Die Deutsche Telekom stellte am vorletzten Februarwochenende auf dem Mobile World-Kongress in Barcelona ihre neue Lösung immmr vor, die laut einer Pressemitteilung „das Beste aus der Internetbasierten Kommunikation mit den Vorzügen der Mobilfunk- Kommunikation vereint.“ Mit immmr soll künftig die eigene Mobilfunknummer auf jedem Gerät genutzt werden können. Bei der Nutzung von E-Mail und anderen Internetdiensten ist es mittlerweile selbstverständlich, dass man sich von überall einloggen und diese Dienste von jedem Gerät aus nutzen kann. Mit immmr bietet die Telekom diesen Service nun auch für die Mobilfunknummer an. Diese ist dann virtuell und nicht mehr an ein bestimmtes Gerät oder die SIM-Karte gebunden.

immmr startet im zweiten Halbjahr 2016

immmr soll als unabhängiger, offener Kommunikationsdienst für Sprache, Messaging und Videotelefonie im zweiten Halbjahr 2016 starten. Zurzeit wird der vom telekomeigenen Forschungsund Innovationsbereich T-Labs in Berlin entwickelte Dienst noch in einigen europäischen Ländern getestet – wie auf der Pressekonferenz in Barcelona verkündet wurde, handelt es sich dabei um die Slowakei und Ungarn.

immmr vereine als weltweit erster sogenannter „Managed OTT-Service“ (OTT steht für „Over-the-top content“) und steht für die Übermittlung von Videound Audioinhalten über Internetzugänge, ohne dass ein Internet-Service-Provider in die Kontrolle oder Verbreitung der Inhalte involviert ist) die Vorteile einer internetbasierten Kommunikation mit den Stärken des Mobilfunks. „Mit immmr bringen wir die mobile Kommunikation unserer Kunden in die Cloud – ihre Mobilfunknummer, Anrufe, Nachrichten und Kontakte sind auf vielen Endgeräten von überall nutzbar. So eröffnen wir ihnen neue Wege der Kommunikation“, erklärte Claudia Nemat, Telekom-Vorstand für Europa und Technik. So werden künftig die Nutzer der neuen Lösung rund um den Globus in der Lage sein, mit ihrer Mobilfunknummer unabhängig vom genutzten Gerät und Betriebssystem sowie Netzbetreiber zu kommunizieren. Es sollen sogar kostenlose Anrufe über das Internet möglich sein, auch wenn etwa der Angerufene gerade gar nicht online ist. Telefonie jederzeit und überall – einfach „immmr“, wie es in der Telekom-Mitteilung heißt.

Die eigene Nummer auf jedem Gerät

Das Besondere an Managed OTT ist die Integration in das Mobilfunknetz. So könnten immmr-Nutzer, die auch Telekom-Kunden sind, von der hohen Netzabdeckung profitieren, hieß es. Um sich bei immmr zu registrieren, muss sich der Nutzer lediglich mit seiner Mobilfunknummer anmelden. Als Vorteil für den Kunden nennt die Telekom unter anderem netzwerkübergreifendes Telefonieren mit der eigenen Mo- bilfunknummer auf jedem Endgerät. Alle Telefonate, Nachrichten und die persönlichen Kontakte sind per Browser oder App verfügbar, auch wenn es sich nicht um das eigene Gerät handelt. Außerdem kann die eigene Telefonnummer als persönlicher, sicherer Web-Link genutzt werden, um mit allen Freunden kostenfrei zu kommunizieren, unabhängig davon, ob diese auch immmr-Nutzer sind oder nicht. Weiterhin sind Gespräche von immmrzu- immmr kostenfrei und es können neue Rufnummern aus vielen Ländern hinzugefügt werden – auch ohne extra SIM-Karte. Außerdem hat man alles Wichtige (also Sprachanrufe, Messaging, Videotelefonie und Gruppen-Kommunikation) stets in einer App.

