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Der Staatspräsident steht zu seinem Wort

Áder schmettert wieder zwei Gesetze ab

Staatsoberhaupt János Áder scheint Wort zu halten. Bei seinem Amtsantritt vor anderthalb Monaten versprach der studierte Jurist, den Gesetzgebungsprozess mit Argusaugen zu verfolgen und wenn notwendig, Gesetze zur Überarbeitung ans Parlament zurückzuschicken. Am Dienstag dieser Woche hat er mit seinem Versprechen erneut ernst gemacht. So schickte er zwei von den Regie­rungsparteien Fidesz-KDNP ausgearbeitete Gesetze an das Parlament zurück, weil sie seiner Meinung nach rechtlich nicht hieb- und stichfest seien. Damit ist die Zahl jener Gesetze, die Áder der Legislative zur Überarbeitung zurückgeschickt hat bereits auf fünf gestiegen.

Die zwei Gesetze, die vom Staatsoberhaupt jüngst abgeschmettert wurden, beziehen sich einerseits auf die Ausgestaltung von Land­kreisen, andererseits auf die Sen­kung der Überregulierung des Rechts­systems. Áder legte seinen Standpunkt in Bezug auf die zwei von ihm beanstandeten Gesetze in einem Schreiben an das Parlament dar: „Der ver­fas­sungs­rechtliche Grundsatz der Rechts­sicherheit verlangt, dass die Gesetzge­bung und die Änderung von Rechts­regeln als Teil davon für alle Bürger nachvollziehbar und transparent sind.“

Áder beanstandet Änderungsvorschlag von Kósa

In Hinblick auf das am 4. Juni vom Parlament verabschiedete Gesetz über die Ausgestaltung von Landkreisen befand Áder ausgerechnet jenen vor der Endabstimmung eingebrachten und auch angenommenen Änderungsvorschlag als rechtlich unzulänglich, für den der Bürgermeister der ostungarischen Stadt Debrecen und Vizchef der Regierungspartei Fidesz, Lajos Kósa, verantwortlich zeichnet. Kósa gilt ebenso wie Áder als Urgestein des Fidesz. Sein Änderungsvorschlag zielte auf die Abschaffung einzelner Rechts­befugnisse von Notaren ab.
Vor seiner aktuellen Weigerung, seine Unterschrift unter die zwei genannten Gesetze zu setzen, hatte Áder schon drei Gesetze unter dem Hinweis auf verfahrensmäßige und formelle Mängel an das Parlament zur Überarbeitung zurückgeschickt. Dabei handelt es sich um das modifizierte Mediengesetz, ein Gesetz zur Rege­lung von Enteig­nun­gen und ein Ge­setz zur Regelung der Eigen­tümer­verhältnisse bei Immo­bilien, die zu Sportzwecken genutzt werden. Die beiden letztgenannten Ge­setze wurden auf Wunsch des Staatsoberhaupts auch schon überarbeitet und am vergangenen Montag von der Legislative verabschiedet.

Mehr Geld für Löhne im Staatspräsidentenamt

Wie die Boulevardzeitung Blikk diese Woche berichtete, kann das Amt des Staatspräsidenten (KEH) im kommenden Jahr um 79 Prozent mehr Geld für die Löhne seiner Bediens­teten ausgeben. Aus dem Staatspräsi­den­tenamt hieß es dazu in einer Erklärung, dass der überwiegende Teil des personellen Apparates des ehemaligen Staatsober­hauptes Pál Schmitt (2010-2012) durch Personen ersetzt worden sei, die zu „hohen fachlichen Leistungen“ fähig seien. Die Presse­chefin des KEH, Anita Altorjai, wies gegenüber Blikk auch darauf hin, dass die Ausgaben für das Sonder-Ein-kommen von Ex-Staats­chef Pál Schmitt mit 1,5 Millionen Forint pro Monat zu Buche schlügen. Hinzu kämen auch noch die Löhne der zwei Sekretäre Schmitts.

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