Mehr Menschen (öffentlich) beschäftigt.
Die Zahl der in der ungarischen Volkswirtschaft beschäftigten Personen ist gegenüber dem Vorjahr um 63.000 Personen gestiegen, teilte das Zentralamt für Statistik (KSH) die aktuellen Angaben für den Zeitraum März-Mai mit. Leider entstehen die meisten neuen Stellen auf dem Wege öffentlicher Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die schlecht bezahlt sind. Die Erwerbslosen-quote ergab sich mit 11,2% saisonal bedingt leicht entspannt.
Brüssel droht weitere Verfahren an.
Die EU-Kommission hat Ungarn offiziell wegen der über Einzelhandel und Telekommunikationssektor verhängten Krisensondersteuern verwarnt und Budapest aufgefordert, die Steuerbefreiung für das private Schnapsbrennen aufzuheben. Das Volkswirtschaftsministerium stellte umgehend klar, man wolle den eigenen Standpunkt notfalls auch vor dem Europäischen Gerichtshof verteidigen.
Rezession und Schuldenberg drücken Inflation.
Die Regierung wird das Defizit nur durch Anwendung einer strengen Haushaltssperre auf 2,7% am BIP halten können, ist der fachliche Stab der Ungarischen Nationalbank (MNB) im aktuellen Inflationsbericht vom Juni überzeugt. Mit sinkenden Risikoaufpreisen bestehen Chancen für einen mittelfristig erstarkenden Forint. Die mittlere Jahresinflation wird in diesem Jahr infolge der Rezession nur 5,3% (bisherige MNB-Prognose: 5,6%) betragen, 2013 aber nur auf 3,5% (3,0%) sinken. Der intensive Schuldenabbau dämpft die Wachstumsaussichten, weshalb die MNB beim BIP für 2012 mit -0,8% und 2013 auch nur mit +0,8% rechnet.
Einträgliche Landpacht für die Wasserträger.
Immer mehr Fidesz-Politiker und einflussreiche Sympathisanten tauchen unter den Pächtern staatlicher Ackerflächen auf. Viele haben nicht einmal eine Beziehung zur Landwirtschaft; diese Leute werden das vom Staat mittels Ausschreibung gewonnene Land vermutlich einfach an jene Landwirte weiterverpachten, die ursprünglich von der Landvergabe profitieren sollten. Das Geschäft ist einträglich, denn die pro Hektar gewährten EU-Fördermittel liegen zwei-dreifach über der staatlichen Pachtgebühr. Die Wasserträger der Orbán-Regierung kassieren somit ohne irgendeine Gegenleistung Millionenbeträge.
Ungarn ist der Pleite-Meister.
Die Bisnode-Gruppe zählte im I. Quartal europaweit mehr als 20.000 zahlungsunfähige Firmen, wovon allein 5.700 Firmen auf Ungarn entfielen. Unter den zwölf in die Untersuchung einbezogenen Ländern konnten sich nur vier (Deutschland, Dänemark, Norwegen und Tschechien) der Krise entziehen, wonach dort die Zahl der Pleitefirmen nicht zunahm. Bausektor, Banken und Versicherungen gelten als besonders gefährdet, die Landwirtschaft als neuer Stabilitätsanker.
Entschädigung für Sparkassenkunden.
Bis Mitte Juli werden die Kunden der insolventen Sparkasse Soltvadkert entschädigt, teilte der Landesfonds für Einlagensicherheit (OBA) mit. Die Auszahlungen werden durch die OTP Bank abgewickelt, wobei Privatpersonen ebenso wie Firmen maximal mit umgerechnet 100.000 Euro entschädigt werden. Von der zweiten Sparkassenpleite in der jüngeren ungarischen Geschichte waren ca. 17.000 Kunden betroffen.
Zweite Entlassungswelle bei Nokia in Komárom.
Am Dienstag entließ das Nokia-Werk in Komárom wie angekündigt 900 Mitarbeiter, überwiegend Ungarn aus den Komitaten Komárom-Esztergom und Gyõr-Moson-Sopron sowie in der angrenzenden Slowakei lebende Ungarn. Ende März hatte der finnische Mobiltelefonhersteller bereits 1.200 Mitarbeitern gekündigt. Der massive Verluste schreibende Konzern gewährt den Entlassenen über die gesetzlichen Vorschriften hinaus den Durchschnittslohn von drei Monaten.
Golfplatz bleibt auf dem Papier.
Der Budapest Gate Golf & Country Club ist das nächste Opfer der Krise. Die Oak Valley Kft. als Entwickler der 170 ha großen Golfanlage befindet sich in Liquidation, das Gelände zwischen Bicske und Alcsútdoboz wird für netto 2,8 Mrd. Forint feilgeboten. Das 2003 gegründete Unternehmen wollte mit einem Gesamtaufwand von 300 Mio. Euro einen für internationale Wettbewerbe geeigneten Golfplatz sowie einen Villenpark, Hotel und Konferenzzentrum errichten. Weil aber bereits der Landkauf aus Krediten finanziert wurde, schrieb die Firma Milliardenverluste.
Besuchermagnet Audi-Fabrik.
20.000 Besucher haben sich bislang das Audi-Werk in Gyõr angeschaut. Neben Touristen aus dem In- und Ausland interessieren sich vor allem Schülergruppen für die High-Tech-Welt der Motoren- und Fahrzeugfertigung bei der Audi Hungaria Motor Kft. Führungen werden täglich auf Ungarisch, Deutsch und Englisch angeboten, anmelden kann man sich online unter: http://audi.hu/de/gyarlatogatas.




