Die Füße stehen wenige Zentime­ter vor dem Abgrund, der Blick nach unten lässt den Schweiß auf die Stirn treten. Von einer 12 Meter hohen Plattform sollen gleich alle Teil­nehmer der Besuchergruppe im Zip City Abenteuerpark entlang eines Drahtseils zu einer 125 Meter entfernten Platt­form hinabsausen. Eine Teilnehmerin, die das erste Mal die Zipline (deutsch: Seilrutsche) ausprobiert, versucht ver­gebens zurückzuweichen: „Ich hab’s mir anders überlegt. Ich will doch nicht!“ Doch zu spät, mit den Sicherheitskara­binern ihres Tragegurtes ist sie bereits am Drahtseil festgemacht. Der erste Ab­sprung kostet Überwindung – aber die lohnt sich.

Spezialeffekte wie im Film

Sobald die Füße den sicheren Boden verlassen, hängt man mit seinem gesam­ten Gewicht komfortabel in den Gurten, während man in schwindelerregender Höhe über die gesamte Länge des Parks hinwegrast. Seilrollen erleichtern die Beschleunigung und ermöglichen eine geschmeidige Fahrt. Schon nach ein paar Metern fangen selbst die Ängstlichsten an zu jauchzen, der Adrenalin-Kick setzt ein. Da macht dann auch der etwas un­sanfte Aufprall auf das an der anderen Seite befestigte Stopp-Kissen nichts aus. Die Drahtseilbahn im Zip City-Abenteu­erpark ist in zwei Abschnitte geteilt. Hat man die erste Plattform erreicht, heißt es sich umschnallen auf eine zweite Bahn, die stracks zurück zum Startturm führt. Um die Sache noch aufregender zu gestal­ten, können für einen Aufpreis von 1.990 Spezialeffekte dazugebucht werden. Dann wird der Sturz in die Tiefe von filmreifen Flammenstürmen, Eisfontänen und glit­zerndem Farbpuderregen begleitet. Alles natürlich in sicherer Entfernung – für Auf­regung sorgt es allemal.

Bei der gesamten Fahrt steht neben dem Spaß, Sicherheit an erster Stelle. So erhält man außer Gurten des Weiteren einen Helm und eine ausführliche Sicherheits­belehrung. Während der Seilfahrt ist man nicht nur durch ein, sondern durch zwei Trageseile abgesichert, und auch an der Zwischenstation erwartet den Zipline-Nut­zer, ein Mitarbeiter, der beim sicheren Ab- und Anschnallen behilflich ist. Alles in allem ein Extremsport mit kalkulierbaren Risiko und ungeahntem Spaßpotential.


Parcours im Container-Labyrinth

Eine weitere Attraktion des Zip City Abenteuerparks ist ein aus 19 riesigen In­dustriecontainern bestehendes Labyrinth. Hier wechseln sich parcoursähnliche Hin­dernisse, mit psychedelischen Lichteffek­ten, gemütlichen Hängenetzen und dunk­len Ecken ab. Nur wer bereit ist, auf allen Vieren durch enge Schächte zu robben, an steilen Wänden seitwärts zu klettern und in luftiger Höhe zwischen zwei Containern entlang zu hangeln, wird es schaffen, an der anderen

Seite des Labyrinths wieder Tageslicht zu erblicken. Achtung: Es ist nicht immer einfach den richtigen Pfad zu finden, an manchen Stellen führt das La­byrinth in die ein oder andere Sackgasse. Keine Angst – entlang der Strecke gibt es in regelmäßigen Abständen Notausgänge, falls einmal ein Besucher in Panik gera­ten sollte. Viele Leute hätten hier aller­dings so viel Spaß, dass sie am liebsten gar nicht mehr herauskommen möchten, so Parkmanagerin Marianna Orbán. Im Durchschnitt finden die meisten Besucher in rund 25 Minuten ihren Weg durch das Labyrinth. Zeit für die nächste Attraktion:


