Wie viele Studierende und Absolventen hat die Fernuni Hagen in Budapest und wie hat sich diese Zahl entwickelt?

Insgesamt haben wir 230 Absolventen. Derzeit zählen wir 188 Studenten. Die Zahl hat sich vor allem durch das breite Spektrum an Studienangeboten entwickelt. Wir bieten die vier Fakultäten Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie Mathematik und Informatik an – mit den unterschiedlichsten Fächern pro Fakultät.

Ein Vorteil ist, dass wir viele Fächer anbieten, die in anderen Fernstudien oft nicht vorhanden sind. Einen klaren Schwerpunkt sehe ich dabei in den Wirtschaftswissenschaften, da sich diese großer Beliebtheit erfreuen. Ein tolles Angebot ist auch die Möglichkeit des Doppelabschlusses mit der wirtschaftswissenschaftlichen Universität Pécs, das unser Hauptprogramm in diesem Bereich darstellt. Durch das neue Doppelabkommen mit der Universität der Wissenschaften Szeged können wir uns nun auch einem weiteren Bachelor- und Masterprogramm im Bereich der Wirtschaftswissenschaften widmen.

Für die Zukunft erwarten wir steigende Zahlen an Studierenden und sind bestrebt, unser Spektrum kontinuierlich zu erweitern. Kooperation ist hier das Stichwort – denn wir möchten den guten Weg der Zusammenarbeit mit vielen ungarischen Universitäten wie der Andrassy Universität weiter gehen und intensivieren.

Während des Studiums findet keine Präsenzzeit statt. Wie werden die Studierenden durch das Studienzentrum unterstützt und wie findet die Interaktion statt?

Mein Eindruck ist, dass mit dem Studienzentrum ein sozialer Ort entstanden ist. Ein Ort, der zur Verfügung steht, und wo ein Austausch mit Mentoren stattfindet. Im Laufe der Jahre habe ich auch den Eindruck bekommen, dass sie gerne herkommen, um sich zu informieren und sich neue Motivation für das Studium holen. Wir sind zwar eine Fernuni, aber die Räumlichkeiten sind vorhanden und jederzeit zugänglich. Neben dieser Präsenz, die immer gerne stattfinden kann, gibt es die anderen beiden Säulen des Studiums: Arbeitsmaterialien und die Nutzung der Online-Tools.

Was bedeutet das 25-jährige Jubiläum der Fernuni Hagen in Budapest für die Uni, aber auch für deren Partner und die ungarische Wirtschaft im Allgemeinen?

Das Jubiläum ist für uns natürlich ein freudiges Ereignis. Die Entscheidung damals, sich auf dem ungarischen Markt zu positionieren, war durchaus exotischer Natur. Die Grundidee bestand darin, unter neuen Rahmenbedingungen Menschen in die Arbeitsmärkte zu begleiten und ein neues Studienmodell in die Hochschullandschaft einzugliedern.

Ich denke, unser Vorhaben ist gelungen – das zeigen auch die Rückmeldungen der universitären Partner. Die Mehrzahl unserer Studierenden ist um die 30 Jahre alt und studiert berufsbegleitend. Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen ist ausgewogen. Die Unternehmen haben im Laufe der Jahre also gemerkt, dass das Modell Fernuni gut funktioniert. Sie sehen, dass sich vor allem engagierte Menschen für einen solchen Bildungsweg entscheiden und daraus gutes Personal resultiert.

Wir bieten viele Studienvarianten an – also eben auch Teil- oder Vollzeit –, aber es dreht sich immer um die Frage: „Wie kann ich parallel zu meiner Berufstätigkeit studieren?“ Die Absolventen beweisen, dass sie aus dem Studium eine gute Selbstorganisation und Zeitmanagement mitgenommen haben. Und sicherlich auch, dass sie wissen, wie man sich vernetzt, und die neuen Medien für sich nutzt.

Und was bedeuten diese Qualifikationen hinsichtlich der Chancen im späteren Berufsleben?

Unsere Absolventen haben ausgezeichnete Arbeitschancen. Es sind junge Menschen, die ein deutschsprachiges, anerkanntes Studium absolviert haben – und das neben ihrer Muttersprache. Hinzu kommen fachliche Kenntnisse, die durch die besondere Studienart unter Beweis gestellt wurden. Zuverlässigkeit beweisen zudem ein gutes Projekt- und Zeitmanagement – das setzt ein Fernstudium ja quasi zwangsläufig voraus.

Ich mache mir um keinen einzelnen unserer Absolventen Sorgen; zumal wir die Erfolgsgeschichten auch anhand der Biographien verfolgen können. Die Fernuni Hagen in Budapest ist eine Investition in die eigene Karriere. Erst gestern habe ich wieder zwei verschiedene Arbeitgeber getroffen, die händeringend nach Arbeitskräften suchen, die deutsch sprechen und das nötige Know-How vom Fach mitbringen. In Ungarn gibt es unglaublich viele deutsche Unternehmen, mehr, als viele wissen. Und das aus diversen Branchen. All diese Unternehmen sind potentielle Arbeitgeber für unsere Studierenden, denn sie wollen keine deutschen Arbeitnehmer in den ungarischen Markt begleiten, sondern ungarische Mitarbeiter, die deutsch sprechen.

Welche Möglichkeiten der Finanzierung bietet die Fernuni Hagen?

Wir befinden uns hier in einem gemeinschaftlichen Büro mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und bezeichnen uns als ein Zentrum des deutschen Studierens. Der DAAD bietet Stipendienmöglichkeiten für unsere Studierenden. Nichtsdestotrotz sind wir eine öffentliche Universität – mit Studiengebühren von 120-250 Euro pro Semester liegen wir dabei im sozial vertretbaren Bereich.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Fernuni Hagen in Budapest?

Wir haben in der Vergangenheit ein Konzept über einen langen Zeitraum entwickelt, gute universitäre Partner gefunden, uns bei Arbeitgebern und der Hochschulpolitik einen Namen gemacht. Das wollen wir beibehalten und bestenfalls ausweiten. Schließlich möchten wir die Mission „lebenslanges Lernen“ weiterhin erfolgreich verfolgen.

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