In bestimmten Ländern werden laut der Mitteilung für Telekom-Kunden Angebote entwickelt, bei denen immmr in ausgewählten Mobilfunktarifen bereits integriert sein wird. Schon jetzt steht immmr als kostenlose App im AppStore und bei Google Play zum Download bereit.

Telenor ermöglicht 4G-Telefonie

Nur vier Tage nach der Telekom-Präsentation vermeldete der Mitbewerber Telenor Magyarország auch einen großen Fortschritt bei einer Alternative zur klassischen Telefonie: man habe über das eigene 4G-Netz erfolgreich den ersten Testanruf per VoLTE absolviert. Dies sei nichts geringeres, als „die Telefonie der Zukunft“, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung schrieb. Während 4G bisher überwiegend zur Datenübertragung genutzt wurde, könnten bald auch VoLTE-Gespräche über dieses Netz übermittelt werden. Dies würde etwa die Zeit bis zum ersten Klingeln am anderen Ende deutlich verkürzen. Denn wenn man bisher aus 4G einen Anruf tätigte, musste das Telefon zuerst auf das nächste erreichbare 2G- oder 3G-Netz wechseln (umgekehrt genauso), so dass laut Telenor bis zu 10 Sekunden bis zum ersten Klingeln verstreichen können. Mittels VoLTE habe man jedoch bereits nach 2-3 Sekunden den Anegerufenen in der Leitung.

Telenor Magyarország-Sitz in Törökbálint: Die ungarische Tochter des norwegischen Telekommunikationsunternehmens will mit VoLTE „die Telefonie der Zukunft“ ermöglichen.
Telenor Magyarország-Sitz in Törökbálint: Die ungarische Tochter des norwegischen Telekommunikationsunternehmens will mit VoLTE „die Telefonie der Zukunft“ ermöglichen.

Dank der höheren Bandbreite verbessere sich auch die Klangqualität der Anrufe deutlich, hieß es. Mit der neuen Technologie stünden während des Telefonierens zudem noch neue Funktionen zur Verfügung, etwa das Übertragen des eigenen Ortes oder von Multimedia-Inhalten. „Der erfolgreiche Test ist ein Meilenstein auf dem Weg zur VoLTE-Einführung in Ungarn, laut unseren Plänen wird 4G-Telefonie im Netz von Telenor Magyarország bereits Ende dieses Jahres möglich sein“, kündigte Zsolt Sepsi, stellvertretender Technologievorstand der ungarischen Telenor-Tochter an. Man arbeite beständig an einem Netz, das die Nutzung der neuesten Innovationen des Unternehmens ermöglicht.

In der norwegischen Heimat des Telekommunikationskonzerns und den anderen skandinavischen Ländern ist VoLTE bereits seit Ende Januar verfügbar – wenn man ein entsprechendes 4G-fähiges Gerät besitzt. Hierzulande baut die Telenor Magyarország Zrt. ganz auf den chinesischen Hersteller Huawei Technologies als Partner bei der VoLTE-Einführung. Huawei stelle dabei eine virtuelle Plattform zur Verfügung, die den Wechsel bei Gesprächen von der klassischen Telefonleitung zur modernen IP-basierten Technologie erlaubt.

Konversation

ÄHNLICHE BEITRÄGE
Szemrevaló Fesztivál / Sehenswert-Festival 2018

Vergangenheit und Gegenwart auf die Leinwand gebannt

Geschrieben von Katrin Holtz

Kaum geht in Miskolc das internationale Filmfestival Jameson CineFest zu Ende, schon steht das…

Die Letzte Seite: Memes zum Sargentini-Bericht

Die Steilvorlage

Geschrieben von EKG

Seien wir ehrlich, das Ergebnis der Abstimmung am Mittwoch vergangener Woche war trotz allem…

Konferenz über die Bekämpfung von Fluchtursachen

Dramatische Zunahme der Christenverfolgung

Geschrieben von Maximilian Heinz

„Religionsfreiheit und Entwicklungszusammenarbeit zum Abbau von Fluchtursachen“ war das Thema einer…