Island war durch einen umstrittenen Elfmeter kurz vor der Pause in Führung gegangen. Die ungarischen Fans empörte die Entscheidung des russischen Schiedsrichters, dabei patzte Torhüter Király eindeutig und traf auch Verteidiger Kádár nicht den Ball. (Vielleicht war es nur ausgleichende Gerechtigkeit, nachdem Österreich gegen Ungarn der Treffer zum 1:1 annulliert wurde.) Die Mannschaft zeigte enormen Kampfgeist, wirkte aber gegen die massiv verteidigenden Isländer weniger frisch als zum Turnierauftakt gegen Österreich: Viele Aktionen wurden ungenau gespielt, die Isländer waren in brenzligen Situationen immer schneller. Auch in der 88. Minute, als der eingewechselte Nikolics allerdings so scharf vors Tor flankte, dass Saevarsson den Ball vor Böde nicht mehr herausschlagen konnte, sondern ins eigene Tor schob: 1:1. Nationaltrainer Bernd Storck kommentierte: „Wir haben das Eigentor herausprovoziert.“

Anschließend trennten sich Portugal und Österreich torlos 0:0, so dass Ungarn vor dem letzten Spieltag mit 4 Punkten vor Island und Portugal (je 2 Punkte) sowie Österreich (1 Punkt) die Gruppe anführt. Bereits mit einem Unentschieden gegen Portugal am Mittwochabend ab 18 Uhr in Lyon wäre der Gruppensieg machbar, sofern Island nicht haushoch gegen Österreich gewinnt. Im Falle einer knappen Niederlage (bei gleichzeitigem Sieg der Isländer) würde Ungarn aber noch auf den 3. Platz abrutschen, mit 4 Punkten und einem ausgeglichenen Torverhältnis dennoch zu 99% unter den vier besten Gruppendritten landen, die ins Achtelfinale vorrücken. Einmalig wäre die Situation in der Gruppe, wenn Ungarn gegen Portugal 1:1 spielt und Island 2:0 gegen Österreich gewinnt, weil sich in dem Fall die beiden Außenseiter-Spitzenreiter Ungarn und Island den Gruppensieg teilen müssten.

Portugal hat in zwei Spielen vier Dutzend Chancen versiebt, weshalb an dieser Stelle ein wenig über das Weiterkommen spekuliert werden darf: Nach dem jetzigen Stand würde Ungarn als Gruppenerster am ehesten auf Belgien treffen, als Zweiter auf Wales oder England, als Dritter auf Deutschland!

Ein Tipp: Wenn Sie nicht mitfeiern wollen, meiden Sie am Mittwochabend unbedingt die Budapester Innenstadt!

Das Video zeigt ungarischen Fans in Marseille auf dem Weg zum Stadion.

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