Folk für alle

Balkan Brass Battle: Fanfare Ciocarlia und das Boban & Marko Markovic Orchester.
Folk in vielen Facetten bietet das diesjährige Budapester Folk Festival seinen Besuchern vom 11. bis 15. Mai an verschiedenen Veranstaltungsorten. Die eingeladenen internationalen Musiker und die ungarischen Künstler zeigen ihr Können und wollen diese angeblich verstaubte Musikrichtun, vom Vorwurf langweilig zu sein befreien.

Die Cimbaliband feiert Geburtstag.
Das Budapest Folk Festival wurde vergangenes Jahr ins Leben gerufen und fand großen Anklang. Die Organisatoren wollten damals in Budapest, der Stadt der vielen Festivals, eine Plattform für gute Folk-Musik schaffen. Die zentrale Lage der ungarischen Hauptstadt zwischen den zahlreichen traditionellen und kulturellen Regionen macht sie zu einem perfekten Veranstaltungsort, den 2010 viele Zuhörer aus dem In- und Ausland besuchten. An diesen Erfolg wollen die Veranstalter jetzt anknüpfen und setzen sich mit dem Folk Festival an den Anfang der sommerlichen Festivalsaison. So finden vom 11. bis 14 Mai Konzerte im Fonó statt, und am 15. Mai ist im Millenáris das Abschlusskonzert.
Dynamisch und unerschöpflich
Das Festival soll den Besuchern beweisen, dass Folk eine sehr variable und breit gefächerte Musikrichtung ist, welche sich nicht nur um den Erhalt von Traditionen dreht und keineswegs ins Museum gehört. Ganz im Gegenteil: Dieser Musikstil unterliegt ständigen Veränderungen, ist sehr dynamisch und entwickelt sich von Generation zu Generation weiter. Folk ist wie ein unerschöpflicher, tiefer Brunnen, aus dem sich unzählige andere Musikgenres reichlich bedienen können: Es ist in der menschlichen Stimme, in den Akkorden einer Geige, im Hackbrett, Saxophon oder auch in der E-Gitarre. Menschen aller Altersklassen finden darin eine Möglichkeit zur Selbstverwirklichung, denn sie selbst setzen sich ihre Grenzen. All das wollen die besten Musiker und Bands aus Bulgarien, Serbien, Rumänien und Frankreich in Einklang mit den ungarischen Gastgebern dem Publikum beweisen.
Folk und Blues live
Den Auftakt machte bereits am 26. April der weltberühmte bulgarische Angelite Frauenchor, welcher zusammen mit der Ungarin Márta Sebestyén auf der Bühne im Palast der Künste stand. Von Mittwoch bis Samstag dieser Woche geben sich die Künstler dann im Fonó das Mikrofon in die Hand. So feiert am 11. Mai die Cimbaliband ihren fünften Geburtstag mit vielen ungarischen Gästen wie Dorka Gryllus, István Pál, Péter Makó, Krisztián Rodek, Gábor Gera und vielen mehr. Ihnen folgen am nächsten Tag das Ági Herczku und Nikola Parov Quintet sowie die Gruppe Fonott Zene, welche Folk mit Blues verbindt.
Balkan Brass Battle
Am Freitag wird es mit Baltazar Montanaro aus Frankreich, welcher bei der Gruppe Söndörgõ zu Gast ist, internationaler zugehen. Am gleichen Abend stellt auch die Kerekes Band mit Mihály Borbély und Salomon Eredics ihr neues Album vor. Gleich mehrere Premieren bietet der 14. Mai mit der Ethno-Jazz Gruppe Dél-Alföldi Saxophon, die nur beim Festival in dieser Formation spielt, und mit Fanfara Complexa und der East Gypsy Band, welche beide ihre neueste Platte vorstellen. Den Abschluss am Sonntag macht dann das Balkan Brass Battle, in dem Fanfare Ciocarlia gegen das Boban & Marko Markovic Orchester um den Titel des besseren Folkkünstlers kämpften. Außerdem gibt die Gruppe Parno Graszt eine Kostprobe von ihrer neuen CD.
Fonó
11. bis 14. April
Eintrittskarten zwischen
1.000 und 2.000 Forint
XI. Sztregova utca 3
www.fono.hu
Millenáris Theater
15. April
Eintrittskarten 5.500 oder 5.900 Forint
II. Fény utca 20-22
www.millenaris.hu




