Premium-Pálinka bislang nicht von neuer Regelung betroffen

Ein halber Liter Pflaumen-Pálinka aus der Pálinka-Brennerei Agárdi kostet im Einzelhandel 4.911 Forint. Die gleiche Menge Aprikosen-Pálinka von der Aranykapu Zrt. nur 3.199 Forint. Sollte es aber etwas ganz Spezielles werden, zum Beispiel Blaubeeren-Pálinka, kostet der Trinkspaß schon gleich 8.209 Forint. Qualitätsobstbrand ist halt teuer, daran hat auch die seit letzten September gültige Regelung für „freies“ Obstbrennen – die als Teil des Aktionsplan der Regierungspartei Fidesz für die Belebung der Wirtschaft verabschiedet wurde – nichts geändert.
Die neue Bestimmung besagt, dass Privatpersonen beim Brennen von bis zu 50 Liter Obstbrand (bei 86 Prozent Alkoholgehalt) Steuerfreiheit genießen, es besteht keine Meldepflicht und auch das Destillationsgerät muss nicht genehmigt werden. Ein wahres Eldorado also auch für diejenigen, die sich die Spirituose bis vergangenen Herbst illegal im Hinterhof gebrannt haben.
Steueraufwand mehr als halbiert
Die kommerziellen Pálinka-Häuser spüren die Auswirkungen des freien Schnapsbrennens noch nicht, doch der Markt der Billigprodukte ist schon eingebrochen. Der Umsatz ist im vergangenen Jahr um 30 Prozent zurückgegangen, Experten meinen aber, auch die im letzten Jahr erhöhte Branntweinsteuer dürfte da eine Auswirkung gehabt haben. Fest steht jedenfalls, dass etwa Brennereien im Komitat Somogy 2010 lediglich 112 Millionen Forint Steuern für das Lohnbrennen von Spirituosen eingezahlt haben. 2009 waren es noch 246 Millionen gewesen. Der Trend dürfte auch in anderen Regionen nicht anders sein.




