Dies geht aus einer Erhebung des Meinungsforschungsinstitutes Ipsos im Auftrag der Umweltorganisation Levegő Munkacsoport hervor. Auf den heruntergekommenen Grünflächen des Stadtwäldchens sollten eher Spielplätze, Sportflächen sowie Fußgängerpromenaden erneuert werden, wünschen sich die Bürger. Sogar 83 Prozent der befragten Budapester sind nicht damit einverstanden, dass die Ungarische Nationalgalerie von der Budaer Burg ins Stadtwäldchen ziehen soll und einige Regierungsbehörden dafür in die Burg. Zugestimmt wird demgegenüber den Plänen, dass hinter dem Westbahnhof, neben der Podmaniczky utca eine riesige Grünfläche als Fortsetzung des Stadtwäldchens geschaffen wird.

Vor einigen Jahren hatte die Regierung entschieden, dass im Rahmen eines Megaprojektes im Stadtwäldchen fünf neue Museumsgebäude entstehen sollen: die Ungarische Nationalgalerie, das Ethnographische Museum, das Haus der Ungarischen Musik, das Museum der Ungarischen Fotografie und das Ungarisches Architekturmuseum. Dies hat das Parlament sogar schon gesetzlich verankert, obwohl seit Bekanntwerden der Pläne zahlreiche Budapester Bürger, Zivilorganisationen, Umweltaktivisten und Architekten gegen diese Entwicklung protestieren.

So wurde beispielsweise im September des vergangenen Jahres auf der Andrássy út in Richtung Parlament eine Großdemonstration veranstaltet. Die Demonstranten übergaben Parlamentspräsident László Kövér 20.000 Unterschriften gegen die Megainvestition. Die Gegner argumentieren, zwar sollen die Gebäude des neuen Museumsquartiers aufgrund eines städtebaulichen Wettbewerbs überwiegend in den Randbereichen und teilweise auf bereits versiegelten Flächen entstehen. Dennoch würde sich die Bebauung des Stadtwäldchens von derzeit knapp sechs auf 12-13 Prozent verdoppeln. Im an Wochenenden sowieso schon überlaufenen Stadtwäldchen würden somit der Publikums- und Straßenverkehr, also die Lärm- und Umweltbelastung weiter ansteigen.

Die Regierung rechnet demgegenüber mit einer Erhöhung des Grünflächenanteils von 60 auf 65 Prozent. Bestimmte Gebäude entstehen anstelle von bereits bestehenden, so würde beispielsweise an der Stelle der Petőfi-Halle die neue Nationalgalerie entstehen. Der Aus- und Neubau von Museen, die Umgestaltung des Heldenplatzes und des Stadtwäldchens wird mit etwa 200 Mrd. Forint zu Buche schlagen, halb so viel wie ursprünglich geplant. Von der Tagesordnung genommen wurde inzwischen der Bau des neuen Architekturmuseums sowie des Museums der Ungarischen Fotografie. Neu hinzugekommen sind hingegen ein Park-Theater sowie eine Tiefgarage. Die Ausschreibung für die Planung der neuen Nationalgalerie hat bereits Ende des vergangenen Jahres das japanische Architekturbüro SANAA (Sejima and Nishizawa and Associates) gewonnen. Die Galerie soll im Sommer 2019 eröffnet werden.

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