Gleich zwei Treffer in einer Woche
Die ungarische
Diplomatie konnte am vergangenen Mittwoch gleich zwei Erfolge verzeichnen:
Zunächst hatte Mercedes-Benz die Errichtung einer Fabrik in Kecskemét
(Südungarn) bekannt gegeben. Nur einige Stunden später hieß es aus der
Brüsseler Runde der Fachminister für Forschung und Entwicklung, dass Budapest
den Zuschlag als Standort des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie
(EIT) erhalten habe.
Am Mittwochmorgen
stellte die Vorstandsriege der Daimler AG die Expansionspläne des Unternehmens
vor: Neben der Erweiterung der Produktionskapazitäten seiner deutschen
Standorte wird Daimler im südungarischen Kecskemét eine neue Fabrik für die A-
und B-Klasse von Mercedes errichten. Das gesamte Investitionsvolumen für die
neue Produktionsstätte soll rund 800 Mio. Euro betragen. Ab 2012 sollen hier
2.500 Beschäftigte 100.000 Autos im Jahr produzieren. Das Werk in Kecskemét
wird das erste Mercedes-Werk in Mittel- und Osteuropa sein. Außer Kecskemét
hatten sich Standorte in Polen, Rumänien und Miskolc (Ostungarn) um die Fabrik
beworben. Nach Audi und Suzuki ist Mercedes-Benz der dritte Autohersteller, der
in Ungarn fertigen lässt.
Nur wenige
Stunden später ließen die EU-Minister für Forschung und Entwicklung verlauten,
dass das neu zu gründende Europäische Institut für Innovation und Technologie
(EIT) in Budapest angesiedelt werde. Um das Institut, das die gesamte
Forschungsarbeit auf EU-Ebene koordinieren soll, hatten sich außer der
ungarischen Hauptstadt auch Jena, Sant Cugat del Valles bei Barcelona,
Wien/Bratislava sowie Wroclaw (Breslau) beworben. Nachdem bei einer ersten
Abstimmung im Mai alle Länder mit Ausnahme von Polen für Budapest gestimmt
hatten, konnten nun auch die Polen von Ungarn als Standort überzeugt werden.




