In einem Beitrag zu einer Konferenz erläuterte der Politikwissenschaftler Péter Tölgyessy in der vergangenen Woche seine Ansichten zur kommenden Parlamentswahl im Frühjahr. Tölgyessy saß von 1998-2006 in der Fidesz-Fraktion im Parlament und steht auch heute der Partei nahe.
„Viktor Orbáns Ziel ist es, ähnlich der Ära Bethlen, der Ära Horthy oder der Ära Kádár eine Ära Orbán zu schaffen, ein dauerhaftes Einrichten an der Macht. Er will das Land nach seinem Ebenbild formen. Wenn Viktor Orbán und der Fidesz eine Zwei-Drittel-Mehrheit erlangen, kommen sie nicht umhin, eine neue ,Wende’ zu beginnen.“
„Es ist offensichtlich, dass die MSZP die Unglaubwürdigkeit selbst ist. Sagen wir, die Partei erhält 60 Mandate, das sind dann allesamt die Abgeordneten, die für die aktuelle Situation verantwortlich sind. Sie werden sich in einer sehr schwierigen Situation wiederfinden. Jobbik hingegen ist eine völlig saubere Partei. Das ist eine Herausforderung für den Fidesz, dessen Anhänger mindestens zu einem Drittel empfänglich für radikale Sprüche sind.“
„Wenn es eine neue politische Kraft im Zentrum gäbe, eine politische Kraft, die nach rechts und links gleichermaßen offen ist, müsste sich der Fidesz davor fürchten. Wenn der Fidesz sich lediglich um die Rechte sorgen muss, heißt das: Konkurrenzkampf mit Jobbik. Aber dem ganzen Land und besonders denen, die auf eine rationelle Wirtschaftspolitik hoffen, hat gerade noch ein Konkurrenzkampf zwischen Fidesz und Jobbik gefehlt.“



