Wer um die Mittagszeit herum eine der beiden Fruccola-Filialen besucht, dem dürfte zuerst die lange Schlange, die sich bis vor die Türen des Lokals bildet, auffallen. Gerade das Fruccola am Kristóf tér nahe der beliebten Einkaufsmeile Váci utca gehört zu den beliebtesten Anlaufpunkten für eine gesunde Mittagspause. Für den Erfolg sorgen die vielfältige Auswahl, die günstigen Preise und der schnelle Service.

Schnellrestaurant für Gesundheits- und Umweltbewusste

Das Innere des Fruccola dominiert eine lang gestreckte Theke, funktionelles Mobiliar und zahlreiche Dekorationen aus recycelten Materialien. Verschiedene Elemente, wie etwa Gläser, Verpackungen und Mitarbeiterkleidung, die das Branding des Restaurants ziert, erinnern zwar zunächst an eine jener global operierenden Fast-Food-Ketten, doch eigentlich handelt es sich bei Fruccola um ein kleines, ungarisches Familienunternehmen mit rund 40 Angestellten. Gegründet wurde es 2008 mit der Eröffnung der ersten Fruccola-Filale an der Arany János utca von Petra Saás, einer Budapester Glasdesignerin, die auf der Suche nach gutem, gesundem und ökologisch bewusstem Essen in Budapest auf eine große Marktlücke stieß. Spätestens 2011 mit der Eröffnung der zweiten Filiale am Kristóf tér war auch Eheman Péter Tausz an Bord.

#

Auch leckere, frische Sandwiches zum Mitnehmen gibt es im Fruccola

Von Anfang an war Fruccola ein Vorreiter an der Gastrofront, erzählt Péter Tausz, so etwa im Falle der biologisch abbaubaren Produktverpackungen, denn vom Trinkbecher, über die Salatbox bis hin zum Sandwichpapier ist hier alles kompostierbar. Weiterhin versucht das Lokal, seine Zutaten regional und aus ökologischem Anbau zu beziehen. „Unsere größte Herausforderung ist dabei die ständige Suche nach Lieferanten, die unsere Werte teilen.“ Um ihren ökologischen Fußabdruck weiter zu reduzieren, greift Fruccola – wo es geht – sogar auf Anlieferung durch einen lokalen Fahrraddienst zurück.

Preiswert dank hoher Absatzzahlen

Obwohl die „Geiz-ist-geil"-Mentalität mittlerweile oft hinterfragt wird, spielt aber gerade in Ungarn der Kostenfaktor immer noch die entscheidende Rolle beim Konsumverhalten: „Uns war klar, dass wir mit einem Konzept wie dem unseren in Ungarn nur durch hohe Absatzzahlen erfolgreich sein können“, erklärt Tausz, „denn nur so können wir Essen anbieten, das für eine breite Masse der Ungarn bezahlbar ist und gleichzeitig hochqualitative, fair gehandelte und nachhaltig angebaute Zutaten enthält.“

#

Grab 'n' Go - Frische zum Mitnehmen

Daher entspricht das Konzept der Kette mit seinen über 400 verkauften Portionen pro Tag eher dem eines Schnellrestaurants: Bestellt und bezahlt wird an der Theke, Produkte werden schnell zubereitet und die Gäste verweilen oft nur kurz. Den Gegensatz zum Fast-Food-Restaurant“, erklärt Tausz, „macht vor allem die Frische und Qualität der Speisen aus und, dass statt in Pappschachteln das Essen wie auch im richtigen Restaurant von Porzellan gegessen wird. Das Konzept nennt sich „fast casual food“ und stammt laut Tausz aus den USA.

Es gibt auch Fleisch

Der Fokus der angebotenen Speisen liegt auf gesundem Obst und Gemüse und einigen Supergetreiden, wie Couscous und Co. Zwar werden auch zahlreiche Fleischbeilagen angeboten, aber in bekömmlichem Maße. Außerdem werden viele vegetarische und vegane Optionen offeriert, ebenso wie gluten- und laktosefreie Gerichte. Darüber, ob das wirklich gesünder oder nur eine Mode ist, lässt sich streiten, doch Fruccola bildet damit die Lebenswirklichkeit vieler Menschen ab.

