Vakvarjú Beach, Le Bistro oder BelD’or – alles bekannte Restaurants und Imbissstuben, die wohl bald der Vergangenheit angehören werden. Und auch die Laufbahn, die bei Jugendlichen, Familien und Senioren gleichermaßen beliebt ist, könnte in Zukunft verschwinden. Das Antlitz des Damms soll sich komplett ändern.

Moderne im Wasser

Denn der Kopaszi gát soll zu einem Stadtviertel umgebaut werden, in dem nicht nur viele wohnen, sondern auch ebenso viele arbeiten können. Nach dem Verkauf 2015 ist es das derzeitige Ziel der neuen Besitzer, Wohnungen und Bürohäuser der gehobenen Kategorie zu errichten, und so ein komplett neues Straßenbild zu erschaffen. Hotels, Boutiquen und Geschäfte sollen hier zu einer Stadt in der Stadt heranwachsen – samt sogenannten Smart City-Lösungen wie beispielsweise einer Tiefgarage, die mit einer speziellen App gesteuert werden kann, und so den Komfort für die potentiellen Bewohner und Besucher des Kopaszi gát erhöhen soll.

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Privatgarten statt Volkspark? Das Schicksal des Kopaszi Gát ist ungewiss

Die Bewerbung für die geplanten Immobilien ist jetzt bereits möglich. Die Market Építő als neuer Eigentümer verspricht zudem die Erhaltung von mehr als 60 Prozent der vorhandenen Grün- beziehungsweise Wasserfläche. Die Größe der Gebäude soll dabei variieren – nicht so die Höhe des geplanten Turms: die etwa 120 Meter sind nahezu fix. Das gefällt vielen Budapestern allerdings ganz und gar nicht, ist die Metropole doch für ihr ausgewogenes Stadtbild ohne große Einzelgebäude und Hochhäuser bekannt und geschätzt.

Auch die Politik ist überzeugt

Der unter dem Namen BudaPart bekannte Projektentwurf liegt dabei in Händen von Property Market – einem Unternehmenszweig der Besitzer, der ausschließlich für die Realisierung der Umgestaltung des Kopaszi gát verantwortlich ist. Im Gegensatz zu vielen Budapestern scheint Tamás Hoffmann, der Bürgermeister des XI. Bezirks, Gefallen an dem Projekt gefunden zu haben. „Mit dieser Entwicklung könnte nun ein langgehegter Wunsch Wirklichkeit werden: nach Jahrzehnten haben die Újbudaer Bürger die Möglichkeit, das Gebiet von Lágymányosi wieder benutzen zu können – und das vor allem im Hinblick auf neuen Wohnraum und Einkaufsmöglichkeiten.“

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Das mit der Planung von BudaPart beauftragte dänische Architektenbüro Adept blickt hier ebenfalls positiv auf die Rundumerneuerung – nicht weiter verwunderlich. Geschäftsführer Anders Lonka formuliert das so: „Ganz nach unserem Firmencredo nehmen wir grundsätzlich nur an Projekten und deren Planung teil, von denen wir zu 100 Prozent überzeugt sind, und die uns darüber hinaus auch herausfordern. Das sehen wir in BudaPart gegeben, denn wir glauben an das Konzept eines neuen Stadtviertels am Ufer der Donau.“

Das im Jahr 2006 gegründete Unternehmen plante bis dato einige auch international anerkannte Umstrukturierungen von Stadtteilen, so zum Beispiel die Gestaltung des Royal Seaport in Stockholm. Diese Erfahrung und das Renommee waren dann wohl auch der entscheidende Faktor für den Zuschlag durch die Eigentümer – unter anderem auch vor ungarischen Mitbewerbern.

Es bleibt beim Alten – vorerst

Die Meinungen bleiben gespalten: Bewirkt der geplante Umbau eine Aufwertung des Kopaszi gát – für potentielle Mieter der neuen Immobilien wie auch für Besucher – oder schreckt er doch eher die Stammgäste ab, die gerade die familiäre Atmosphäre schätzen? Bis zur Verwirklichung des Projekts vergehen voraussichtlich noch bis zu zehn Jahre. Es bleibt also noch etwas Zeit, den Kopaszi gát in seiner jetzigen Form zu genießen.

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