
Der neue „Fürsprecher der ungarischen Interessen und Werte” leistet seine erste Unterschrift als Staatspräsident.
Das ungarische Parlament hat am vergangenen Mittwoch János Áder zum neuen Staatsoberhaupt gewählt. Der EU-Abgeordnete der Regierungspartei Fidesz erhielt 262 Ja-Stimmen der Regierungsparteien Fidesz-KDNP – 258 Stimmen wären für die notwendige Zweidrittelmehrheit ausreichend gewesen.
Die oppositionellen Sozialisten (MSZP), die Ökopartei LMP und die von Ex-Premier Ferenc Gyurcsány (2004-2009) angeführte Demokratische Koalition (DK) boykottierten die Abstimmung, weil sie Áder als „Parteisoldaten“ ablehnen. Die rechtsradikale Partei Jobbik stimmte mit „Nein“. Das Fidesz-Urgestein Áder wurde von Premier Viktor Orbán nominiert, nachdem das bisherige Staatsoberhaupt Pál Schmitt über eine Plagiatsaffäre gestolpert und zurückgetreten war.
Was letztlich zählt, ist Ungarn
„Das ungarische Volk ist zum Erfolg geboren“, sagte Áder nach seiner Wahl im Parlament. Um aber tatsächlich Erfolg zu haben, „müssen wir aber noch einige Angelegenheiten unter uns regeln, die wir bisher versäumt haben“. Áder betonte, dass die „Irrtümer“ ausgeräumt werden sollten, wobei die Ungarn von ihren „Misserfolgen lernen müssen“. Wertordnungen, Überzeugungen, Ideologien könnten voneinander abweichen, was am Ende jedoch zähle, sei „unsere Heimat“, Ungarn.
Das neue Staatsoberhaupt versprach, die ihm übertragenen Rechte und Pflichten „restlos zur Geltung zu bringen“. Er werde ein „Fürsprecher der ungarischen Interessen und Werte“ sein, betonte er. Áder bedankte sich bei seinen Befürwortern, aber auch bei jenen, die seine Nominierung kritisiert hatten.
Unterstützung gibt Kraft, Kritik wiederum ruft zu Nüchternheit auf“, betonte er. Der neue Staatschef wandte sich in seiner Antrittsrede auch an die im Ausland lebenden Ungarn und lobte deren Leistungen, die sie als Gemeinschaft erzielt hätten. „Ihr Schicksal wird Ungarn niemals gleichgültig sein“, versprach das neue Staatsoberhaupt.





