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Theaterfestival der besonderen Art

Auf nach London

Harte Arbeit, die sich auszahlt: Die kleinen Tänzer wissen noch nichts von ihrem Glück.

Die Olympischen Spiele alle vier Jahre sind wohl das Medienereignis schlechthin. In diesem Jahr in London ausgetragen, richtet sich die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die britische Hauptstadt. Doch nicht nur Sport spielt heuer eine Rolle.

Zeitgleich mit den Sommerspielen findet in diesem Jahr zum ersten Mal das WithOneVoice Festival statt, Künstler aus den verschiedensten Bereichen werden gemeinsam am 2. Juli die Bühne des Royal Opera House zum Beben bringen.

Kleine Künstler auf großer Bühne

Die wohl bemerkenswerteste Besonderheit des Festivals ist, alle dort auftretenden Künstler waren oder sind obdachlos. 20 britische und zwölf Gruppen und Solisten aus dem Ausland wollen gemeinsam die Auf­merk­samkeit neben dem Problem der Ob-dachlosigkeit auch darauf richten, dass es auch unter den widrigsten Umständen lebenden Menschen Künstler und Kreativität gibt.
Zu Beginn der Woche war es endlich soweit, die Zeit des Wartens hatte ein Ende. Schon am 10. Februar lief die Bewerbungs­frist ab, doch erst jetzt wurden die Teilneh­mer bekanntgegeben. Als Vertreter Ungarns werden die kleinen Tänzer der Tanzgruppe der Stiftung Menedékház aus Budapest erwartet.
„Wir wissen noch gar nicht, was wir sagen sollen“, gesteht Katalin, die Trainerin der Kinder ein. Die Ausschreibung richtete sich vornehmlich an Künstler, die auf der Straße leben oder gelebt haben, die Kinder der Stiftung passten nicht primär in das Profil des Festivals. Deswegen hätte man sich auch nicht allzu viele Hoffnungen gemacht. Die Organisatoren des Festivals schienen indes anderer Meinung und luden vier der Kinder plus zwei Betreuer zu diesem einmaligen Event ein.
Seit einem Jahr arbeitet Katalin nun bereits mit den Kindern des Hauses als Freiwillige und leitet zwei Gruppen dort. Die Mädchen und Jungen der Ballettgruppe sind fünf bis zwölf Jahre alt und lernen neben klassischen Elementen wie Drehungen, Sprüngen und Schrittfolgen auch Choreografien. „Ich liebe die Kombination aus Klassik und Moderne und auch die Kinder haben mehr Spaß daran, wenn im Unterricht nicht nur Tschaikowsky läuft“ lächelt die Trainerin. So tanzen die Kleinen neben Yann Tiersen auch zu Johnny Cash oder Rihanna.
Ähnlich verhält es sich bei der nur aus Jungs bestehenden HipHop-Truppe. Der jüngste unter ihnen ist gerade einmal zehn Jahre alt, steht den „großen“ bei den akrobatischen Einlagen jedoch in nichts nach. Geprobt wird mindestens zwei Mal wöchentlich jeweils eineinhalb Stunden, wobei „vor Auftritten auch Wochenendproben“ hinzu kommen. „Manchmal wird mir ganz angst und bange, wenn ich sehe, was “meine Jungs„ an halsbrecherischer Akrobatik einbauen wollen“, sagt Katalin stolz. Dies sei einer der Gründe, warum die Arbeit mit den Kindern so viel Spaß mache und auch funktioniere. Das gemeinsame Erarbeiten von Choreo­grafien gehört dabei ebenso zum Trainings­alltag wie das Einhalten von Regeln und Absprachen. Hier hofft Katalin etwas nachhelfen zu können: „Die Kinder, die im Menedékház leben, haben zwar meist noch beide Eltern Tag für Tag um sich, allerdings fehlt es ihnen trotzdem oft an Disziplin und Konsequenz“.

Jede Hilfe willkommen

Auf nach London ist das Motto.

Noch wissen die kleinen Künstler nichts von ihrem Glück. „Zuerst wollen wir die Finanzierung halbwegs geregelt haben. Es würde uns das Herz brechen, wenn wir den Kindern erst Hoffnungen machen und dann wegen mangelnder finanzieller Mittel das ganze wieder absagen müssen“, erklärt Zoltán Nagy, Leiter des Menedékház. Doch die Chancen darauf stehen gut. So gab es bereits eine erste mehr als großzügige Spende. Der International Women´s Club (IWC) unter Vorsitz von Frau Ines Ortgies schuf mit 300.000 Forint einen Grund zur Hoffnung. „Das ist ein fantastischer Anfang“, freut sich Katalin sichtlich. Doch um auch wirklich fahren zu können, braucht es noch etwas mehr. „Wir hoffen darauf, dass die Menschen, die uns gerade vor Weihnachten mit ihrer enormen Hilfsbereitschaft überrascht haben uns vielleicht auch jetzt bei der Verwirklichung dieses Projekts unterstützen.“ Schließlich sei dies eine einmalige Gelegenheit für die Kinder. „Und sie haben hart dafür gearbeitet“, versichert Katalin.

Weitere Informationen und Spendenkontonummer sendet das Menedékház auf Anfrage jederzeit gerne
zu (deutsch, englisch, ungarisch):
tanc@menedekhaz.hu

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