Am 28. Januar eröffnete das Ludwig Múzeum die Ausstellung „Fúgák. Guida – Riposta – Repercussio. 1976-2015“ (deutsch: Fugen. Führung – Antwort – Entwicklung) mit Werken des ungarischen Künstlers Gábor Záborszky. Hohe Erwartungen hat das Ludwig Múzeum mit seiner temporären Sammlung geschürt, und Wort gehalten: Präsentiert wird eine retrospektive Ausstellung des Lebenswerks eines ausgezeichneten ungarischen Künstlers, vom Beginn seines Schaffens bis zu seinen neusten Arbeiten. Die Werkauswahl traf Kunsthistoriker Péter Fitz.

Natur zum an die Wand hängen
Natur zum an die Wand hängen
Photographers: Kis Tamás

Natur zum an die Wand hängen

Fitz beschreibt Záborszky als „Ausgangspunkt seines eigenen Selbst“. Die Außenwelt habe „fast keinen Einfluss auf seine meditative Kunst, seine Sicht und seine Interpretation der Welt“. 1950 wurde Gábor Záborszky in Budapest geboren. Der Maler und Grafiker schloss 1974 sein Studium der Malerei an der Ungarischen Akademie der Künste ab. Darauf folgte ein Postgraduiertenstudium im Bereich Grafik und Wandmalerei. Záborszky zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern Ungarns, seine Werke sind weltweit in zahlreichen Museen und Sammlungen zu bestaunen. Gábor Záborszkys Werke

zeichnen sich durch Vielseitigkeit aus: Neben Skulpturen und Malereien gehören auch multimediale Installationen zu seinem Repertoire. Und das nicht erst seit gestern. Schon seit vielen Jahren erschafft er dreidimensionale „Mixed Media“-Werke. Verschiedene Materialien werden dazu in einem Bild zusammengefügt. So kombiniert er beispielsweise Fotografien und Malereien zu einem Gesamtkunstwerk. Mit viel Hingabe und einfachen Mitteln entstehen so tiefsinnige Bilder: Äste, Steine, Kies und Blätter werden geschickt in Werke eingefügt und verleihen seinen Arbeiten ihre Einzigartigkeit. Das Besondere dabei: Während andere Künstler sich innerhalb ihrer Schaffenszeit immer wieder neu erfinden, bleibt Gábor Záborszky seiner Linie treu. Immer wieder finden Naturmotive ihren Weg in die Arbeiten des Künstlers. So entstehen großflächige Werke, in deren Tiefe sich der Betrachter – trotzt deren Einfachheit – verlieren kann. Mit Farbe, Leinwänden, Metallen, PVC-Belägen, Fotografien und Naturmaterialien werden Gegensätze vereint.

Auf den Punkt

Die Werke sprechen ihre eigene Sprache: Bewegung und Ruhe, Abstraktheit und Realismus, Geradlinigkeit und Chaos kann Gábor Záborszky in nur einem einzigen Bild miteinander vereinen. „A folyó és a partja“ (deutch: Der Fluss und sein Ufer), eines seiner neueren Arbeiten, oder „Homok, tenger, napfény“ (deutsch: Sand, Meer, Sonnenschein) brauchen nicht viel Schnickschnack, um ihre Wirkung zu entfalten.

Péter Fitz beschreibt die Arbeiten als „außergewöhnlich konsistent und ausgewogen“ und fügt hinzu, dass Záborszky „einen schmalen Pfad betritt, indem er kontinuierlich an der Grenze zwischen Ästhetisierung und visueller Brutalität navigiert“. Záborszky setzt auf große Formate und gedeckte Farben. Erdtöne geben die Richtung vor. Gold und Silber setzen Akzente. Wie großartig Einfachheit sein kann, zeigen auch die Titel der Kunstwerke: Sie sind auf den Punkt gebracht und schaffen sowohl Illusionen als auch Klarheit. Das Ludwig Múzeum hält mit der neu eröffneten Ausstellung „Fúgák. Guida – Riposta – Repercussio. 1976-2015“ alle seine Versprechen. Die Sammlung konzentriert sich auf das Wesentliche: eine gelungene, gut durchdachte, reduzierte Auswahl der Werke eines großen ungarischen Künstlers. Auch Skulpturen, wie „Kis tyúk és az öreg cet“ (deutsch: Kleines Huhn und der alte Wal), eines der bekanntesten Werke Záborszys, finden ihren Platz inmitten einer großartigen Mischung aus Malereien und Installationen.

„Fúgák. Guida – Riposta – Repercussio. 1976-2015“

Noch bis zum 28. Februar im Ludwig Múzeum

Budapest, IX. Bezirk, Komor Marcell utca 1

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 20 Uhr

Eintritt: 1.600 Forint

Konversation

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