Obwohl die
MOL-Vollversammlung am vergangenen Mittwoch keineswegs zu ihren Gunsten
ausgegangen ist, will die österreichische OMV immer noch nicht von ihren Plänen
absehen, sich die MOL einzuverleiben. OMV-Chef Ruttenstorfer erhofft sich in
Brüssel eine neue Chance.
Die Vollversammlung war
für den österreichischen Mineralölkonzern OMV eine Niederlage auf allen Ebenen:
Ihre Vorschläge wurden abgeschmettert, ihre Fragen blieben unbeantwortet und in
mehreren Punkten stimmten mehr als 80% der Aktieneigner zugunsten der
MOL-Führung ab. Trotzdem gibt die OMV nicht auf: Sie will den ungarischen
Konkurrenten immer noch übernehmen.
OMV spielt auf Zeit
Wolfgang Ruttenstorfer,
Vorstandvorsitzender des Unternehmens, ist es bewusst, dass sich die Prozedur
sogar zwei bis drei Jahre hinziehen könnte. Er ist aber überzeugt, dass die
Angelegenheit in Brüssel entschieden wird. ,,Der Ausgang der Vollversammlung
hat mich nicht überrascht: Der MOL-Vorstand hat das Eigentum des Unternehmens
zur Sicherung der eigenen Position missbraucht“, erklärte er am vergangenen
Donnerstag bei der 50. Jubiläumsfeier der Schwechater Ölraffinerie.
OMV versucht seit dem vergangenen Jahr immer wieder, MOL zu übernehmen,
stieß aber auf erbitterten Widerstand seitens der Regierung und des
Unternehmens



