„Mode ist vergänglich. Stil niemals“, sagte einst Coco Chanel, Begründerin des gleichnamigen Modehauses. Und tatsächlich: Die Kleidungsstücke auf den Bildern der Wanderausstellung „Women in Chanel“ sind mehr als nur der Trend dieser Saison, sie sind für sich genommen bereits zeitlose Kunstwerke. Diese nutzt das Fotografieduo Péter und Ingela Klemetz Faragó, um in ihren Bildern intime, poetisch anmutende Geschichten zu erzählen. Dabei achten sie angefangen bei der Wahl der zumeist namhaften Models und der Outfits bis hin zu den ungewöhnlichen Kompositionen und der Beleuchtung auf kleinste Details: In Schwarz-Weiß, aber auch in blasse Farben getaucht, wirken die abgelichteten Damen im Endergebnis etwa wie Prinzessinnen aus einem Märchen, überweltliche Erscheinungen oder herrische Femme fatale. Die Bilder zelebrieren die Königsdisziplin der Fotografie, das Portrait, zeigen aber auch ganze Szenerien mit folkloristischen Motiven sowie die malerische Schönheit des ländlichen Lebens.

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Bereits 2010 kreierten der aus Szekszárd in Südungarn stammende Fotograf Péter Faragó und seine schwedische Gattin Ingela Klemetz Faragó in enger Zusammenarbeit mit dem französischen Modehaus die Bildserie „Northern Women in Chanel“. Dabei durfte das renommierte Duo sich frei bedienen aus dem unsagbar großen Fundus der Haute-Couture-Stücke und der Prêt-à-porter-Kollektionen von Karl Lagerfeld für das Haus Chanel. Dank des immensen Erfolges, den sowohl die Veröffentlichung eines Bildbandes sowie die begleitende Fotoausstellung einbrachten, mündete diese Zusammenarbeit 2015 in eine Fortsetzung des Kunstprojektes unter dem Titel „Women in Chanel“. Im Gegensatz zu den Projektanfängen, für die die Faragós vor allem Models aus dem nordischen und baltischen Raum rekrutierten, weiteten sie mit „Women in Chanel“ ihren geografischen Fokus auf Mittel- und Osteuropa aus. Dabei konnten sie auch bekannte Models aus Ungarn zur Teilnahme bewegen, beispielsweise Barbara Palvin, die 2010 ihr Laufstegdebüt für Prada gab und derzeit zu den erfolgreichsten Models des Landes gehört, aber auch Enikő Mihalik und Axente Vanessa.

Noch bis Anfang September in Budapest zu sehen

Bereits mit vier Jahren begann der ungarischstämmige Péter Faragó mit seiner ersten Kamera zu experimentieren, als er später eine professionelle Karriere im Bereich Fotografie anstrebte, gehörten künstlerische Abzüge von Damen im edlen Zwirn schon früh zu seinem Repertoire. Einige seiner Aufnahmen zierten schon die Coverseiten der Vogue Russland. Ingela Klemetz Faragó hingegen kommt fachlich eigentlich aus der Musikindustrie, etablierte sich in den letzten Jahren jedoch vor allem als Stylistin. Das Paar wird heute als eines der kreativsten Teams im Bereich der Modefotografie gefeiert.

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Die Fotografien in der Wanderausstellung „Women in Chanel“ gilt es in Budapest noch bis zum 11. September im Ludwig Museum zu bestaunen. Dabei wurden aus den 200 Fotografien, die im März dieses Jahres in Form eines Bildbandes erschienen, 30 ausgewählt. Diese werden als großformatige Abzüge präsentiert. Zusätzlich bereichern 82 Fotografien aus der Bildserie „Northern Women in Chanel“ sowie exklusive Filmaufnahmen über die Zusammenarbeit mit Model Barbara Palvin die Budapester Ausstellung.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich das renommierte Museum für zeitgenössische Kunst mit der Modeindustrie auseinandersetzt. Auch in der Vergangenheit hatte das Ludwig Museum bereits erfolgreich die Arbeiten einflussreicher Modefotografen, wie etwa Cecil Beaton, Helmut Newton oder Martin Munkácsi im Rahmen von Soloausstellungen einem großen Publikum zugänglich gemacht.

Katrin Holtz

Ludwig Museum

Budapest, IX. Bezirk, Komor Marcell utca 1

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag zwischen 10 bis 20 Uhr

Eintritt: 2.400 Forint / ermäßigt 1.200 Forint

Weitere Informationen unter www.ludwigmuseum.hu

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