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The Prodigy in Budapest

Die Firestarter bringen die Bühne zum Brennen

Unkonventionell und nicht zu bremsen: The Prodigy.

Schnell, fast hektisch, aber meist unheimlich aggressiv wirken die meisten Songs von The Prodigy. Doch je lauter man sie laufen lässt, je mehr man sich bewegt, umso klarer wird, woher der anhaltende Erfolg der Band rührt. Die Musik der britischen Band zwingt den Hörer fast mit Gewalt zur Bewegung.

Letztmals waren The Prodigy im vergangenen Jahr in Ungarn auf dem Sziget Festival zu sehen. Vor mehreren Tausend Menschen lieferten die zwar sichtlich in die Jahre gekommenen Musiker eine Show ab, die aber unzweifelhaft ihresgleichen sucht.

Mit TripHop in die Charts

Dabei stürmten die Briten mit einer bis dahin im Mainstream wenig bekannten Musikrichtung die Hit­lis­ten. Zwar feierte elektronische Tanz­musik Anfang der neunziger Jahre fast weltweit einen Siegeszug, aber die treibenden Beats von The Prodigy stachen unter all den Synthi-Klängen hervor. Mit einer Mischung aus Acid House, Techno und Trip­Hop, dazu mal gebrüllten, mal gerapten, mal gesungenen Texten schaff­ten sie etwas vollkommen Neues. Ihr erster Erfolg war die bis heute in Fachkreisen geschätzte Single „Out Of Space“ – das Sample eines Reggae-Klassikers. Während „Out Of Space“ und auch der nächste große Erfolg „No Good – Start The Dance“ noch deutlich die Nähe zum House spüren lassen, fanden sie spätestens mit „Poison“ ihren eigenen Stil  und mischten neben immer präsenteren Drum-Soli auch Ele­mente des Jungle in ihre Songs.
Doch nicht nur musikalisch beschritten die Gründer Liam Howlett und einer der Frontsänger Keith Flint Neuland.

Videos wie Alpträume

Mit der Erstausstrahlung des Clips zu „Firestarter“ brach eine ungeahnte Welle der Entrüstung erst über den Sender BBC, dann über die Band selbst herein. Der Text sei „anstößig“ und „schändlich“, empörten sich aufgebrachte Eltern und fragten, warum solch ein Video am frühen Abend gezeigt werden dürfe. Dass dies dem Erfolg der Single-Auskopplung keinen Abbruch tat, sei hinzugefügt. Auch die Nach­folge-Single „Breathe“ setzte den aggressiven musikalischen Stil fort und etablierte The Prodigy endgültig unter den musikalischen Größen. Wie sehr The Prodigy mit Provokationen spielen, zeigt auch das Video zu der 1997 ausgekoppelten Single „Smack My Bitch Up“. Der Clip wurde in den USA und Großbritannien verboten, da Drogen, Sex und Gewalt mehr als deutlich visualisiert wurden. Doch gerade mit diesem Stil stürmten The Prodigy immer wieder die Charts.
Auch live bieten die Frontsänger Keith Flint und MC Maxim Reality eine Show, die wohl nur an den wenigsten spurlos vorbeigeht. Beide sind zwar weit jenseits der 40, verströmen aber eine schier unbändige Energie auf der Bühne. In wilden Mixes verwandeln der DJ und die Vokalisten jeden Song zu etwas Neuem, Kraftvollem und wirklichem Erlebnis. Die Beats sind treibend, die Musik ergreift einen und lässt einen nicht gehen. Wenn die Band sich am Ende der Show verabschiedet, fühlt man sich auch als Zuschauer erschöpft, ausgelaugt, aber glücklich, an diesem Erlebnis teilgehabt zu haben.

The Prodigy
28. April, 20.30 Uhr
Papp László Sportarena
XIV. Stefánia út 2
Tickets ab 5.900 Forint
www.budapestarena.hu

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