Ungarn und Wassersport – eine eher untypische Kombination. Doch kurz vor den Olympischen Sommerspielen in diesem Jahr hat ein Sport wieder Hochkonjunktur, das Kanufahren. Eine der Paradedisziplinen der Ungarn eignet sich aber auch perfekt für Nicht-Olympikonen.
Anlaufpunkte gibt es reichlich, sowohl in der Hauptstadt selbst als auch am Balaton und am Velencei tó. Ausschlaggebend ist nur, welche Landschaft man vom Wasser aus sehen möchte.
Qual der Wahl
Dabei gibt es beim Kanufahren die verschiedensten Möglichkeiten, wobei der Begriff Paddeln vermutlich bekannter ist und weniger nach Leistungssport klingt. Gepaddelt werden kann entweder allein im Boot oder gemeinsam. Besonders mit kleinen Kindern bietet sich ein größeres Boot an, bei dem die Erwachsenen die Kinder in der Mitte platzieren und alles im Blick haben können.
Wer sich für einen Urlaub am Wasser entscheidet, hat in Ungarn beste Voraussetzungen. Insgesamt 3.500 Kilometer Wasserwege erwarten die Hobbypaddler. Dabei gibt es angefangen von ruhigen breiten Flussläufen bis hin zu kleinen, hektischen Stromschnellen für jedes Leistungsniveau das passende. Passionierte Paddler schwärmen von den südungarischen Wasserwegen aufgrund ihrer Abgeschiedenheit, denn ein großer Teil der Touren führt durch Naturschutzgebiete. Da das Wasser fast überall eine sehr gute Qualität hat, kann man sich nach einem langen Tag im Boot beruhigt zum Abkühlen ins kühle Nass stürzen.
Tourplanung beachten
Wen das Paddelfieber ergriffen hat, kann auch ohne Probleme den kompletten Sommer im Boot verbringen. Touren von der slowakischen Grenze bis in die Tokajer Weingebiete seien nur denen empfohlen, die über genügend Zeit verfügen. Erfahrene Kanuten rechnen etwa drei Wochen für die Tour, wobei natürlich auch einzelne Teilstrecken abgefahren werden können. Wer sich auf den Weg macht, wird mit wunderschöner Natur und – soweit es der Volkssport Kanu in Ungarn zulässt – Ruhe belohnt.
Doch auch die Donau ist von Pozsony (Bratislava) bis hin zur serbischen Grenze für Kanuten befahrbar. Dabei liegen neben Budapest auch andere zahlreiche Ausstiegs- und Erkundungsmöglichkeiten auf dem Weg. Auch für diese Strecke empfehlen Profis einen Zeitrahmen von etwa drei Wochen.
Die Planung der Unterkünfte kann entweder im Voraus erledigt und gebucht werden oder für Mutige spontan angegangen werden. In Ungarn ist das so genannte Wildcamping weit verbreitet und wird in vielen, gerade dünner besiedelten Gegenden ohne weiteres geduldet.
Wem der Sommer zu kurz ist, dem sei der frühe Herbst für mehrtägige Touren empfohlen. Die Kanusaison dauert in Ungarn gar bis in den Oktober hinein und so bieten sich auch in diesem Jahr noch reichlich Möglichkeiten, um zu paddeln.
www.vizitura.hu
Boote und Ausrüstungen können hier gemietet werden. Auch können Touren geplant werden.








