Keinen besseren Standort hätte sich Oliver für sein erstes Restaurant in diesem Teil Europas aussuchen können: Das Lokal in der Szentháromság utca liegt im Herzen des geschäftigen Burgviertels, nur einen Katzensprung von der Fischerbastei entfernt. Oliver selbst gibt sich höchst begeistert: „Das muss einer der schönsten Plätze sein, um ein Restaurant zu eröffnen.“

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Die „Fleischplatte“ ist eine beliebte Vorspeise.

Doch abgesehen vom prestigeträchtigen Standort, spricht das Lokal für sich: Jamie's Italian ist geräumig und dank großzügiger Fensterfronten lichtdurchflutet. Das Interieur ist edel und bis ins letzte Detail durchdesignt: rote Ledergarnituren, Holzdielen, modernes Kachelmuster. Die Bar ist mit Schinken, Chilischoten und Knoblauch dekoriert, von der Straßenterrasse aus, blickt man auf die nahe gelegenen Sehenswürdigkeiten. Auch Jamies Name ist omnipräsent, ob nun als Leuchtreklame außen, über der Bar, auf den Menüs und sogar an den Kloschüsseln! So verrät das Innendesign vorab zwei Dinge: A) Auf den Tellern erwartet uns eine zeitgemäße, italienische Küche. B) Der Erlebniswert des Restaurantbesuchs definiert sich stark durch den Wert der Marke.

Brüder im Geiste

Für seinen Einzug auf dem ungarischen Markt fand Oliver im lokalen Gastrounternehmer Zoltán Roy Zsidai einen würdigen Partner. Außer den gemeinsamen Geschäften verbindet die beiden ihre Liebe für hippes Design, Qualitätszutaten und herausragenden Service. „Vom ersten Moment an spürte ich, dass zwischen unseren beiden Unternehmensgruppen die Chemie stimmt. Als hätte ich in London meinen Bruder im Geiste gefunden“, beschreibt Zsidai das Verhältnis.

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Die Zusammenarbeit war trotz der geistigen Bruderschaft nicht immer einfach: Oliver hat strikte Standards. Neue Mitarbeiter des Restaurants durchlaufen ein intensives Training und reisen zum Teil sogar nach Großbritannien. Allein 10 Monate dauerte es, um in Italien und Ungarn Zulieferer zu finden, die die hohen Ansprüche der Kette erfüllen. Neben der Qualität ist es Oliver, der in der Vergangenheit öffentlichkeitswirksam seinen Standpunkt als Tierrechtsaktivist vertrat, wichtig, dass seine Zutaten aus ethischer und nachhaltiger Produktion stammen.

Best of der italienischen Küche

Auf dem Menü stehen in Jamie's Italian Gerichte aus allen Regionen Italiens: Ob Pasta, Pizza oder Steak. Dabei verlässt sich Oliver über weite Strecken auf erprobte und bewährte Rezepte, wie beispielsweise Spaghetti Carbonara, Bruschetta, Pizza Margherita oder Tagliatelle Bolognese, die freilich meisterhaft zubereitet und ansprechend angerichtet sind, aber wenig Überraschungen bereithalten. Aufgepasst bei der „Turbo Penne Arrabbiata“: Oliver liebt es scharf. In einem Interview gab der Sternekoch einmal zu, geradezu süchtig nach Chili zu sein und so ist es auch keine Überraschung, dass dieses Gericht in seinem Restaurant besonders feurig ausfällt. Über die Pizzen in Jamie's Italian lässt sich kein böses Wort verlieren: Sie sind nicht zu überladen und für den Belag wurden erlesene Zutaten gewählt, der Boden ist hauchdünn und knusprig, serviert wird das Ganze auf einem rustikalen Holzbrett. Mit seiner Auswahl an Geflügel-, Fleisch-, Fisch- und vegetarischen Gerichten sichert sich Oliver das Wohlwollen aller Gäste.

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Im Bereich der Desserts punktet der internationale Player: Der Amalfi Zitronenbaiser-Cheesecake, die Brownies, der Schokoladenpudding zu salzigen Karamell oder auch der Frozen Yoghurt übertrifft alles, was die regionale Dessertküche zu bieten hat.

Fazit

Jamie's Italian ist wohl derzeit der angesagteste Ort, um mit Freunden oder der Familie eine Mahlzeit oder einen Drink nach Feierabend zu genießen – dafür sorgt auch das wirklich hochwertige Interieur. Doch der Mythos des „bezahlbaren“ Hochglanzrestaurants ist mit einem Blick auf die Preisliste schnell entzaubert, für Budapester Verhältnisse gehört dieses Lokal ins gehobene Preissegment. Doch die Ankunft des Küchenmessias weckt Hoffnung: Wenn eine Legende wie Oliver in Ungarn investiert, dann ist das eine Auszeichnung für die gesamte hiesige Gastronomieszene.

Das sollten Sie probieren: Die Linguine mit gebratenen Garnelen in einer Knoblauch-Fenchel-Safran-Sauce. Ebenfalls ein Muss ist der Rainbow Slaw – ein Krautsalat, dessen ungewöhnlicher Geschmack so vielseitig ist, wie die Facetten des Regenbogens. Am besten probieren Sie dazu die Vorspeisenplatte.

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Eine Spezialität des Hauses: Spaghetti Negro mit Tintenfisch und Muscheln.

Jamie's Italian

Budapest, I. Bezirk, Szentháromság utca 9-11

Öffnungszeiten: täglich 12 bis 23 Uhr

Reservierungen unter +36 1 800 9212

www.jamiesitalian.hu/

Preise

Vorspeisen: 640 bis 2.980 Forint

Hauptspeisen: 1.880 bis 6.980 Forint

Beilagen und Salate: 740 bis 1.940 Forint

Desserts: 1.380 bis 1.460 Forint

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