Das Meinungsforschungsinstitut Tárki wartete jüngst mit einer aufsehenerregenden Studie auf. Demnach plant jeder fünfte Ungar, jenseits der Grenzen zu arbeiten oder endgültig ins Ausland zu ziehen. Den größten Wiederhall rief allerdings hervor, dass im Kreis der Unter-30-Jährigen jeder zweite das Land verlassen will. Die beliebtesten Zielländer der Abwanderungswilligen sind Österreich und Deutschland.
Regierungschef Viktor Orbán sprach angesichts der niederschmetternden Zahlen davon, dass ihn das Ergebnis der Studie „tief berührt“. Orbán reagierte trotzig: „Wurden sie von ihren Müttern nicht deshalb geboren, wurden sie von uns, zum Teil unter großen Opfern, nicht deshalb großgezogen, um hierzubleiben? Statt uns zu Hause Enkel zu gebären und mit uns als große glückliche Familie zu leben werden sie uns Postkarten aus den Großstädten der Welt schicken, möglicherweise mit den beigefügten Fotos unserer Enkel.“ Der Premier versprach, dass er alles Erdenkliche dafür tun werde, um aus Ungarn ein Land zu formen, in das die Auswanderer zurückkehren werden.
Österreich und Deutschland sehr beliebt
Der Leiter der Tárki-Studie, der Soziologe Endre Sik, sagte gegenüber der Sonntagszeitung Vasárnapi Hírek, dass der Großteil der Menschen weniger mit der gegenwärtigen Situation unzufrieden sei als vielmehr die Zukunftsaussichten negativ beurteile. Laut Sik ist die Bereitschaft unter den Ungarn, ins Ausland zu gehen seit dem EU-Beitritt 2004 erheblich gestiegen. Populärste Zielländer der Auswanderer sind neben Österreich und Deutschland auch Großbritannien und die nordischen Staaten.
Nach der ersten Auswanderungswelle im Anschluss an den EU-Beitritt kam die sogenannte Kettenmigration ins Rollen: Diejenigen, die das Land verlassen hatten, begannen, ihre Verwandten und Bekannten mit der Verheißung besser bezahlter Arbeitsmöglichkeiten ins Ausland zu rufen. Soziologe Sik führt die wachsende Neigung, ins Ausland zu gehen nicht zuletzt auch darauf zurück, dass eine neue Generation herangewachsen sei, die über gute Fremdsprachenkenntnisse verfüge.
32 Prozent der Jobbik-Wähler will weg
Besonders interessant: Aus der Tárki-Studie geht auch hervor, dass nicht weniger als 32 Prozent der Wähler der rechtsradikalen Partei Jobbik fern der Heimat arbeiten will. Endre Sik erklärte dies damit, dass die Jobbik-Sympathisanten generell jung seien. Jobbik müsse also über kurz oder lang damit rechnen, dass ihre Wählerschaft aufgrund der wachsenden Zahl der Auswanderer schrumpfen werde. Unter den Wählern der Regierungspartei Fidesz liegt der Anteil der Auswanderungswilligen bei 17, bei jenen der oppositionellen Sozialisten (MSZP) bei 21 Prozent.
Die Tárki-Studie lässt allerdings auch etliche Fragen offen. So geht aus ihr nicht hervor, wie lange diejenigen, die im Ausland arbeiten wollen, fernzubleiben gedenken. Mit einem Fragezeichen bleibt auch die Frage verbunden, ob die Auswanderungswilligen nach Ungarn zurückkehren wollen. Der Anteil derjenigen, die ihre Heimat für immer verlassen wollen, liegt zwischen vier und sieben Prozent.
Mehrheit der Jugendlichen will weg
Die Tárki-Studie wurde unlängst auch von einem Bericht der Wochenzeitung hvg untermauert. Laut hvg will die Mehrheit der heutigen Jugendlichen dereinst im Ausland arbeiten. Das Blatt beruft sich dabei auf Experten der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA). So können sich lediglich 39 Prozent der Mittelschüler nach dem Abschluss ihrer Ausbildung einen Verbleib in Ungarn vorstellen. Das Bild ist auch in Bezug auf die Studierenden nicht besser, so hvg. Etwa jeder Fünfte Studenten an Hochschulen und Universitäten plane, das Land zu verlassen.






Es gibt ein kleines Problem, und berichtige mich bitte wer möchte!
Die Neofaschisten in Europa sind abgesehen von wenigen Treibern ein dummes Fussvolk und machen etwa 1% der Bevölkerung aus.
Die Jobbik Anhänger sind überwiegend sehr gut gebildete junge Leute, welche zudem die höchste Auswanderungsquote haben.
All das fällt dann wieder auf die Mehrheit der im Ausland lebenden Ungarn zurück, denn also ist jeder 5. im Ausland lebende Ungar ein Faschist.