Minus drei Prozent.
Die durchschnittlichen Nettolöhne bewegten sich in der ungarischen Volkswirtschaft im Zeitraum Januar-Februar um 140.000 Forint (ca. 475 Euro) im Monat, teilte das Zentralamt für Statistik (KSH) mit. Die Bruttolöhne stiegen mit 5,5% ebenso wie die Verbraucherpreise, die Einbuße bei den Reallöhnen von im Schnitt 3% ist dem neuen Steuersystem zuzuschreiben. Die zugesagte Lohnkompensation wurde auch im öffentlichen Sektor nur sechs von zehn Arbeitnehmern ausgezahlt. Umfragen zufolge lebt jede zweite ungarische Familie ohne jegliche Reserven von heute auf morgen.
IWF verschiebt Wachstumsprognose um ein Jahr.
Die Weltkonjunktur entwickelt sich deutlich verhaltener, als noch vor einem halben Jahr zu erwarten stand, weshalb der IWF Ungarn in diesem Jahr nur noch eine stagnierende Wirtschaftsleistung zutraut (im Herbst rechnete man noch mit 1,7% BIP-Zuwachs). Die frühere Prognose wurde gewissermaßen ein Jahr aufgeschoben: Nun gehen die Experten davon aus, dass Ungarns Wirtschaft im Jahre 2013 um 1,8% zulegen wird.
Wien und Prag stehlen Budapest die Show.
Die internationalen Flughäfen von Wien und Prag profitieren von der Malév-Pleite. Im Anschluss an den Ausfall der nationalen Fluggesellschaft konnte der Budapest Airport nur ca. 80% der früheren Direktverbindungen über andere Fluggesellschaften aufrechterhalten, obendrein ist die ungarische Hauptstadt in einen dramatischen Wettbewerbsnachteil um Touristen aus Drittmärkten geraten. So zählt Wien 76 Wochenflüge in die Türkei und Prag sogar 90 nach Russland, während Budapest in diesen Relationen nur 10 bzw. 14 Flüge aufweisen kann.
Autobahnbau wurde billiger.
Die spezifischen Baukosten pro Kilometer Autobahn sind in den letzten sechs Jahren in Ungarn von 3,1 auf 1,4 Mrd. Forint gesunken, teilte Verkehrsministerin Frau Németh auf eine Anfrage im Parlament mit. Die Preisentwicklung decke sich mit internationalen Tendenzen.
Die größten ungarischen „Multis“.
Mol, Richter und Videoton sind die größten ungarischen „Multis“, deren Auslandsgesellschaften ca. 16 Mrd. Euro wert sind und annähernd 50.000 Menschen Arbeit geben. Abgesehen vom Mineralölkonzern Mol, der die slowakische Slovnaft und die kroatische INA kontrolliert bzw. zahlreiche Förderkonzessionen besitzt, sind die ungarischen Positionen im Ausland aber nicht maßgeblich.
Neuer Geschäftsführer bei Bosch-Werk in Miskolc.
Ansgar Lengeling folgt Attila Horváth als Geschäftsführer der Robert Bosch Power Tools Kft. in Miskolc. Lengeling leitete ab 2008 bereits drei Jahre lang das Qualitätsmanagement des nordostungarischen Herstellers von Elektrowerkzeugen, bevor er nach China ging. Horváth wird im deutschen Leinfelden als Geschäftsbereichsdirektor für Europa tätig sein. Bosch erwirtschaftet mit Elektrowerkzeugen und Zubehör 3,8 Mrd. Euro Umsatz weltweit – die größte Werkseinheit der Sparte steht in Ungarn.
Mercedes beginnt Auslieferungen.
In dieser Woche hat die Mercedes-Benz Manufacturing Hungary Kft. in Kecskemét mit der Auslieferung der ersten Fahrzeuge der neuen B-Klasse begonnen. Seit Fertigungsbeginn Ende März wurden 2.000 Autos in dem für rund 800 Mio. Euro errichteten Werk montiert, teilte Geschäftsführer Frank Klein mit. Und schon wird die Mitarbeiterzahl von ursprünglich 2.500 weiter auf 3.000 Personen erhöht, denn mit dem Mercedes Concept Style Coupé, das kommende Woche auf der Auto China präsentiert wird, erhält der ungarische Standort bereits sein zweites Modell.
Besserer Fußgängerschutz aus Pápa.
In ihrer neuen Werkhalle, die am Wochenende feierlich in Pápa eingeweiht wurde, fertigt die Hirtenberger Bt. in Kooperation mit Daimler und BMW Sicherheitstechnik für einen verbesserten Unfallschutz von Fußgängern. Gut 1,3 Mrd. Forint flossen in das neue Projekt, das mit Fördermitteln der EU von 350 Mio. Forint rund 50 Arbeitsplätze schafft. Das österreichische Unternehmen konnte mit dem völlig neuartigen Produkt auch die Aufmerksamkeit des Volkswagen-Konzerns erregen, dessen Marken Audi und Skoda sich für die Technik interessieren.
Auchan darf Cora schlucken.
Die EU-Kommission hat ohne viel Federlesens zugestimmt, dass Auchan in Ungarn die konkurrierende Hypermarktkette Cora übernehmen darf. Ob die Franzosen aber alle sieben Märkte halten werden, um Marktführer Tesco den Kampf anzusagen, ist fraglich.
Dänen setzen auf ungarische Pumpen.
Der dänische Pumpenhersteller Grundfos errichtet bereits sein viertes Fertigungswerk in Ungarn. Im Industriepark „Sóstó“ bei Székesfehérvár entsteht auf 15.000 qm eine Produktionshalle. Mit der Produktion von Pumptechnik für die Wasserwirtschaft und Kernkraftwerke werden 350 neue Arbeitsplätze geschaffen, darunter mindestens 50 Ingenieurstellen in einer eigenständigen Abteilung für Forschung und Entwicklung.
Telekom schüttet Gewinn aus.
Die Magyar Telekom Nyrt. schüttet 50 Forint pro Aktie aus, entschieden die Aktionäre auf der Jahreshauptversammlung. Neben dem Festnetz gilt das Tochterunternehmen der DT als Marktführer im ungarischen Mobilgeschäft (50%) und im Segment des Breitbandinternet (37%); außerdem ist man die Nummer 2 im Segment des Digital-Fernsehens.
Der Joint Venture Verband lädt ein zur ENERGIE-Konferenz am 26.
April im Novotel Budapest Hotel (Budapest, 8. Stadtbezirk, Rákóczi út 43-45.). Von 9 bis 12:30 Uhr behandeln Experten neue Herausforderungen in der Energiewirtschaft und alternative Lösungsansätze.
www.jointventure.hu




