Auf dem konservativen Portal mandiner. hu schreibt Tímea Szabó:

Gábor G. Fodor, Du letzter Lump, verschwinde aus der Öffentlichkeit!

Verstehst Du wirklich nicht, dass auch das politische Gefechte Regeln und Grenzen hat? Dass es schlicht nicht das übergeordnete Ziel gibt, dem die Würde anderer Menschen und ihr Familienleben geopfert werden darf? Ist das die kulturelle Rechte, die Du vertrittst? (Apropos, wo bleiben die zahlreichen Distanzierungen? Ich habe nur eine gesehen, das ist zu wenig.) Aber weißt Du, im Grunde genommen hat das nichts mit rechts oder links zu tun. Als auf einem oppositionellen Portal Cecília Rogán als N*tte bezeichnet wurde, war ich die Erste, die sich dagegen aussprach. Man kann jemanden wegen Korruption, falscher Entscheidungen oder eben wegen seines verschwenderischen Lebensstils kritisieren, aber nicht so.

G. Fodor, ich hoffe, Deinen Tag verbringst Du damit, um Entschuldigung zu bitten, Dein widerwärtiges Portal an den Nagel zu hängen und Deine Kündigungen einzureichen. Fang am besten bei Deiner Uni an.

Achso, natürlich kann es sein, dass Du diese Widerwärtigkeit nur gemacht hast, weil sonst kein Schwein Dein Produkt liest, und ich hoffe, das wird auch weiterhin so bleiben. Ich werde Dir bestimmt nicht den Gefallen tun und werde auch andere dazu anhalten, nie auf Deine Seite zu gehen! Mögen die Provokationen auch noch so groß sein.

Die liberale Magyar Narancs äußert sich folgendermaßen:

Die Habony-Press teilt mit: Auch in diesem Jahr ist Gábor G. Fodor dem Fidesz peinlich

Die Karriere des Gábor G. Fodor bekam erstmals just vor einem Jahr einen deutlichen Knick, als er in einem Interview mit der Magyar Narancs einen größeren Skandal lostrat. Darin sprach der Századvég-Analyst unter anderem davon, dass das „bürgerliche Ungarn“ nur ein „politisches Produkt“ war. Für diesen Satz bekam er über Wochen hinweg Kritik aus den Reihen vonseiten rechter Intellektueller. Aber auch Premier Orbán nutzte diese analytische Spitzfindigkeit in seiner Rede zur Lage der Nation im vergangenen Jahr.

GFG, der Analyst, verschwand dann auch für eine Zeit, um als GFG, der Chefredakteur der Habony-Werke zurückzukehren! Wir behaupten keineswegs, den Sinn hinter dem Start des zu Orbán-Berater Árpád Habony gehörendem Portal 888.hu zu erkennen, außer, dass GFG sich erneut mit untrüglichem Gespür selbst zerlegen kann – vor möglichst großem Publikum. Dies gelang ihm jetzt zuletzt am Wochenende, nämlich mit einem auf dem oben genannten Portal veröffentlichten Artikel, indem unter anderem das Wort „w*chsen“ verwendet wird und die nackte Ehefrau des MSZP-Vorsitzenden gezeigt wird – den Rest kann sich wohl jeder denken.

Auf Facebook haben sich zahlreiche rechte Persönlichkeiten gegen die Geschmacklosigkeit des GFG-schen Posts ausgesprochen. Aber auch im Fidesz hat man von der Sache Notiz genommen und sich binnen eines Jahres erneut von dem sie anbetenden Analysten distanziert. So schrieb etwa Parteivize Gergely Gulyás, der sich offenkundig noch an das Narancs-Interview erinnert, am Sonntag auf Facebook: „Im Namen der bürgerlichen Werte, die in unseren Augen keine Waren sind, können wir feststellen, dass ein Mensch mit gutem Geschmack mit dem Portal 888.hu nichts gemein haben kann. Meine volle Solidarität gilt der Familie des Vorsitzenden der MSZP.“

Herr Gulyás vergisst nur, sich in eine Sache etwas mehr zu vertiefen, nämlich dass eben jenes Portal von dem hinter seiner Partei stehenden geistigen Umfeld ins Leben gerufen wurde. Natürlich wollen wir damit Gulyás´ Stellungnahme nicht abwerten, immerhin ist es selten, dass sich ein aktiver Fidesz-Politiker gegen Habony stellt. Um ehrlich zu sein erinnern wir uns an keinen ähnlichen Fall.

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