenstadt, dem Erzsébet tér, genauer im Gebäude des früheren Busbahnhofs (daher auch der Name „Terminal“). Das Gebäude, das weiterhin im staatlichen Besitz bleibt, ist aber nicht mehr das Zuhause der Agentur, vor zwei Monaten zog sie an den Kálvin tér.
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