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Endre Aczél schreibt über
die Erdöl-abhängige Welt und den weiteren Anstieg des Ölpreises:
"Seit einiger Zeit ist
zu beobachten, dass das Angebot mit der Nachfrage nicht Schritt halten kann.
Der Hauptgrund für den Anstieg der Nachfrage ist nicht zuletzt in jenen Ländern
zu suchen, die zwar rohstoffarm sind, sich aber rasant entwickeln – vor allem
China und Indien. (…) Die Engpässe beim Angebot wiederum sind keineswegs auf
die Begrenztheit der Erdölreserven zurückzuführen. Vielmehr sind sie der
Tatsache geschuldet, dass Riesen des Energiemarktes wie Russland und Iran nicht
über genug Kapital verfügen, um neue Erdölfelder zu erschließen. 2008 vermochte
bisher keines der beiden Länder mehr Erdöl an die Oberfläche zu pumpen als im
Vergleichszeitraum des Vorjahres. (…) Iran ist heute schlechthin die Nemesis
der USA. Dies ruft in mir einen interessanten Gedanken wach. Warum ist es für
Washington so wichtig, dass Europa iranisches Erdgas über die
,,Nabucco“-Pipeline kauft, und nicht russisches über die ,,South
Stream“-Pipeline? Ist in strategischer Hinsicht doch nicht der Iran die wahre
,,Bedrohung“, sondern Russland?“
NÉPSZABADSÁG
Ervin Tamás reflektiert
über die gegenwärtige innenpolitische Lage in Ungarn:
,,Die Reformen hatten
ihren Niedergang erlebt, noch bevor ihnen höhere Weihen zuteil werden konnten.
Sogar im linken Lager wird das, was bislang auf den Weg gebracht worden ist,
als dürftig betrachtet. Was die Freien Demokraten angeht, liegt ihr einzig
verbliebener Trumpf darin, auf ihre Prinzipien zu pochen. Darin sind sogar die
zwei Rivalen im SZDSZ, Gábor Fodor und János Kóka, einer Meinung. In ihren
Augen ist Ministerpräsident und MSZP-Parteichef Gyurcsány von der treibenden
Kraft hinter den Reformen zu deren größtem Hindernis geworden. Mit wem und in
welcher Form die Wiederherstellung der linksliberalen Koalition zu
bewerkstelligen wäre, darüber scheiden sich allerdings die Geister.
Sozialistische Wunschvorstellungen vermischen sich mit liberalen Träumen. Indes
zeichnet ihnen der Koalitionsbruch den Weg in Richtung einer Politik vor, die
dem Motto ,,Wir werden schon irgendwie weiterwursteln“ folgt. Die zwei
konservativen Oppositionsparteien Fidesz und MDF sind sich einig darin, dass
der SZDSZ in den oppositionellen Reihen gleichsam ein Kuckucksei ist. (…) Es
ist offensichtlich, dass die Regierung ihr Schiff auf ruhigere Gewässer steuern
will. Abseits der Tatsache, dass eine Minderheitsregierung am Ruder ist, wird
eine Politik des Lavierens nicht nur vom hohen Wellengang der Weltwirtschaft,
sondern auch von budgetären Einschränkungen und der antiinflationären
Zinspolitik der Notenbank erschwert. Grund zur Hoffnung geben derzeit lediglich
die diesjährige Produktionsleistung der Landwirtschaft und die
EU-Infrastrukturentwicklungen, die die Bauindustrie beflügeln. Für eine
Ankurbelung des Wirtschaftsmotors, eine deutliche Erhöhung der Zahl der
Beschäftigten und eine Steuerreform ist dies jedoch zu wenig.“





