Deutsche Botschaft zum ersten Mal vertreten
Gedenkfeier auf der Budaer Burg aus Anlass des 67. Jahrestags des Endes der Schlacht um Budapest
Hochgeladen 20 February 2012, Author: Jan Mainka
Deutsche Botschaft zum ersten Mal vertreten
Die traditionalle Gedenkfeier des vor 67 Jahren erfolgten Ausbruchs der letzten deutschen und ungarischen Verteidiger Budapests aus dem Burgviertel fand am vergangenen Montag auf dem Kápisztrán Platz im burgviertel statt. Die Erinnerung an das Ende der Schlacht um Budapest bot heuer gleich zwei Premieren: zum einen war das ungarische Verteidigungsministerium diesmal offiziell vertreten, zum anderen zum ersten Mal auch mehrere EU-Botschaften.

Vertreter von Rumänien, Rußland, Großbritannien, den USA und Deutschland (v.l.) ehren die Opfer der Schlacht um Budapest.

Veteranenvertreter Zsolt Lányi: “Es ging den Verteidigern damals ausschließlich um die Verteidigung des heimatlichen Bodens.”
Seit der erstmaligen Veranstaltung der Gedenkfeier – 2005 aus Anlass des 60. Jahrestages – hatten diese Institutionen stets einen mehr oder weniger weiten Bogen um die Veranstaltung gemacht. Nicht zuletzt, weil man die Mühe scheute, zwischen dieser würdigen und vollends politisch korrekten Veranstaltung und tatsächlichen neofaschistischen Veranstaltungen, die ebenfalls alljährlich um den Ausbruchstag herum stattfinden, zu differenzieren. Im letzten Jahr hat laut deutscher Botschaft dann aber nur noch das Problem bestanden, dass man keine Einladung erhalten hat. Einen solchen Hinderungsgrund gab es in diesem Jahr jedoch nicht mehr. So erhielten die Botschaften von sieben potenziell an einer Teilnahme interessierten Ländern direkt vom Verteidigungsministerium eine Einladung. Die Bundesrepublik, die USA, Großbritannien, Russland und Rumänien nahmen sie an und waren bei der Veranstaltung durch ihre Militärattachés oder deren Stellvertreter anwesend.
Die zentrale Rede wurde in diesem Jahr nicht wie bisher vom Bürgermeister des 1. Bezirks, sondern von Szarka Gábor, Kabinettchef im Verteidigungsministerium, gehalten. In seiner politisch überaus ausgewogenen Rede zollte er allen Opfern der damaligen Ereignisse gleichermaßen Respekt, so auch jenen, die „auf rassischer Grundlage und wegen ihrer Abstammung in den schweren Tagen der Schlacht um Budapest an der Donau erschossen worden waren.“ Zur Schlacht selber – „eine der hoffnungslosesten Schlachten des Zweiten Weltkriegs“ – stellte er unter anderem fest, dass sie „unter militärischen Aspekten vieler Elemente der Rationalität entbehrte.“ Er verwahrte sich aber entschieden dagegen, die Ereignisse von damals als Befreiung umzudeuten. „Es handelte sich um eine Erstürmung, Budapest fiel durch Waffengewalt in die Hände der Sieger – die sich danach auch so benahmen.“
Beim zweiten Teil der Veranstaltung auf dem Innenhof des benachbarten militärhistorischen Museums hielt der ehemalige Parlamentarier und Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Zsolt Lányi, in Vertretung der Veteranenverbände eine kurze Ansprache. In ihr wies er nachdrücklich darauf hin, dass es den Teilnehmern auf der Verteidigerseite – ungeachtet aller späteren, „in gut geheizten Historikerzimmern“ vorgenommenen nachträglichen Deutungen – damals ausschließlich um die Verteidigung des heimatlichen Bodens gegangen sei. An dieser Stelle schuf er sogleich eine Brücke in die Gegenwart, indem er darauf hinwies, dass es auch heute wieder um die Verteidigung der Heimat gehe.
Allerdings hätten sich dabei die Bedingungen wesentlich verbessert: „Wir haben damals unser Leben riskiert. Aber was riskieren wir heute? Dass wir nicht so viel tanken können oder etwas weniger essen!“. Bei dem Kampf heute gehe es um nichts anderes, als eine bessere Zukunft zu schaffen. An dieser Stelle protestierte er dagegen, dass dieses ehrliche Engagement diskreditiert wird: „Im Namen der ungarischen Regierung und der ungarischen Nation verbitte ich es mir, dass ein schäbiges Lumpengesindel das EU-Parlament zu seiner Spielwiese macht und ihr Spiel mit uns treibt.“ Kämpferisch schloss er seine Ansprache mit den Worten: „Als Veteran sage ich hier und in aller Deutlichkeit: Hände weg von Ungarn! Lasst uns in Frieden! Lasst uns uns entwickeln und leben!“.
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Vertreter von Rumänien, Rußland, Großbritannien, den USA und Deutschland (v.l.) ehren die Opfer der Schlacht um Budapest.
Seit der erstmaligen Veranstaltung der Gedenkfeier – 2005 aus Anlass des 60. Jahrestages – hatten diese Institutionen stets einen mehr oder weniger weiten Bogen um die Veranstaltung gemacht. Nicht zuletzt, weil man die Mühe scheute, zwischen dieser würdigen und vollends politisch korrekten Veranstaltung und tatsächlichen neofaschistischen Veranstaltungen, die ebenfalls alljährlich um den Ausbruchstag herum stattfinden, zu differenzieren. Im letzten Jahr hat laut deutscher Botschaft dann aber nur noch das Problem bestanden, dass man keine Einladung erhalten hat. Einen solchen Hinderungsgrund gab es in diesem Jahr jedoch nicht mehr. So erhielten die Botschaften von sieben potenziell an einer Teilnahme interessierten Ländern direkt vom Verteidigungsministerium eine Einladung. Die Bundesrepublik, die USA, Großbritannien, Russland und Rumänien nahmen sie an und waren bei der Veranstaltung durch ihre Militärattachés oder deren Stellvertreter anwesend.

