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Trommelwirbel auf dem A38

Schneller als der Herzschlag

Fliegende Drumsticks, treibende Beats – die Show Palmers ist ein Erlebnis für Augen und Ohren.

Die Basis für einen gelungenen Diskoabend: Wenn der Bass mit dem Herzschlag im Takt ist, dann hat man das Gefühl in der absoluten Ekstase zu sein. Bei dem Schlagzeuger Carl Palm ist dies jedoch kein wünschenswerter Zustand. Denn hier kann der Herzschlag nicht einmal ansatzweise dem Tempo der Sticks hinterher kommen.

Man hört nur schwere, treibende Bässe, die das Trommelfell zum Vibrieren bringen. Der Hall schwebt durch den ganzen Raum, umhüllt jeden Einzelnen im Publikum. Der Zuschauer ist mit dem ansteigenden Tempo nicht mehr fähig, Bild und Ton miteinander zu vereinen. Das Auge kommt nicht mehr mit und lässt das Gehirn nur vibrierende Sticks wahrnehmen, die nicht mit dem donnernden Ton des Schlagzeugs übereinzustimmen scheinen. Der Mann hinter dem Ganzen: Carl Frederick Kendall Palmer. Ein Brite, der weltweit als einer der angesehensten Schlagzeuger geschätzt wird. Mit seiner umwälzenden und bahnbrechenden Spielweise hat er sich einen Namen gemacht, und dennoch scheint er einigen noch unbekannt. Seine Tourneen mit Atomic Rooster, Emerson, Lake and Palmer, The Crazy World of Arthur Brown oder Asia geben eine eindeutige Stilrichtung an: Es geht um Rock. Um Rockbands. Wegen seines Talents gelang es ihm, in vielen unterschiedlichen Bands zu spielen, die er selbst gründete bzw. bei denen er Gründungsmitglied war. Wie unwahrscheinlich wirkt da, dass Palmer in Kindertagen Violine lernte, um rund zehn Jahre später, 1971, zum weltbesten Schlagzeuger gewählt zu werden. Und das unzweifelhaft zu Recht.
Palmer experimentierte viel, setzte damals sowohl Kuhglocke als auch Gongs ein. Später benutzt er eine weitere Bassdrum und spielt fortan Doublebass-Schlagzeug. Sein Spiel auf dem Schlagzeug ist belebend und schnell. Die Bühnenshow einfallsreich. So drehte sich in den 70er Jahren bei seiner Tour unter ELP sein gesamtes Schlagzeug um die eigene Achse.

A drummer’s drummer

Dem 1950 geborenen Schlagzeuger war es scheinbar vorbestimmt, Musiker zu werden. Seine Mutter spielte eine Palette an Instrumenten, sein Großvater und sein Vater spielten unter anderem Schlagzeug, wobei sein Vater auch tanzte, sang und Gitarre spielte. Auch Palmers Bruder gelang es nicht sich der Tradition des Musizierens zu entziehen und somit waren auch für ihn bereits im jungen Alter Gitarre und Schlagzeug ein bekanntes Werkzeug. Palmer selbst übte viel, spielte in einem Radioorchester und auch in der Band seines Vaters, bevor er mit 14 Jahren mit der ersten eigenen Formation auftrat, die später unter dem Namen „The Craig“ berühmt wurde. Nach einigen Hochs und Tiefs kam er letztendlich zu seiner ersten wirklich erfolgreichen Band „Atomic Rooster“, mit der er sich eine Basis schaffte und seinen Namen festigte. Und das bis heute.
Kommende Woche Donnerstag ist es nun wieder den Budapestern gegönnt, mit dem rasanten Trommelschlag mitzutanzen, mitzuspringen oder mitzuklatschen. Gespielt werden viele bekannte Songs, größtenteils aus der Zeit mit ELP, daher auch der Tourname „A Night Of ELP Music“. Palmer ist froh, sein Publikum immer noch zu erreichen und hofft noch viele weitere Jahre mit Musik arbeiten zu können und durch die Welt zu touren.
Mit seiner Band wird der berühmte Schlagzeuger am Abend das Schiff sicherlich zum Wanken bringen und wer weiß, vielleicht kann man dann Wellenschläge stromaufwärts beobachten.

Carl Palmer Band
A38 Hajó – Main Hall
03.05. , 20 Uhr
XI. Petõfi híd (budai hídfõ)
Tickets: 5.900 Forint
www.a38.hu

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