Die Arbeiten an dem Platz, der zwischen 1951 und 2011 Moszkva tér hieß, begannen am 12. Januar des vergangenen Jahres und hätten laut Planung bereits im Februar 2016 abgeschlossen sein müssen, zögerten sich aber noch bis in den Mai hinaus. Während der mehr als ein Jahr andauernden Bauarbeiten hat der bis dahin eher triste Platz ein neues, modernes Gesicht erhalten.

Das hat sich verändert

Dazu wurden die alten Oberflächenkonstruktionen des Széll Kálmán térs, der zuletzt vor 45 Jahren renoviert worden war, abgerissen: Insgesamt 1.000 Kubikmeter Gebäudeschutt, 100 Tonnen Stahl, 3.000 Quadratmeter Betonfläche, 1.390 Meter Gleis und mehr als 3.800 Meter Straßenbegrenzung wurden beseitigt. Alle Versorgungsleitungen, die durch und um den Platz herum verlaufen, wurden ersetzt. Der Zugang zur Metrolinie 2 wurde rekonstruiert, auch die früher verstreuten Verkaufsbuden haben auf dem frisch renovierten Platz einen festen Standort erhalten, genauso wie das neue BKK-Kundencenter, in dem man ab sofort Fahrkarten erwerben, den Zugang zum Fahrradleihsystem MOL Bubi freischalten, aber auch Beschwerden einreichen kann.

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Die Haltestellen für Busse und Straßenbahnen wurden modernisiert und, wie es schon an vielen Stellen der Stadt der Fall ist, mit Displays ausgestattet, die die Abfahrtszeiten der öffentlichen Nahverkehrsmittel anzeigen. Hinweisschilder sollen die Orientierung auf dem umgestalteten Platz erleichtern und auch Fahrradfahrer dürfen sich freuen: Es wurden neue Fahrradwege angelegt, der Platz ist so in alle Richtungen befahrbar. Auch wenn der Széll Kálmán tér eigentlich ein Knotenpunkt für den möglichst unkomplizierten und vor allem schnellen Umstieg zwischen Verkehrsmitteln ist, wurde bei der Renovierung nicht an Bänken und Grünflächen gespart: Insgesamt sind 700 Quadratmeter Gras und 182 junge Bäume gepflanzt wurden. Ein besonderes Feature ist die nächtliche LED-Beleuchtung, die im Dunkeln Fußgängerrouten über den Platz nachzeichnet und ihm so ein dekoratives Muster verleiht.

Opposition wittert Verschleuderung öffentlicher Gelder

Für die Erneuerung des Platzes wurden rund 5,3 Milliarden Forint (knapp 17 Millionen Euro) ausgegeben. Diese Summe speist sich hauptsächlich aus städtischen Geldern und EU-Fördermitteln. Ursprünglich wurden als Budget für die Renovierung drei Milliarden Forint veranschlagt. In der vergangenen Woche stellte die Oppositionspartei Jobbik in diesem Zusammenhang Strafanzeige wegen der Veruntreuung öffentlicher Gelder. Sie bezeichnet das Ergebnis der Renovierung als ein „optisches Tuning“, das jedoch nicht die Verkehrsbedingungen des Knotenpunktes verbessert hätte. Für das Geld, so argumentiert die Partei, hätte man die Straßenbahnschienen unter die Erde verlegen und so die Lebensqualität der Anwohner spürbar verbessern können.

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Besonders in der auf dem Platz aufgestellten Uhr, die mit ihrem aufwendigen Relief an die alte Uhr des Platzes – ein beliebter Treffpunkt – erinnert, sieht die Jobbik ein Beispiel für Verschwendung. Für diese allein seien 18 Millionen Forint ausgegeben worden. Doch auch die Höhe der Kosten für den Tausch der Erde in den Anpflanzungen, für die pro Kassette 3,4 Millionen Forint kalkuliert wurden, den Abriss eines Dispatcherhäuschens für 2,4 Millionen Forint und das Verlegen des neuen Pflasters (hier sollen die Kosten zehnfach über dem Marktüblichen gelegen haben) wurden von Jobbik kritisiert.

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