Zwar hat er längst Kapuzenpullis und Bandshirts gegen elegante Markenhemden getauscht, doch von seiner Rockermähne, die Károly Gerendai am Hinterkopf zum Pferdeschwanz zusammengebunden trägt, konnte er sich nicht trennen. Als er 1993 das erste Sziget-Festival organisierte, wollte er eigentlich „nur eine große Party für all seine Freunde machen“, erzählt Gerendai. Im Laufe der Jahre wurde es dann ein wenig mehr, nämlich das größte Open-Air-Festival Osteuropas. Ebenso wenig hatte er damals geahnt, dass er einmal Mitbesitzer nicht nur eines, sondern gleich zweier Sternerestaurants sein würde.

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„Qualität ohne Kompromisse“

„Wie man sehen kann, esse ich für mein Leben gern“, erzählt Gerendai und streichelt sich über seinen Bauch. Durch seine vielen Geschäftsreisen habe er über die Jahre internationale Fine-Dining-Restaurants immer mehr zu schätzen gelernt und wollte auch in Budapest Lokale etablieren, die auf diesem Weltniveau mithalten können. „Noch vor zehn Jahren hat es in Ungarn an einer solch hochqualitativen Küche gefehlt“, so Gerendai. 2008 eröffnete er gemeinsam mit Geschäftspartnern das Costes auf der Budapester Restaurantmeile Raday utca, 2010 wurde es als erstes Restaurant in Ungarn mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet, fünf Jahre später folgt die Eröffnung des Costes Downtown im Herzen der Innenstadt, das schließlich vor gut zwei Monaten als fünftes Restaurant in ganz Ungarn mit einem Stern geadelt wurde.

Das Costes und das Costes Downtown verbindet ihr Leitspruch „Qualität ohne Kompromisse“. Diese garantieren beide Lokale nicht nur durch bestens ausgebildetes Personal, den Einsatz hochwertiger Zutaten, sondern auch durch die Aufsicht des portugiesischen Starkochs Miguel Rocha Vieira, der das Menü für beide Restaurants entwarf. Das Tagesgeschäft im Costes Downtown übernehmen jedoch die Souschefs Tiago Sabarigo und Petra Tischler.

Urig trifft auf Fine-Dining

Im Vergleich zu seinem großen Bruder bietet das Costes Downtown eine wesentlich entspanntere, von allen formalen Zwängen gelöste Atmosphäre. Ein Besuch in diesem Sternerestaurant erfordert nicht unbedingt eine Krawatte, legere Kleidung ist erwünscht. Denn: „Die Leute sollen sich hier wohlfühlen und relaxen können“, so Gerendai. Von Verkrampftheit und antiquierten Verhaltensvorschriften ist hier keine Spur. Auch das Innendesign vermittelt diese Lockerheit: Brauntöne, viel Holz und Backstein, ein modernes, geradliniges Mobiliar, das Form und Funktion vereint, überall integrierte Grünpflanzen und schwere Keramik. Kurz: Urig trifft auf Fine-Dining.

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Durch seinen Standort im Prestige-Hotel startet der Geschäftstag im Costes Downtown bereits mit dem Frühstücksmenü, das hauptsächlich von Hotelgästen, aber auch von externen Kunden genutzt wird. Das eigentliche Geschäft sind jedoch die Mittags- und Dinnerangebote, die mit jeweils zugeschnittenen Menükarten aufwarten. Generell bietet das Costes Downtown internationale Klassiker in einer zeitgemäßen Aufmachung: Dazu gehört beispielsweise die jederzeit empfehlenswerte Entenbrust zu Maispüree mit einem dekorativen Rotkohlblatt, das an die traditionelle Zubereitungsart erinnert, aber auch die Kalbslende auf einem Bett aus Zuckererbsen und Brotsoße.

Auch bei einem der zahlreichen Fischgerichte, die im Costes Downtown angeboten werden, kann man nicht danebenliegen. Oft greift der Küchenchef auch auf die immer beliebteren „Superfoods“ zurück, also Lebensmittel, die besonders gesund sein sollen. Gesunde Getreidesorten wie schwarzer Quinoa, Graupen oder Hirse ersetzen in den Gerichten klassische Beilagen wie etwa Kartoffeln oder Reis. Auf vorherige Anfrage passt sich das Sternerestaurant sogar Diätansprüchen mit einer glutenfreien, zuckerfreien oder sogar einer auf Paleo basierenden Ernährung an, erzählt András Lexa, Manager des Costes und des Costes Downtown.

Mit dem Chefkoch am Küchentisch

Für Gastrofanatiker hat das Costes Downtown ein ganz besonderes Angebot in petto: einen Platz am „Chef's Table“ mit direktem Blick auf das Treiben in der offenen Küche. Ursprünglich sieht das Konzept des „Chef's Table“ sogar eine improvisierte Sitzgelegenheit mitten in der Küche vor. Hier sollte man aus den vor sich hinköchelnden Töpfen naschen dürfen. Im Costes Downtown sitzt man etwas komfortabler an einer großen, hölzernen Tafel vor der Küche, von wo aus man trotzdem hautnah die Zubereitung des eigenen, vom Chefkoch zusammengestellten Überraschungsmenüs erleben kann. Da ein solcher Abend einiger Planung bedarf, ist eine Teilnahme am „Chef's Table“ nur auf vorherige Anmeldung möglich.

Insgesamt bietet das Costes Downtown eine legere, viel offenere Atmosphäre als die meisten Sternerestaurants auf diesem Qualitätsniveau. Hier ist richtig, wer sich vom Bistro-Stil, den das Lokal verkörpert, angezogen fühlt und von den vergleichsweise günstigen Preisen profitieren möchte. Mit seiner großen Kapazität bietet sich das Costes Downtown auch für Gruppen an.


Costes Downtown

Budapest, V. Bezirk, Vigyázó Ferenc utca 5

Öffnungszeiten: täglich 6.30 bis 10.30, 12 bis 15.30 und 18.30 bis 23 Uhr

Reservierungen unter +36 1 920 1015 oder reservation@costesdowntown.hu

www.costesdowntown.hu

Preise (abhängig ob Lunch- oder Dinnermenü)

Frühstück: 1.900 bis 8.500 Forint

Vorspeisen: 2.000 bis 6.200 Forint

Hauptgerichte: 2.800 bis 9.200 Forint

Desserts: 1.500 bis 4.800 Forint

Degustationsmenüs: 19.500 bis 40.500 Forint


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