Budapest ist eine Stadt der Fahrradfahrer. Immer mehr steigen auf das umweltfreundliche und flexible Fortbewegungsmittel um. Für stilbewusste Großstädter spielt jedoch neben den praktischen Aspekten auch das Erscheinungsbild des Drahtesels eine immer größere Rolle – nicht selten sind seine Nutzer bereit, hunderttausende Forint zu investieren, um im ästhetisch anspruchsvollen Gewimmel der ungarischen Hauptstadt hervorzustechen. So hat sich ein ganzer Markt rund um modische Accessoires fürs Rad entwickelt. Kein Wunder also, dass Viri Vig, Ági Bubla und Zsófi Bakó – alle im Designbereich tätig und zugleich passionierte Radler – nicht lange zögerten, als sie bei ihrer Suche nach einem funktionalen und zugleich ansprechenden Fahrradkorb auf eine Marktlücke stießen.

Radeln mit Stil

„Wir haben uns gedacht: ‘Wir sind Designer, warum designen wir nicht etwas für uns selbst.“ Aus dem persönlichen Bedürfnis wurde eine Geschäftsidee. „Wir wollten ein Produkt schaffen, das mehr ist als nur ein gewöhnlicher Fahrradkorb, es sollte auch unseren persönlichen Stil ausdrücken“, erklärt Viri Vig, die sich vor allem um die Businessentwicklung bei PaperSpokes kümmert. Aus dieser Überlegung heraus begann das Designertrio vor zwei Jahren

bereits existierende Lösungen zu studieren und neue Ideen zu entwickeln. Dabei experimentierten sie mit zahlreichen Formen und Materialien, darunter auch Metall, Plastik oder Leder. Am Ende entschieden sie sich jedoch für das in diesem Zusammenhang etwas unkonventionelle Material Holz. Zunächst wurden zwei Prototypen angefertigt: das kleinere, quadratische Model „Spotty“ und das etwas größere, luftigere Modell „ZigZag“. Beide sind mit flexiblen Gummiseilen ausgestattet, die nicht nur spielerisch in das Design der Fahrradkörbe eingeflochten sind, sondern auch der sicheren Befestigung jeglichen Transportguts im Korb als auch an der Außenseite davon dienen.


Zuverlässige Begleiter bei jeder Witterung

Beide Modelle lassen sich problemlos vor dem Lenker als auch auf dem Gepäckträger montieren und können durch ein eingebautes Schloss am unteren Teil des Korbes vor dreisten Dieben geschützt werden. Auch die Sichtbarkeit des Radfahrers wird durch die Körbchen von PaperSpokes erhöht. In die Gummiseile sind spezielle Leuchtfasern eingewoben, die im Dunkeln Licht von Autoscheinwerfern und Straßenlaternen reflektieren. Die Designerkörbe sind aus speziell behandeltem Holz gefertigt. Das macht sie widerstandsfähig gegen alle Witterungsbedingungen. Neben dem hochwertigen und rötlich schimmernden Holz sind es vor allem die vielen liebevollen Details, die die PaperSpokes-Körbe zu einem echten Designprodukt machen: Das Äußere der Körbe besticht durch eine glatte Oberfläche, abgerundete Ecken, ein dezent eingraviertes Logo und sogar eine Seriennummer – die allerdings scheint doch etwas übertrieben, da Fahrradkörbe normalerweise nicht in die Kategorie von Luxusgegenständen fallen, die vor Fälschungen geschützt oder bei Diebstahl eindeutig identifiziert werden müssten. Trotzdem ist sie da und gaukelt dem Käufer die Illusion vor, über ein stark limitiertes Edelprodukt zu verfügen.

Die kreativen Köpfe hinter PaperSpokes: Viri Vig, Zsófi Bakó und Ági Bubla (v. l.n. r.).
Die kreativen Köpfe hinter PaperSpokes: Viri Vig, Zsófi Bakó und Ági Bubla (v. l.n. r.).

Mit Crowdfunding zur Serienproduktion

Noch befinden sich die Körbe von PaperSpokes nicht in Serienproduktion. Vig, Bubla und Bakó versuchen über eine Crowdfunding-Kampagne auf der internationalen Plattform Indiegogo das nötige Kapital zusammenzubekommen, um bei potenziellen Herstellern eine Mindestbestellung für die einzelnen Komponenten aufgeben und ein preisintensives Werkzeug finanzieren zu können, das bei der Herstellung der Fahrradkörbe von Nöten ist. Die Kampagne läuft noch bis zum 11. April. Wer PaperSpokes unterstützen möchte, kann das auf Indiegogo mit einer kleinen Spende ab 5 Euro tun oder aber einen Fahrradkorb zum Earlybird-Tarif vorbestellen – mit Vorauskasse, versteht sich.

Ein Fahrradkorb von PaperSpokes ist sicherlich das ideale Geschenk für den Radenthusiasten von Welt, der sonst schon alles hat. Allerdings sind die Holzkisten mit einem Sonderpreis von 85 Euro im Crowdfunding-Vorverkauf und einem angestrebten Handelspreis von 125 Euro doch recht preisintensiv. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass man mit einer hölzernen Weinkiste aus dem Keller und ein paar Gepäckspannern aus dem Supermarkt zwar nicht so stylish, dafür aber wesentlich preisgünstiger durch den Alltag radeln kann.

Weitere Informationen zu den Fahrradkörben von PaperSpokes finden Sie unter:www.paperspokes.com.

Katrin Holtz

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