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Das Trafó lädt ein

100% Theater und 200% Tanz

DV8 lassen ihre Körper sprechen.

Zwei Titel – und trotzdem eine nicht enden wollende Vielfalt an Gezeigtem. Im Frühjahr zeigt das Trafó noch einmal, wofür es bisher bekannt war: internationale Künstler, Tanz und Theater auf höchstem Niveau.

Mit einem ausdrücklichen Hinweis, dass es „derber“ zugehen kann, lädt das Trafó seine Besucher zu einem Tanzabend der etwas anderen Form. Mit DV8 (ausgesprochen deviate – von der Norm abweichend) kommt ein englisches Ensem­ble nach Budapest, das sich selbst als „körperliches Theater“ bezeichnet. Sie tanzen, ihre Choreografien sind aber mit pechschwarzem, britischem Humor durchtränkt. Wie die Insel selbst sind ihre Stücke rau, sanft und wunderschön. Vor allem aber fehlt es DV8 an jeglichem Respekt und falsch verstandener politischer Kor­rekt­heit – so ist einer ihrer Solotänzer ein Rollstuhlfahrer, der sich behände mit den anderen Tänzern über die Bühne wirbelt. In ihren Stücken bringen sie die Er­geb­nisse ihrer Forschungs­ar­beit – unter anderem zu Sexualpolitik und ähnlich brisanten Themen – auf die Büh­ne.
Unter dem Projekttitel „Von Wort zu Wort“ zeigt das Trafó den gleichnamigen Film. Die acht Darsteller bringen Textteile als Kollagen zusammen, Äußerungen zum Roma-Problem aus geführten In­ter­views. Diese werden nicht geschönt, gekürzt oder in irgendeiner Form verändert, lediglich ihre Reihenfolge wird neu zusammengesetzt. Ebenfalls auf wissenschaftlichen Erkennt­nis­sen beruhend setzen sich die Künstler der Pano­ra­ma-Gruppe mit dem Umstand auseinander, dass die überwiegende Mehrheit der Ungarn der Roma-Minderheit mehr als kritisch gegenübersteht.
Doch damit ist das Projekt noch nicht beendet. Anfang März treten Muta Imago aus Italien mit „Madeleine“ auf. Licht, Schatten, Industrial im Mix mit klassischen Cello-Sonaten. Muta Imago geben der Reihe eine neue Perspektive, die des Tempos. „Ma­deleine“ weiß, es wird etwas Schreckliches geschehen, doch weiß sie nicht was. So rinnt und rennt ihr die Zeit davon. Muta Imagos Stücke sind immer auch ein wenig Installationskunst und lassen den Zuschauer fast erschlagen ob der Vielfalt der Eindrücke zurück.

Von Schritt zu Schritt

Tanz in seiner puren, unverfälschten Schönheit.

Das Trafó kehrt auch zu einer beliebten Tradition zurück. Erfolgreiche internationale Stücke werden in „200% tánc“ auf die hauptstädtische Bühne gebracht. In diesem Jahr kehrt unter anderem Ema­nuel Gat nach Budapest zurück. Der aus Israel stammende Choreograf wird als ein Meister seines Fachs, des „reinen Tanz“, bezeichnet. Seine Choreografien zeigen deutlich die Einflüsse seiner klassischen Ballettausbildung, transportieren diese aber durch Kreativität und Emotionalität in die Moderne. Wo modernes Tanztheater manchmal abstrakt und fast bewusst hässlich wirkt, schafft Gat es, Harmonien durch Körper zu schaffen. Seinen Tänzern verlangt er alles ab, seine Choreografien leben jedoch von eben dieser Perfektion, die sich der Besucher so sehnlich wünscht in einer so unperfekten Welt.

Temps d’Images
24. Februar bis 18. März

200% Tánc
28. und 29. April
Karten jeweils ab 1.800 Forint
Informationen zu den Veranstaltungen im Internet.
IX. Liliom u. 41
www.trafo.hu

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