#

Alle Speisen werden frisch vor Ort zubereitet.

Das Lokal öffnet bereits morgens um sieben und bietet eine besonders reichhaltige Frühstücks- und Brunchauswahl an: Dazu gehören beispielsweise frisch zusammengemixte Müslis, Omeletts mit viel Gemüse oder auch Pancakes mit Banane, Zimt und Ahornsirup.

Über den Vormittag bringen einen die fortwährend frisch im Laden zubereiteten Sandwiches und das große Kühlregal mit den „Grab and go“-Produkten, wie etwa Tapiokapuddings, kleine Gemüse- und Fruchtsalate sowie leckere Säfte, Limonaden und Smoothies. Unter Letzteren sei besonders der Ananas-Spinat-Smoothie mit Koriander, Zitrone und Orangensaft hervorgehoben – der Genuss des grünen Gesundheitsboosters wirkt besonders an heißen Sommertagen geradezu belebend.

#

Richtig lecker sind insbesondere die fruchtigen Smoothies.

Ab 11.30 Uhr bis abends wird in den Lokalen Mittagessen angeboten. Dafür stehen neben einer Á-la-carte-Auswahl auch saisonal wechselnde Menüs und eine große Salatbar zur Verfügung. Am Nachmittag ab 16 Uhr locken beide Filialen mit einem unschlagbaren Kaffee-und-Kuchen-Angebot für 990 Forint.

Fazit

Fruccola verbindet: Wenn sich Fleischesser und Vegetarier, Glutenunverträgliche und Brotenthusiasten bisher treffen wollten, zog einer notgedrungen immer den Kürzen. Fruccola hingegen bietet jedoch eine zufriedenstellende Auswahl für alle an. Statt sich im Stellungskampf der Diätphilosophien zu verschanzen, kann man sich hier gegenseitig einen guten Hunger wünschen. Dass Fruccola dabei so viel mehr ist, als nur ein Restaurant, und sich beispielsweise in Kooperation mit der Budapest Bike Maffia oder der Food Bank Hungary für die Rettung von übrig gebliebenen Lebensmitteln, aber auch für zahlreiche weitere soziale Projekte einsetzt, ist für moderne, bewusste Konsumenten die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

#

Zum Nachtisch gibt es unter anderem Tapiokapudding.

Fruccola

Budapest, V. Bezirk, Arany János utca 32

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 7 bis 19 Uhr

Budapest, V. Bezirk, Kristóf tér 3

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 7 bis 21 Uhr, samstags 8 bis 21 und sonntags 8 bis 17 Uhr

Anfragen unter +36 1 430 6125 oder hello@fruccola.hu

Weitere Informationen finden Sie unter www.fruccola.hu

Preise

Frühstück und Brunch: 320 bis 1.790 Forint

Sandwiches: 590 bis 1.190

Hauptspeisen: 990 bis 2.290

Säfte, Joghurtdrinks und Shakes (0,3 Liter): 540 bis 1.050 Forint
Konversation

ÄHNLICHE BEITRÄGE
25 Jahre Commerzbank Zrt.

Dynamisches Wachstum

Geschrieben von Jan Mainka

1993 gründete die Commerzbank AG als eine der ersten westeuropäischen Banken in Ungarn eine…

Die Regierungsseite / Kommentar zum Sargentini-Report

Judith Sargentini ist eine Marionette

Geschrieben von Magdolna Gedeon

Dass die Abgeordnete nicht einmal das Gespräch mit der ungarischen Regierung suchte, verrät schon…

Parkhotel Csipkerózsa bei Szeged

Erholung und Luxus in Südungarn

Geschrieben von Cornelia Rückriegel

Man denkt, man ist im Nirgendwo gestrandet: Die etwa 25 Kilometer von Szeged entfernte Gemeinde…