Veteranenvertreter Zsolt Lányi: “Es ging den Verteidigern damals ausschließlich um die Verteidigung des heimatlichen Bodens.”
Die zentrale Rede wurde in diesem Jahr nicht wie bisher vom Bürgermeister des 1. Bezirks, sondern von Szarka Gábor, Kabinettchef im Verteidigungsministerium, gehalten. In seiner politisch überaus ausgewogenen Rede zollte er allen Opfern der damaligen Ereignisse gleichermaßen Respekt, so auch jenen, die „auf rassischer Grundlage und wegen ihrer Abstammung in den schweren Tagen der Schlacht um Budapest an der Donau erschossen worden waren.“ Zur Schlacht selber – „eine der hoffnungslosesten Schlachten des Zweiten Weltkriegs“ – stellte er unter anderem fest, dass sie „unter militärischen Aspekten vieler Elemente der Rationalität entbehrte.“ Er verwahrte sich aber entschieden dagegen, die Ereignisse von damals als Befreiung umzudeuten. „Es handelte sich um eine Erstürmung, Budapest fiel durch Waffengewalt in die Hände der Sieger – die sich danach auch so benahmen.“
Beim zweiten Teil der Veranstaltung auf dem Innenhof des benachbarten militärhistorischen Museums hielt der ehemalige Parlamentarier und Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Zsolt Lányi, in Vertretung der Veteranenverbände eine kurze Ansprache. In ihr wies er nachdrücklich darauf hin, dass es den Teilnehmern auf der Verteidigerseite – ungeachtet aller späteren, „in gut geheizten Historikerzimmern“ vorgenommenen nachträglichen Deutungen – damals ausschließlich um die Verteidigung des heimatlichen Bodens gegangen sei. An dieser Stelle schuf er sogleich eine Brücke in die Gegenwart, indem er darauf hinwies, dass es auch heute wieder um die Verteidigung der Heimat gehe.
Allerdings hätten sich dabei die Bedingungen wesentlich verbessert: „Wir haben damals unser Leben riskiert. Aber was riskieren wir heute? Dass wir nicht so viel tanken können oder etwas weniger essen!“. Bei dem Kampf heute gehe es um nichts anderes, als eine bessere Zukunft zu schaffen. An dieser Stelle protestierte er dagegen, dass dieses ehrliche Engagement diskreditiert wird: „Im Namen der ungarischen Regierung und der ungarischen Nation verbitte ich es mir, dass ein schäbiges Lumpengesindel das EU-Parlament zu seiner Spielwiese macht und ihr Spiel mit uns treibt.“ Kämpferisch schloss er seine Ansprache mit den Worten: „Als Veteran sage ich hier und in aller Deutlichkeit: Hände weg von Ungarn! Lasst uns in Frieden! Lasst uns uns entwickeln und leben!“.
Jan Mainka
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