Der Turm des Schreckens

Vier Stockwerke in die Tiefe im freien Fall. Ohne Seil. Eine Vorstellung, die vie­le in Aufwallung versetzt. Nicht umsonst heißt diese Station des Abenteuerparks: „Der Turm des Schreckens“. Um den Ner­venkitzel noch zu erhöhen, ist der Blick in den Abgrund durch eine Falltüre ver­stellt. Der Fall ins Ungewisse ist nichts für Angsthasen. Zudem lässt die Vorbereitung auf das Freifallerlebnis den Mut nicht stei­gen: dicke Knieschoner, Ellenbogenscho­ner und ein Helm, der mit seinem beinahe vollständigen Gesichtsschutz an Magneto aus den X-Men-Filmen erinnert. Die Tat­sache, dass man zuvor noch eine Verzichts­erklärung gegenüber dem Abenteuerpark unterzeichnen muss, macht selbst dem Letzen klar: Das ist auch nichts mehr für mutige Anfänger, sondern für hartgesot­tene Adrenalin-Junkies. Noch ein paar letzte Instruktionen zur richtigen Körper­haltung, dann heißt es auf der Falltür im obersten Geschoß des Turmes stehen und abwarten. Bis sie dann endlich kommt, die Schrecksekunde, in der es einem den Bo­den unter den Füßen wegzieht und man in die Dunkelheit stürzt. Was sich am Boden des Schreckensturms befindet, verraten wir an dieser Stelle nicht – das muss jeder für sich selbst herausfinden.

Entspannen an der Kletterwand

Wesentlich schonender für die Nerven und genauso viel Spaß ist die Kletterwand des Abenteuerparks. Hier kann man auf 15 Metern zeigen, wie viel Sportsgeist in einem steckt. Je nach Bahn variiert die Schwierig­keit von leicht bis moderat schwierig und auch hier stehen jederzeit geschulte Mitar­beiter zum Absichern bereit.


Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen gibt es in Zip City gewisse Einschränkungen für die Benutzung der einzelnen Statio­nen: So darf die Zipline nur nutzen, wer eine Mindestgröße von 130 Zentimetern erreicht. Das Erlebnis des freien Falls im Turm des Schreckens wiederum ist ledig­lich Volljährigen vorbehalten. Weiterhin sind beide Stationen ausschließlich kör­perlich gesunden Personen ohne vorher­gehende Verletzungen oder Operationen zu empfehlen. Die Kletterwand und das Container-Labyrinth auf der anderen Sei­te stehen allen offen. Kinder sollten jedoch stets in Begleitung Erwachsener sein. Wer als Elternteil bloß zum Zuschauen mitge­kommen ist, wird sich vor allem über kos­tenloses Wifi, eine gemütliche Sitzecke und die kleine Bar im Abenteuerpark freuen.


Mein Herz schlägt fürs Abenteuer

Wussten Sie eigentlich, dass Abenteu­erparks der perfekte Ort für ein erstes Date sind? Dafür sprechen zumindest psychologische Theorien wie die Excitati­on-Transfer-Theorie des US-amerikani­schen Psychologen Dolf Zillmann. Diese besagt, dass sich Erregungszustände von einer Situation auf eine andere übertra­gen lassen. Stellen Sie sich nun vor, Sie sausen mit Ihrer Angebeteten die Zipline hinab, ihr Puls rast von der schwindelerre­genden Geschwindigkeit. Am Boden ange­kommen schauen Sie ihr tief in die Augen. Und in diesem Augenblick tritt Aphrodite auf den Plan: Es ist Liebe auf den ersten Schreck! Dass Frauen die Attraktivität ih­res Sitznachbars nach einer Achterbahn­fahrt höher einschätzen als davor, konnte jedenfalls in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden.

Falls Sie jetzt aber gerade kein roman­tisches Rendezvous in Aussicht haben, können Sie natürlich trotzdem den Aben­teuerpark besuchen. Nehmen Sie doch einfach Freunde, Kollegen oder die ganze Familie mit! Zip City bietet gerade für gro­ße Gruppen und besondere Events spezi­ell zugeschnittene Angebote an, sei es für Teambuilding in der Firma, Geburtstags­feiern oder Junggesellenabschiede. Nicht nur können Sie bei einigen dieser Angebo­te den ganzen Park für sich allein haben, gerne organisiert der Abenteuerpark in diesem Rahmen auch ein Catering. Zu ei­ner rechtzeitigen Vorabbuchung sei aller­dings geraten.

  • Katrin Holtz

Abenteuerpark Zip City

Budapest, XIII. Bezirk, Szabolcs utca 20

Öffnungszeiten: Donnerstag bis Freitag 12 – 19 Uhr, Sams­tag bis Sonntag 10 – 19 Uhr

Eintritt: 2.990 Forint im Basispreis für ein Tagesticket

Reservierungen unter + 36 30 204 6595

Für weitere Angebote und Informationen: www.zipcity.hu

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