„Kecskemét ist ein Werk mit Modellcharakter geworden“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche, beim offiziellen Start der Serienfertigung am vergangenen Donnerstag. „Sie ist eine Idealfabrik in puncto Flexibilität, Effizienz und Qualität.“
Eine Idealfabrik sei nicht zuletzt eine flexible Fabrik. „Wie wichtig Flexibilität in der Produktion ist, das zeigt der Erfolg der neuen B-Klasse, bei der die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt. Unsere Auftragsbücher sind prall gefüllt.“ Insgesamt würden derzeit über 100.000 Bestellungen vorliegen. „Mit dem Werk in Kecskemét können wir jetzt flexibler als zuvor auf den Markt reagieren.“ Dazu setze Daimler auf Volumen- und Typenflexibilität. Der Produktionsverbund Rastatt Kecskemét ermögliche dabei die jeweils optimale Auslastung beider Werke. „Typenflexibilität bedeutet, dass auf ein und demselben Band prinzipiell alle unsere neuen Kompaktmodelle in allen Varianten, in beliebiger Reihenfolge darstellbar sind“, erklärte Zetsche.
Neben der neuen A- und B-Klasse werde Daimler drei weitere Kompaktmodelle auf den Markt bringen, jedes mit einem eigenständigen Charakter, aber trotzdem derselben Architektur. „Ich kann Ihnen heute noch nicht verraten, wie das zweite Modell aussieht, dass neben der B-Klasse in Kecskemét produziert werden wird. Nur so viel: Es wird ein viertüriges Coupé, das in dieser Form bislang bei keinem unserer Wettbewerber zu haben ist.“ In drei Wochen werde es auf der Automesse in Peking einen ersten Vorgeschmack davon geben. „Glauben Sie mir, wenn das Auto hier vom Band läuft, dann ist Paprika nicht mehr länger das schärfste Exportprodukt Ungarns.“
Flexibilität bedeute für Zetsche aber auch, dass die Fertigung atmen könne: „Vom Rohbau bis zur Schlussabnahme arbeiten wir hier mit dem gleichen Schichtmodell. Damit können wir das Produktionsprogramm durch Verlängerung oder Verkürzung der Schichten an die Nachfrage anpassen.“ Gemeinsam mit der ungarischen Autoindustrie liefen zudem konstruktive Gespräche mit der Regierung, um auch die Arbeitszeiten flexibler zu gestalten. „Ich bin überzeugt, damit könnte der Standort Ungarn noch attraktiver werden.“ Eine Idealfabrik sei aber nicht nur flexibel, sondern auch effizient. Anders als bei einem in Jahrzehnten gewachsenen Standort konnte Daimler seine Fabrik in Kecskemét von Grund auf neu konzipieren. „Diese Chance haben wir genutzt, und das gesamte Werk erstmals bis ins letzte Detail digital geplant.“ Das Ergebnis seien perfekt getaktete Abläufe.
Kecskemét setze auch Standards für eine schlanke Fabrik: kurze Wege, harmonisierte Prozesse, keine Verschwendung. Eine Idealfabrik habe natürlich auch Top-Qualität zu liefern. „Jedes fünfte weltweit verkauft Auto trägt ein deutsches Markenzeichen auch gerade wegen der Qualität Made in Germany. Ich bin überzeugt, Mercedes Made in Kecskemét wird ebenso zum Qualitätssiegel.“



